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Obstruktives Schlafapnoesyndrom: Nächtliche Atemaussetzer

Obstruktives Schlafapnoesyndrom: Nächtliche AtemaussetzerLautes, unregelmäßiges Schnarchen, wiederholtes, nächtliches Aufwachen und eine große Müdigkeit tagsüber: Diese Symptome sind kennzeichnend für das obstruktive Schlafapnoe-syndrom. Unbehandelt kann die Schlafstörung, bei der es zur Verlegung der oberen Atemwege kommt, zu schweren gesundheitlichen Schäden führen, erklärt Dr. Andreas Temmel von der Medizinischen Universität Wien.

„Das obstruktive Schlafapnoesyndrom stellt eine Form der Schlafstörung dar, bei der es zu einer Obstruktion, also einer Verlegung, des oberen Atemweges kommt. Der Übergang vom einfachen Schnarchen zum obstruktiven Schlafapnoesyndrom ist fließend“, erklärt Universitätsprofessor Dr. Andreas Temmel von der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten der Medizinischen Universität Wien. Das griechische Wort „apnoe“ bedeutet „ohne Atem“ und ist kennzeichnend für die Atemaussetzer, die beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom auftreten können.

Die Einengung der Atemwege kann verschiedene Ursachen haben: Sie kann anatomisch bedingt sein, aber auch andere Erkrankungen wie Asthma oder ein Zwerchfellhochstand, der vor allem bei Übergewicht (Adipositas) auftritt, können dafür verantwortlich sein, dass die Menge an „angesaugter Luft" zu gering ist.

Vielfältige Symptome: von Durchschlafstörungen bis zum Tinnitus

Das obstruktive Schlafapnoesyndrom – kurz als OSAS bezeichnet – verursacht sehr unterschiedliche Symptome. Am häufigsten treten Durchschlafstörungen auf. Betroffene wachen immer wieder auf, weil – bedingt durch die nächtlichen Atempausen – der Sauerstoffwert im Blut sinkt und der Kohlenstoffdioxidgehalt steigt. Die Schlafunterbrechungen führen dazu, dass die Erholungsfunktion des Schlafes gestört ist. Betroffene leiden unter einer starken Tagesmüdigkeit bzw. haben eine erhöhte Einschlafneigung tagsüber.

Morgendlicher Kopfschmerz

Menschen mit OSAS schnarchen oft auch sehr laut und unregelmäßig und leiden unter morgendlichen Kopfschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen oder Potenzstörungen. „Spätestens wenn Komplikationen wie Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Herzinfarkte oder Schlaganfälle, Stress-Erkrankungen wie Magengeschwür, Tinnitus und Hörsturz, Diabetes mellitus Typ 2 und Migräneanfälle auftreten, sollte man an das obstruktive Schlafapnoesyndrom denken. Es gilt auch zu beachten, dass in jüngeren Jahren die Kompensation besser ist und daher die Symptome meist nicht so stark ausgeprägt sind“, weiß der Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.

Therapie mit einem Beatmungsgerät

Die Behandlung hängt wesentlich von der Ursache des OSAS ab. Dr. Andreas Temmel: „So liegt bei dem einen Patienten die Reduktion der Adipositas zur Senkung des Zwerchfellhochstandes im Vordergrund, beim anderen die optimierte Lungentherapie. Auch kann die Beseitigung der Engstellen im HNO-Bereich notwendig sein. Goldstandard ist aber die CPAP (continuous positive airway pressure), also die Therapie mit einem Beatmungsgerät, das in der Nacht getragen wird.“ Eine Behandlung ist auch bei Patienten, die wenig Symptome zeigen, besonders wichtig, um Landzeitschäden zu vermeiden. Denn Menschen, die unter dem obstruktiven Schlafapnoesyndrom leiden, haben ein erhöhtes Risiko für Herz- oder Hirninfarkte.

MMag. Birgit Koxeder
Juni 2011


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020