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Rezeptfreie Herz-Kreislauf-Mittel im Test

Tablettenglas mit bunten TablettenSo mancher setzt bei  der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf rezeptfreie Mittel - etwa mit Weißdorn, Knoblauch oder Mistelkraut. „Konsument“ hat 26 derartige Präparate auf ihre Wirksamkeit untersucht und stellt sämtlichen getesteten Mitteln kein gutes Zeugnis aus. Stattdessen rät das Testmagazin, sich bei Herz-Kreislauf-Problemen unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben und auf Selbstmedikation zu verzichten.


Etwa jeder Zweite stirbt an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu den Ursachen zählen beispielsweise ungesunder Lebenswandel und genetische Veranlagung. Das Krankheitsbild ist vielfältig — etwa Blutdruckschwankungen, Herzinfarkt oder Durchblutungsstörungen, so „Konsument“. Dementsprechend unklar ist dann auch, was konkret ein Arzneimittel leisten soll, das unter der Bezeichnung Herz-Kreislauf-Medikament in den Handel gebracht wird.

 

 

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„Wenig geeignet“

„Konsument“ hat 26 rezeptfrei erhältliche Mittel für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Tropfen, Kapseln und Tee – genauer unter die Lupe genommen. Dabei handelt es sich ausnahmslos um Medikamente, die aus Pflanzen gewonnen werden – so genannte Phytopharmaka. Das Ergebnis mahnt laut „Konsument“ zu Vorsicht: Sämtliche getesteten Präparate wurden als „wenig geeignet“ beurteilt. „In keinem Fall liegen seriöse  wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit vor. Die getesteten Medikamente sind entweder wirkungslos oder von sehr fraglicher Wirkung“, erläutert „Konsument“-Gesundheitsexperte Thomas Tobisch. „Mehr als ein Placeboeffekt ist kaum zu erwarten.“

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Selbstbehandlung unverantwortlich

Als mögliche Ursache für die häufige Nachfrage nach Phytopharmaka ortet Tobisch den Glauben der Patienten, sich mit der Einnahme von Mitteln auf pflanzlicher Basis etwas Gutes zu tun. „Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind aber ausschließlich durch den Arzt zu verschreibende Medikamente wirksam und empfehlenswert. Liegt eine derartige Erkrankung vor, ist eine Selbstbehandlung unverantwortlich“, warnt Tobisch.

 

Weitere Informationen zum Test gibt es im September-„Konsument“ sowie auf www.konsument.at.

 

Cornelia Schobesberger

September 2008


Foto: shutterstock

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020