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"Weißer Hautkrebs": Unterschätzte Gefahr

Unterschätzte Gefahr - Weißer Hautkrebs - Hand mit SkalpellWenn man von Hautkrebs spricht, hat man in der Regel den so genannten „schwarzen“ Hautkrebs (Melanom) vor Augen. Der „weiße" oder „helle“ Hautkrebs dagegen ist wenig bekannt. 

Seit Jahren warnen Dermatologen und Krebshilfe vor zu viel Sonnenlicht als Ursache für Hautkrebs. Trotz aller Aufklärungs- und Sensibilisierungsbemühungen ist Hautkrebs weiter im Vormarsch.Während beim „schwarzen" Hautkrebs viele Aufklärungsaktivitäten gesetzt werden, sind die Gefahren des „weißen“ Hautkrebs wenig bekannt.

 

 

Weißer Hautkrebs im Vormarsch

Beide Krebsarten sind stetig im Vormarsch, die Zahlen der Neuerkrankungen bei den Nicht-Melanom-Hautkarzinomen („weißer“ Hautkrebs) steigen jedoch besorgniserregend stark an. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung ist mit weiteren Zunahmen zu rechnen, da vor allem ältere Menschen betroffen sind. „Man schätzt, dass bei jedem zweiten Patienten über 70 Jahre eine Form des weißen Hautkrebses auftritt“, sagt OA Dr. Werner Saxinger, Facharzt für Dermatologie und Angiologie am Klinikum Wels-Grieskirchen. Zum weißen Hautkrebs zählen Basaliom, Plattenepithelcarcinom und aktinische Keratosen.

Basaliom

Das besondere am Basaliom ist, dass es ohne Rücksicht auf Organgrenzen immer weiter wächst, wenn es nicht behandelt wird. Es bildet aber keine Ableger (Tochtergeschwülste). Deshalb wird das Basaliom auch manchmal als semimaligne bezeichnet, das bedeutet „halbbösartig". Er manifestiert sich als hautfarbener oder rötlich-brauner Knoten.

Aktinischen Keratosen

Besonders verbreitet sind die „Aktinischen Keratosen". Diese machen sich durch hautfarbene bis rötliche, raue Flecken und schuppige Hauterhebungen bemerkbar oder sie sind weißlich. „Die aktinische Keratosen geben dem „weißen“ Hautkrebs auch seinen Namen, weil sie oft wie weißliche Kalkspritzer auf der Haut aussehen“, so Saxinger. Vielen Betroffenen ist nicht bewusst, dass es sich nicht nur um eine Alterserscheinung der Haut, sondern um ein Frühstadium von Hautkrebs handelt.

Plattenenpithelcarcinom

Dieser Krebs ist die zweithäufigste Form des Hautkrebs. Betroffen sind meist Menschen in höherem Alter. Er hat langsam entstehende Vorstadien. Er entsteht meist auf durch Sonne vorgeschädigter Haut, sehr oft im Gesicht.

Vorsorge

Alle Hautkrebsformen, auch die aktinischen Keratosen, müssen unbedingt behandelt werden. „Wir empfehlen eine jährliche Kontrolle beim Dermatologen, denn es gilt: Früherkennung ist gleich Heilung“, sagt Saxinger. Sind schon einmal bösartige Veränderungen aufgetreten, sollte man sich sogar mehrmals im Jahr untersuchen lassen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Die Österreicher, vor allem die Männer, sind nach wie vor Vorsorgemuffel. Laut einer Studie der oberösterreichischen Ärztekammer waren 60 Prozent der Erwachsenen noch nie bei einer Hautvorsorge-Untersuchung.

Risikofaktoren

  • Helle Haut-, Haar- und Augenfarbe sowie Neigung zu Sonnenbrand
  • Frühere schwere Sonnenbrände in der Kindheit oder Jugend
  • Häufige Bestrahlung im Solarium
  • Frühere schwere Sonnenbrände in der Kindheit oder Jugend
  • Zahlreiche Sommersprossen
  • Mehr als 50 Muttermale
  • Muttermale mit einem Durchmesser über 5 mm
  • Muttermale unterschiedlicher Form, Größe oder Farbe

Symptome

  • Anfangsstadium: Hautfarbenes, transparentes glänzendes Knötchen, mit Äderchen durchzogen.
  • Vorwiegend am Gesicht, Ohren, sehr selten am Rumpf zu finden.
  • Fortgesetztes Stadium: Der Tumor wächst nach innen, sieht geschwürig aus.
  • Die Stellen sind oft blutverkrustet und heilen schlecht. Ekzemähnliche gerötete Schuppenstellen entstehen.

Diagnose

  • Augenschein und Beurteilung durch den Spezialisten (Dermatologen)
  • Probeentnahme von Gewebe

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Hautkrebs kann auf verschiedenen Arten erfolgen: Neben der vollständigen chirurgischen Entfernung kann bei oberflächlichen oder inoperablen knotigen Basaliomen eine immunstimulierende Cremetherapie eingesetzt werden. Die Salbe wird vom Patienten selbst lokal aufgetragen und aktiviert das körpereigene Immunsystem der Haut. Die Tumorzellen werden gezielt und schmerzfrei angegriffen.

 

Eine andere Möglichkeit ist die sogenannte photodynamische Therapie, bei der eine Kombination aus Salbe und Bestrahlung zum Einsatz kommt.

 

Weitere Möglichkeiten sind die Kältetherapie mit flüssigem Stickstoff und eine Lasertherapie. „Die individuell beste Therapie entscheidet der Hautfacharzt abhängig von Befund, Größe und Lokalisation“, sagt Saxinger.

Mögliche Komplikationen

Wenn der Tumor im gesunden Gewebe entfernt werden konnte, ist die Prognose sehr gut, das heißt, die Erkrankung ist ausgeheilt. Dennoch muss damit gerechnet werden, dass es zu einem erneuten Wachstum eines Tumors an der selben oder an anderen Stellen. In ganz seltenen Fällen verursacht der Tumor Ableger (Metastasen) in andere Organe. „Der weiße Hautkrebs ist zwar bösartig, aber meist nur ein lokales Problem, da er bis auf große Plattenepithelcarcinome nicht metastasiert, aber lokal alle Strukturen zerstören kann“ sagt Saxinger.

Präventionsmaßnahmen

  • Schatten ist der beste Schutz vor intensiver Sonnenbestrahlung.
  • Schutz der Haut durch Kleidung und Sonnenschutzmilch
  • Bei Verdacht sofortige Abklärung durch den Spezialisten (Dermatologen) und regelmäßige Kontrollen 


Dr. Thomas Hartl

August 2008


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020