DRUCKEN

374 "Gesunde Gemeinden" in OÖ

beim "walken"Seit nunmehr 15 Jahren gibt es die Aktion "Gesunde Gemeinde". Schon 374 der 474 oberösterreichischen Gemeinden sind Teilnehmer am "Gesunde Gemeinde"-Programm der oberösterreichischen Landesregierung.

Dieses Programm wird von Gesundheitslandesrätin Dr. Silvia Stöger finanziell und von der Landessanitätsdirektion und dem PGA - Verein für prophylaktische Gesundheitsarbeit - mit Know-How unterstützt. Geboten werden Vorträge, Aktionstage, Kurse und Projekte zum Thema Gesundheit. Und die Bürgerinnen und Bürger nehmen diese Angebote gerne an. Jetzt wurde erstmals eine Evaluierung vorgenommen – mit positivem Befund.


Ziel einer "Gesunden Gemeinde" ist es, bestehende Gesundheitsaktivitäten zu fördern und gemeinsam Neues zu entwickeln. Damit Veranstaltungen ankommen, sollen sie durch die Bevölkerung selbst angeregt und umgesetzt werden. Die Kooperation und die gegenseitige Unterstützung der Akteure im Gesundheitsbereich ist ein weiteres wichtiges Ziel. Eine Gesunde Gemeinde lebt von engagierten Bürgern, die Ideen umsetzen wollen und sich in einem Arbeitskreis drei bis vier mal im Jahr treffen. Der Arbeitskreis agiert außerhalb des Gemeinderates. Unterstützung kommt von seiten der Gemeinde, beim Einberufen der Treffen und um Veranstaltungsideen publik zu machen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt arbeiten 84 Prozent der oberösterreichischen Gemeinden nachhaltig mit, in den Arbeitskreisen wird ehrenamtlich Arbeit im Wert von über
€ 500.000 geleistet. Die Hälfte aller Arbeitskreis trifft sich vierteljährlich, 55 Prozent der befragten Arbeitskreisleiterinnen geben an, bis zu zehn Stunden pro Monat für die Aktion tätig zu sein.

Die häufigsten Aktivitäten: Bewegung, Ernährung

Am häufigsten werden Aktivitäten zu den Themen Bewegung, Ernährung (je 98 Prozent der Aktivitäten) angeboten, gefolgt von Veranstaltungen zum Thema "Herz/Kreislauf" und Aktivitäten, die den Themen "Sucht" oder "Krebs" zugeordnet werden können. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der befragten Arbeitskreisleiterinnen geben an, dass durch die Aktion Dauereinrichtungen in ihren Gemeinden angeregt, aber nicht von ihr selbst durchgeführt werden. Dazu zählen Einrichtungen, die den Themen Bewegung und Ernährung zuzuordnen sind: Gymnastik, Nordic Walking, Turnen, Gesunde Schuljause, Aktivitäten für Senioren, Radfahren...

Nach Angaben der befragten Arbeitskreisleiterinnen wurden in 32 Prozent der Gemeinden aufgrund der Aktivitäten in Verbindung mit der Aktion Wanderwege geschaffen, in etwa einem Fünftel wurden Schulen mit gesundheitsfördernden Sitzmöbeln ausgestattet. In jeweils 16 Prozent der Gemeinden wurden Radwege oder Sportplätze angelegt.

Hervorragendes Ergebnis spornt an: 100 Prozent als Ziel!

"Die Ergebnisse der Evaluierung freuen uns natürlich sehr und wir wissen jetzt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", so Landesrätin Dr. Silvia Stöger. DDr. Hans Popper, Direktor der OÖGKK fügt hinzu: "Auch die praktischen Erfahrungen der OÖGKK mit der Gesunden Gemeinde waren immer sehr erfreulich. So konnten wir zum Beispiel mit der "Gesunden Gemeinde Micheldorf" erfolgreich ein Herz-Kreislauf-Projekt durchführen oder die Strukturierte Diabetesbetreuung mit einem Pilotprojekt starten." In Zukunft soll mehr das Thema "Qualität der Aktivitäten" im Mittelpunkt stehen: "Dazu werden wir gemeinsam mit der Ärztekammer OÖ und der Universität Linz ein Qualitätszertifikat entwickeln, das ab Herbst 2006 in 15 Pilotgemeinden zum Einsatz kommen wird. Dafür bekommen die Gemeinden eine finanzielle Unterstützung von 500 Euro."

Nach dem Jahresschwerpunkt 2006 "Ernährung" folgt 2007 "Seniorengesundheit", danach ist das Thema "Jugend" am Plan. Mit diesen thematischen Schwerpunkten sollen auch die Angebote an Vorträgen etc. laufend erweitert werden.

Ab April 2006 stehen in allen Bezirken Regionalbetreuer zur Verfügung, zudem soll es ab Herbst regionale Koordinations-Treffen zum Erfahrungsaustausch geben.

Die Themen der Zukunft: Herz-Kreislauf, Atemwege und 'Gesunde Schule'

Die Arbeitskreisleiterinnen sind auch diejenigen Personen, die Themen in den Gesunden Gemeinden mittragen werden, darum kommt ihnen bei der Themenfindung eine ungemein wichtige Rolle zu. 89 Prozent der Gesunden Gemeinden haben ein hohes Interesse am Gesundheitsziel "Reduktion von Herz-Kreislauferkrankungen", 86 Prozent sind an "Gesunder Schule", 68 Prozent an "Senkung der Atemwegserkrankungen" interessiert.

Wer arbeitet bei der 'Gesunden Gemeinde' mit?

In den "Gesunden Gemeinden" machen viele unterschiedliche Menschen mit, alle jedoch ehrenamtlich: Ärzte, Apotheker, Krankenschwestern, Hebammen, Masseure, Vertreter von Wohlfahrtseinrichtungen (Rotes Kreuz, Volkshilfe, Caritas), weiters Vertreter der verschiedenen im Ort aktiven Vereine und von Gewerbebetrieben, Vertreter von Bürgerinitiativen und auch einfach gesundheitsinteressierte Menschen.

Warum sollten viele Menschen mitmachen: Was war am Anfang die Idee?

"Gemeinsam Ideen umsetzen, schon bestehende Ideen in die Gesunde Gemeinde zu integrieren und damit offizielle Organisationsunterstützung erhalten", das war die tragende Idee der Vernetzung der Gesundheitsinitiativen in möglichst vielen der 474 oberösterreichischen Gemeinden. Vereine und private Veranstalter können ihr Programm koordinieren und sich gegenseitig unterstützen, die Gemeinde und die Landessanitätsdirektion unterstützen Sie bei der Planung, Umsetzung und auch finanziell.



Mag. Michael Schumm

April 2006


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020