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Entzündungen als Alarmzeichen: Grundsätzlich gut …

Grundsätzlich gut - Zellen 1Entzündung als ausgeklügeltes Alarmsystem des Körpers. Eine Entzündung ist ein Zeichen dafür, dass das Alarmsystem unseres Körpers auf dem Posten ist. Dringen etwa feindliche Bakterien oder Viren ein, setzt der Körper einen Entzündungsprozess in Gang. Dabei werden Abwehrkräfte mobilisiert, die die Eindringlinge aus dem Organismus entfernen. Ist diese Arbeit erfolgreich erledigt, ebbt die Entzündung wieder ab, und wir werden gesund.


Anders sieht es aus, wenn die Sache chronisch wird, wie das etwa bei Parodontose, der Zahnfleischentzündung, leicht passieren kann. Das stresst durch die Dauerbelastung unser Immunsystem. Die wichtigen Nothelfer, die Abwehrzellen, sind ständig im Einsatz und irgendwann einmal überfordert. So kann die an sich positive Wirkung einer Entzündung ins Gegenteil umschlagen und der Körper wird geschädigt. Professor Dr. Gunther Ladurner, Vorstand der Neurologischen Abteilung der Landesnervenklinik Salzburg, erklärt, dass sogar Herzinfarkt, Schlaganfall und Alzheimer mit chronischem Rheuma, Darm-, Zahn- oder anderen Entzündungen im Zusammenhang stehen können.

Entzündungen sind auch dann für den Körper schlecht, wenn sich diese Abwehrreaktion fälschlicherweise gegen die eigenen körperlichen Strukturen richtet, wenn also eine Autoimmunreaktion eintritt und der Körper sich selbst attackiert.

 

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Was hilft gegen eine Entzündung?

Die bekanntesten und weltweit erfolgreichsten Substanzen gegen Entzündungen durch Infektionen sind Antibiotika, bei chronischen Entzündungen wird Aspirin am häufigsten eingesetzt. Kleinere Verletzungen und Wunden kann man mit entzündungshemmenden Salben behandeln, die Wirkstoffe wie etwa Zinkoxid oder Ringelblume enthalten. Auch Kamillenextrakt hemmt Entzündungen (lindernd bei Husten und Schnupfen). Kältekompressen helfen gut bei akuten Fällen und werden gerne bei Gelenks- und Muskelverletzungen eingesetzt. Bei ernsthaften, akuten und vor allem chronischen Entzündungen sollte man unbedingt zum Arzt gehen! Bei Infektionen werden Antibiotika oder Antipilzmittel verschrieben. Ist keine Infektion feststellbar, werden meist Entzündungshemmer, etwa mit dem Wirkstoff Ibuprofen, gegeben. Wirken diese nicht ausreichend oder nicht rasch genug, kommen kortisonhaltige Entzündungshemmer zum Einsatz. Kortison ist ein körpereigenes Hormon und als Medikament der stärkste bekannte Entzündungshemmer. Bei Gefäßproblemen und Herzinfarkt-Gefahr helfen Statine. Diese Medikamente senken den Cholesterinspiegel und bremsen, wie man in letzter Zeit herausgefunden hat, auch chronische Entzündungen.

 

Dr. Regina Sailer
September 2008

Foto: deSign of Life, privat

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Kommentar

Entzündungen als Alarmzeichen: Grundsätzlich gut„Werden bei einer Blutuntersuchung Entzündungswerte gefunden, ist es wichtig ,nachzuschauen, was dahintersteckt. Chronische, lang andauernde Entzündungen können ein mitbeteiligter Faktor bei der Entstehung von Arteriosklerose, Schlaganfall oder Alzheimer sein. Akute Entzündungen wie etwa die des Blinddarms fördern diese Leiden aber nicht.“
Professor Dr. Gunther Ladurner
Vorstand der Neurologischen Abteilung der Landesnervenklinik Salzburg

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020