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Die neue e-card mit Blindenschrift - ein weiterer Schritt in Richtung barrierefreie Nutzung des Gesundheitssystems

Nr. 46 vom 1. Dezember 2009

Laut Behindertenbericht 2008 leben in Österreich rund 318.000 Menschen mit einer dauerhaften Sehbeeinträchtigung. Gerade für diese Menschen ist es oft nicht leicht, die e-card gezielt aus der Fülle von Karten in der Brieftasche herauszufinden. „Wir haben nun eine sehr wichtige und sehr verantwortungsvolle Neuerung ohne großen Zusatzaufwand realisiert und unsere e-card noch kundenfreundlicher gemacht“, ist Dr. Hans Jörg Schelling, Vorsitzender des Verbandsvorstands im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, überzeugt. Schelling: „ Ab sofort werden auf der e-card die Buchstaben „sv“ für Sozialversicherung in Blindenschrift am Kartenkörper aufgebracht. Die e-card ist damit die erste Karte in Österreich, die dieses Zusatzservice bietet“.
Diese sogenannte „Brailleprägung“ – benannt nach dem Franzosen Louis Braille, dem Schöpfer der gleichnamigen Blindenschrift - lehnt sich an internationale Standards an und wurde im Vorfeld vom Hauptverband mit dem Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) abgestimmt. „Die Sozialversicherung erleichtert mit der Erfüllung einer langjährigen Forderung des ÖBSV das Leben von blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen in Österreich ungemein“, freut sich Mag. Gerhard Höllerer, Präsident des ÖBSV. „Gerade für visuell beeinträchtigte Menschen ist es eine tägliche Herausforderung, aus der Fülle verschiedenster Karten in der Brieftasche die wichtige e-card herauszusuchen. Mit einem kurzen Griff über die Oberfläche der Karte können nun die erhabenen Buchstaben „sv“ in Braille-Schrift rasch ertastet werden. Die e-card ist damit bei einem Arztbesuch rasch zur Hand. Ein wichtiger Schritt in Richtung selbstbestimmtes Leben für sehbeeinträchtigte Menschen!“


Immerhin haben laut einer aktuellen Umfrage von GfK Austria 82% der ÖsterreicherInnen die e-card immer in der Brieftasche und weitere 9% bewahren die Karte in der Ausweistasche auf: 91% der Bevölkerung haben also die e-card immer dabei.
Mit 1.Jänner 2006 trat in Österreich das sogenannte „Gleichstellungspaket“ für Menschen mit Behinderungen in Kraft. Ein zentraler Inhalt dieses Paketes ist die möglichst umfassende Umsetzung der Forderung nach Barrierefreiheit, wie etwa die Beseitigung von Barrieren, die sich Menschen mit Behinderungen entgegenstellen, um gleichberechtigt am Leben in Gesellschaft, Schule und Beruf teilzunehmen. Zwar ist für die Herstellung von Barrierefreiheit ein Übergangszeitraum bis 2016 gesetzlich vorgesehen, der Hauptverband und die einzelnen Sozialversicherungsträger sind aber schon seit 2006 bemüht, die Erfordernisse der umfassenden Barrierefreiheit umzusetzen. Als Beispiele seien erwähnt:
• Verträge mit Partnern in den Gesundheitsberufen, die die barrierefreie Zugänglichkeit der Betriebsräume (z.B. Ordinationen) vorsehen.
• Barrierefreie Gestaltung der eigenen Einrichtungen.
• Schaffung von speziellen Angeboten im Bereich der Rehabilitation für Sinnesbehinderte etc.
„Es ist für mich besonders erfreulich, dass es die Sozialversicherung als selbstverständlich erachtet, Menschen mit Behinderungen und ihre besonderen Bedürfnisse in ihren Maßnahmen zu entsprechen. Ein Vorbild, dem so manche andere folgen sollten“ , stellt Mag. Michael Svoboda, Präsident des KOBV- Österreich fest.
Die neue e-card mit Blindenschrift steht für das Bekenntnis der Sozialversicherung zu einer barrierefreien Nutzung des Gesundheits- und Sozialsystems. „Wir wollen als Sozialversicherung Hürden abbauen und jedem Versicherten helfen, seine Lebensqualität, wo immer es möglich ist, zu verbessern. Das reicht von Gesundheitsprävention über modernste Heilmittel und Heilbehelfe bis zu bestens ausgebildeten Medizinern und top-ausgestatteten Spitälern. Die e-card mit Blindenschrift ist ein buchstäblich greifbarer Mosaikstein dieses Bemühens“, so Schelling abschließend.
Am 9. Dezember startet der Versand der neuen e-cards, ab Jänner 2010 werden nur noch Karten mit Blindenschrift ausgegeben. Ab April 2010 werden rund 4 Millionen Karten getauscht. Der Grund dafür ist, dass bei vielen Versicherten die Gültigkeit der Europäischen Krankenversichertenkarte (EKVK) auf der Rückseite der e-card abläuft. All jene Versicherten, deren EKVK im Jahr 2010 abläuft, erhalten damit rechtzeitig, spätestens jedoch 2 Wochen vor Ablauf der alten Karte automatisch eine neue e-card zugesandt.
Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird beim Mediziner durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.



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