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Milchzucker

Wenn der Milchzucker nicht vertragen wird - Glas MilchWenn der Milchzucker nicht vertragen wird: Blähungen, Durchfall oder starke Darmkrämpfe, das sind nur einige Symptome, die bei Menschen, die von einer Milchzuckerunverträglichkeit – der Laktoseintoleranz – betroffen sind, auftreten können.


Milchzucker (Laktose) ist ein Bestandteil der Milch. „Er wird bei den meisten Menschen im Dünndarm normalerweise durch das Enzym Laktase gespalten und gelangt so nicht in seiner ursprünglichen Form in den Dickdarm“, erklärt Sabine Auberger von der oberösterreichischen Selbsthilfegruppe „Lamile“. Bei Personen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit arbeitet dieses Enzym nicht in ausreichender Menge oder überhaupt nicht. Der Milchzucker gelangt „unverarbeitet“ in den Dickdarm.

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Drei Arten von Laktasemangel

  1. Der „primäre“ Laktasemangel beruht auf einem angeborenen Enzymdefekt. „Dieser ist sehr selten und tritt bereits beim Säugling auf“, berichtet Auberger.
  2. Der vorübergehende „sekundäre“ Laktasemangel kann als Begleiterkrankung bei Krankheiten des Dünndarms wie Zöliakie, Morbus Crohn oder nach Einnahme etwa von Antibiotika auftreten. „Die Laktoseintoleranz kann sich jedoch zurückbilden, wenn die Grundkrankheit erfolgreich behandelt wird“, betont Auberger.
  3. Bei einem „erworbenen Laktasemangel“ ist die Ursache weitgehend unbekannt. „Von den drei verschiedenen Arten des Laktasemangels ist dieser jener, der die meisten Menschen betrifft“, so die Expertin. Dabei ist die Laktase-Aktivität in der Dünndarmschleimhaut so niedrig, dass Milch oder milchzuckerhaltige Lebensmittel – bereits in kleinsten Mengen – Beschwerden auslösen können.

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Psychische Anzeichen

„Eine Laktoseintoleranz kann auch Ursache für psychische Probleme sein“, berichtet Auberger. Bei Kinder etwa zählen Hyperaktivität, Lern- oder Konzentrationsschwäche und Aggressivität zu den Symptomen, bei Erwachsenen etwa Depressionen oder Motivationsmangel.

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Maßnahmen

Grundsätzlich sollte bei einer Laktoseintoleranz auf Produkte verzichtet werden, in denen Milchzucker verarbeitet ist. „Das ist allerdings sehr schwer. Milchzucker findet sich in sehr vielen Produkten, so etwa auch in einem Suppenwürfel. Zudem findet man in fast allen Fertigprodukten, in manchen Waschmitteln oder Zahnpasten Laktose. Hier empfiehlt es sich auf jeden Fall das Kleingedruckte zu lesen“, erklärt Auberger. „Zwar gibt es einige Präparate, die man vor einer laktosehältigen Mahlzeit einnehmen kann. Doch muss man diese jedes Mal neu einnehmen und sie helfen nicht hundertprozentig.“


Cornelia Schobesberger

Oktober 2006


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020