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Krebs-Information: Neue App

Krebs-Information: Neue App Die Österreichische Krebshilfe stellt eine kostenlose App für Android und iOS vor, die Interessierte mit gesicherten Informationen statt mit Google-Suchergebnissen versorgen soll. „Informierte Patienten und Angehörige sind wichtige Partner beim Leben mit Krebs“, so der Onkologe und Professor an der Medizinischen Universität Wien Christoph Zielinski.

Fehlinformationen im Internet verwirren Krebs-Patienten, im schlimmsten Fall würden manche sogar die Therapien der Ärzte verweigern, fürchten Mediziner. Eine Initiative rund um die Österreichische Krebshilfe hat deshalb mit „KrebsHILFE“ die erste deutschsprachige App erstellt, mit der sich Patienten über ihre Erkrankung informieren können, berichte die Austria Presse Agentur (APA).
Die App „KrebsHILFE“ ist eine praktische Hilfe für all jene, die Informationen über eine Krebserkrankung und Therapie suchen. Die App bietet umfangreiche Hilfestellungen und Tipps zu Themen wie u.a. Nebenwirkungen, Ernährung, Rehabilitation, Krebs und Beruf oder die Soforthilfe der Österreichischen Krebshilfe. In einer persönlichen Ecke kann der Krankheitsverlauf aufgezeichnet, krankheitsrelevante Ereignisse erfasst und wichtige Termine vermerkt und gemanagt werden.

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Aufklärung mit gesicherten Informationen

Ziel der App sei es, mit gesicherten Informationen aufzuklären, sagte der Präsident der Organisation, Paul Sevelda: „Rund 30.000 Patienten und Angehörige suchen jährlich Rat bei unseren 43 Beratungsstellen.“ Im besten Fall würden sie Ärzte fragen, immer öfter aber im Internet nach Informationen „googeln“. Dort könnten die Patienten aber auf gefährlichen Seiten landen, „wo Geschäftemacherei durch das Wecken falscher Hoffnungen im Vordergrund steht“, so Sevelda.
Auch Krebsspezialist Christoph Zielinski vom Wiener Comprehensive Cancer Center ortete einen großen Informationsbedarf auf Patientenseite. Das Programm, das auf Smartphones und Tablets von Apple und Android läuft, solle viele der offenen Fragen beantworten. „Informierte Patienten und Angehörige sind wichtige Partner beim Leben mit Krebs“, erklärte Zielinski.

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Ehrenamtliche Mitarbeit

An dem App-Inhalt haben führende heimische Mediziner ehrenamtlich mitgearbeitet, betont die KrebsHILFE. Die Kosten von 60.000 Euro seien aus Spenden finanziert worden, Sponsorengelder aus der Pharmabranche habe man abgelehnt. Unterstützt wird die App auch von der Initiative „Leben mit Krebs“.
Die App soll neben Infos über Erkrankung und Therapie auch praktische Tipps bieten. Die Patienten können in einem persönlichen Bereich, der sich mit einem Passwort schützen lässt, ihren Krankheitsverlauf aufzeichnen, Notizen machen, Termine eintragen oder Tagebuch führen. In persönlichen Checklisten können ausgewählte Tipps aus der App direkt abgespeichert und mit Terminen versehen werden. In einem individuellen Tagebuch kann der Verlauf der wichtigsten Nebenwirkungen Übelkeit, Müdigkeit, Schmerzen und die psychische Verfassung eingetragen werden und – auf Wunsch – direkt an den behandelnden Arzt gesendet werden. Ein eigener Bereich mit Entspannungsmusik rundet das Informations- und Serviceangebot ab.
Zum Start sind Informationen zu Brust-, Prostata- und Darmkrebs verfügbar. Bis Ende 2014 soll die App um neun weitere Krebsarten ergänzt werden.

Die App kann hier geladen werden.

Mag. Christian Boukal
Jänner 2014


Foto: KrebsHILFE.net

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015