Auswahl Channel mySV Auswahl Channel AKTUELL Auswahl Channel VORSORGE Auswahl Channel LEISTUNGEN Auswahl Channel SERVICE Auswahl Channel ÜBER UNS
Gesundes Altern als Chance und Herausforderung für die Gesellschaft

Unter dem Motto „Dem Potenzial Möglichkeiten geben“ diskutieren ExpertInnen und Entscheidungsträger die Möglichkeit, die Gesundheit der älteren Menschen zu fördern

Nr. 48 vom 10. Dezember 2009

Österreich wird älter. Das gibt Anlass zur Freude, ist aber auch Auslöser für Bedrohungsszenarien. Im Rahmen des Symposiums „Alter – Dem Potenzial Möglichkeiten geben“ werden unter Einbindung internationaler und nationaler ExpertInnen Möglichkeiten aufgezeigt, bisher ungenutzte Potenziale zu heben.
In den kommenden Jahren wird die österreichische Bevölkerung deutlich altern. Bevölkerungsprognosen gehen davon aus, dass bis 2035 die Zahl der über 60-Jährigen auf 2,7 bis 3 Millionen anwachsen wird. Demgegenüber wird die Gruppe der Menschen unter 60 deutlich schrumpfen. Der Anteil der Personen, die älter als 60 Jahre sind, wird in den kommenden Jahrzehnten von derzeit rund 22 Prozent auf bis zu 38 Prozent der Gesamtbevölkerung ansteigen.
Wie stark sich der demographische Wandel auf das Gesundheitssystem auswirken wird, ist noch ungewiss. Es zeigt sich aber, dass sich durch die steigende Lebenserwartung das Krankheitsspektrum der Gesellschaft verändert. Chronisch-degenerative Erkrankungen nehmen zu. Zwar gibt es in Österreich ein hervorragendes Krankenbehandlungssystem, eine vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger in Auftrag gegebene Studie zeigt jedoch, dass es im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention großen Aufholbedarf gibt. Ein bedeutender Zugewinn an gesunden Lebensjahren kann nicht durch ein Mehr an Krankenversorgung, sondern nur durch eine ausgeweitete Gesundheitsförderung und Prävention erzielt werden. „Die Sozialversicherung verstärkt ihr Engagement in der Gesundheitsförderung und Prävention. Wir haben unsere Prioritäten für 2009 bis 2013 festgeschrieben. Ein Schwerpunkt wird dabei die Förderung der Gesundheit älterer Menschen und die Gesundheit Pflegebedürftiger sein“, so Dr. Josef Probst, stellvertretender Generaldirektor im Hauptverband.
Zwar ist die Eigenverantwortung des Einzelnen, einen gesunden Lebensstil zu führen wichtig – Konzepte, die sich allerdings nur auf das Verhalten des Einzelnen beziehen, greifen zu kurz und sind wenig erfolgversprechend. Wirksame Strategien der Gesundheitsförderung setzen immer auch auf gesellschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen an, um es dem Einzelnen zu ermöglichen, gesund älter werden zu können. Die Entscheidung zum gesünderen Lebensstil muss die Einfachere sein. Zur Förderung der Gesundheit älterer Menschen braucht es daher sektorenübergreifende Zusammenarbeit und eine gemeinsame Strategie. Ältere Menschen müssen dort erreicht werden, wo sie leben. Die Förderung von gesunden Lebenswelten für ältere Menschen ist hierbei ein zentraler Ansatzpunkt.
Mag. Christoph Hörhan, Bereichsleiter des Fonds Gesundes Österreich weist darauf hin, dass „ältere Menschen sowohl Zielgruppe als auch Ressource der Gesundheitsförderung sind. Zum einen erwartet jene, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden ein stetig wachsender Lebensabschnitt, durch aktive Gesundheitsförderung sollen möglichst viele „gesunde Jahre“ darunter sein. Zum anderen tragen ältere Menschen viel zum sozialen Zusammenhalt bei, indem sie durch ihren Einsatz in der Familie oder in ehrenamtlichen Tätigkeiten wichtige gesellschaftliche Aufgaben übernehmen.“
Dr. Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes, verwies vehement auf die Chancen, die eine wachsende Zahl älterer Menschen den Gesellschaften bietet: „Wir müssen die Potenziale der gesunden, aktiven, produktiven älteren Menschen für unsere Gesellschaft nutzen und ihnen auch ein Recht auf aktive Mitbestimmung auf allen Ebenen garantieren.“
„Bisher gab es in Österreich nur vereinzelt Initiativen, die sich für die Gesundheitsförderung bei älteren Menschen einsetzten. Eine österreichweite Gesamtstrategie fehlt im Bereich der SeniorInnengesundheit. Nur gemeinsam und durch eine sektorenübergreifende Strategie kann es gelingen, die Gesundheit der älteren Menschen zu fördern“, so Dr. Probst abschließend.

Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird beim Arzt durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten bzw. einer Patientin und die Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.


Drucken