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Pigmentstörungen: Flecken auf der Haut

Pigmentstörungen: Flecken auf der Haut In den meisten Fällen sind sie harmlos, können jedoch ein großes kosmetisches Problem darstellen. Die Rede ist von Pigmentflecken, deren Ursache nicht immer klar ist. Welche Behandlungsmöglichkeiten Erfolg versprechen, weiß Dr. Georg Klein von den Elisabethinen in Linz.

Wenn sich Farbe der Haut verändert und helle oder dunkle Flecken sichtbar werden, kann dies verschiedene Ursachen haben. „Unter Pigmentstörungen versteht man jede Änderung der natürlicherweise vorhandenen Pigmentausstattung eines Menschen. Es gibt verschiedene Pigmente, rote, blaue oder gelbe Blutfarbstoffe. Das braune Pigment ist das Melanin“, erklärt Univ. Doz. Dr. Georg Klein, Leiter der dermatologischen Abteilung im Krankenhaus der Elisabethinen in Linz.

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Zu viel oder zu wenig

Pigmentstörungen können sich in Form einer Hyperpigmentierung oder einer Hypopigmentierung der Haut bemerkbar machen. Bei der Hyperpigmentierung kommt es zur verstärkten Färbung der Haut. Ursache ist die vermehrte Bildung oder Ablagerung von Pigment. Es wird in den pigmentbildenden Zellen, den so genannten Melanozyten gebildet. Im Gegensatz dazu kommt es bei der Hypopigmentierung beziehungsweise Depigmentierung zur Verminderung oder zum Fehlen der normalen Hautpigmentierung. Darüber hinaus wird zwischen anlagebedingten und erworbenen Formen von Pigmentstörungen unterschieden.

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Häufige Ursache: Entzündungen

„Die häufigsten Arten der Hyperpigmentierung sind wahrscheinlich entzündliche, also postinflammatorische Prozesse, wodurch die Haut stärker pigmentiert sein kann als vorher. Durch die Entzündung treten Blutfarbstoffe aus und lagern sich in der Haut ein. Hellhäutige Menschen haben übrigens ein geringeres Risiko, durch Entzündungen eine Hyperpigmentierung zu bekommen. Am häufigsten betroffen sind dunkelhäutige vom Hauttyp vier bis sechs“, so der Dermatologe. Mediziner unterscheiden sechs verschiedene Hauttypen: Hauttyp eins bezeichnet sehr hellhäutige Personen mit rötlichen Haaren. Menschen mit dunkelbrauner bis schwarzer Hautfarbe hingegen haben Hauttyp sechs. Hauttyp vier liegt dazwischen: Deren Hautfarbe ist hell- oder dunkelbraun, die Farbe von Augen und Haaren ist ebenfalls dunkel.
Auch bei der Hypopigmentierung kann eine Entzündung für die Entstehung verantwortlich sein. Darüber hinaus, kann es durch den Kontakt mit Chemikalien oder extreme Kälte zur Verminderung oder zum völligen Verlust der Melanozyten kommen, was eine Depigmentierung zur Folge haben kann.

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Von der Weißfleckenkrankheit bis zum Albinismus

Häufigste Arten der anlagebdingten, erblichen Pigmentverminderung sind die Weißfleckenkrankheit – auch als Vitiligo bezeichnet – und der Albinismus.

  • Weißfleckenkrankheit: Es kommt zum Verlust der Melanozyten der Haut und Schleimhaut. Kennzeichnend sind weiße Flecken an der Haut, die langsam größer werden. Warum die Melanozyten zerstört werden, ist noch nicht eindeutig geklärt. Man vermutet jedoch, dass eine Autoimmunerkrankung – das Immunsystem richtet sich gegen körpereigene Strukturen – dafür verantwortlich ist.
  • Albinismus: Dabei handelt es sich um genetische Defekte der Melaninsynthese – die Melanozyten bilden ein schlechtes beziehungsweise falsches Pigment. Betroffene weisen eine weißblonde Kopf- und Körperbehaarung auf und haben eine hellrosafarbige Haut. Albinismus ist nicht heilbar.

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Pigmentstörung in der Schwangerschaft

Bei der genetisch bedingten Hyperpigmentierung ist die bei uns am häufigsten vorhandene Art das so genannte Melasma. Klein: „Dabei handelt es sich um eine hormonell bedingte Störung, die in der Schwangerschaft oder durch Einnahme von Hormonpräparate sowie durch östrogenbildende Tumoren auftreten kann. Pigmentbildende Zellen stehen unter einem gewissen Einfluss der weiblichen Sexualhormone. Warum genau sie durch Einwirkung von Östrogen mehr Pigment produzieren, ist derzeit noch unklar. Man vermutet, dass auch äußere Faktoren wie etwa die Sonnenbestrahlung oder subklinisch verlaufende Entzündungen eine Rolle spielen." Eine Besserung der Beschwerden könne laut Klein ein Wechsel der Pille bringen. Wichtig ist zudem, auf ausreichenden Sonnenschutz zu achten.

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Bleichcreme ja oder nein

Eine Pigmentstörung ist in den meisten Fällen harmlos. Viele Betroffene wünschen sich jedoch eine Therapie aufgrund der kosmetischen Beeinträchtigung. Doch was wirkt wirklich? „In einigen Fällen lässt sich eine Hyperpigmentierung gut mit Bleichcremes behandeln, wodurch die Flecken heller werden. Ganz verschwinden sie meiner Meinung nach jedoch nicht. Bleichcremes kann man auch öfter anwenden, da sie nicht 'gesundheitsschädlich' sind. Wenn sie das wären, dürfte man sie ja gar nicht anwenden; die Nebenwirkungen halten sich in Grenzen“, erklärt der Dermatologe. Mittlerweile gibt es zudem viele pflanzliche Präparate, die gute Ergebnisse liefern. „Allerdings gibt es derzeit noch keine absolut überzeugende Behandlungsmöglichkeit“, so Klein. Kommen Entzündungen als Ursache in Frage, sollte man abwarten, bis diese abheilen und die Pigmentstörung dadurch verschwindet – was mitunter einige Zeit dauern kann.

MMag. Birgit Koxeder

September 2011

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015