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Fettleber

FettleberDie Leber ist das zentrale Organ des Stoffwechsels und die größte Drüse des Körpers. Ihre Aufgabe ist unter anderem die Steuerung des Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsels. Darüber hinaus speichert sie auch Glukose und Fett in ihren Zellen. Wird dem Körper mehr Fett zugeführt als verbraucht, kann die Leber verfetten. Der Mediziner spricht dann passenderweise von „Fettleber“ oder Steatosis hepatis.

Bei einer Fettleber werden Fette in die Leberzellen eingelagert. Weist ein Drittel der Leberzellen Fetteinlagerungen auf, spricht der Mediziner von einer leichten Fettleber, bei zwei Drittel von einer mäßigen, bei mehr als zwei Drittel von einer starken Fettleber.

Typischerweise spricht der Hausarzt bei Diagnose einer Fettleber von „Wohlstandsleber“. Ursachen für die Verfettung der Leber sind nämlich zu üppige Nahrung bei Bewegungsmangel und/oder zu hohem Alkoholkonsum. Deswegen wird die Fettleber in unseren Breiten sehr oft diagnostiziert. Auch durch gewisse Medikamente oder eine Mangelernährung (Eiweiß) sowie bestimmte Stoffwechselerkrankungen (Diabetes) kann eine Fettleber entstehen.

Eine leichte Fettleber ist zwar noch nicht krankheitswertig, liefert aber Hinweise auf entstehende Stoffwechselkrankheiten wie wiederum Diabetes oder das metabolische Syndrom – mit koronarer Herzerkrankung als möglicher Folge.

Nachgewiesen wird eine Fettleber in den meisten Fällen durch bestimmte Laborwerte und eine Ultraschalluntersuchung. Beschwerden reichen von einem leichten Druckgefühl bis hin zu starken Schmerzen im rechten Oberbauch.

Eine spezifische medikamentöse Behandlung ist nicht nötig. Eine Umstellung der Lebensweise reicht zur Heilung aus. Gewichtsreduktion, stark eingeschränkte Aufnahme tierischer Fette und Alkoholabstinenz beugen auch zusätzlich auftretender Leberschädigung – wie etwa einer Fettleberentzündung oder einer Leberzirrhose – vor.

Ursachen

Wird im Körper mehr Fett produziert als abgebaut oder aus der Leber abtransportiert wird, lagern sich die Fette in den Leberzellen ein. Der genaue Mechanismus ist noch nicht abschließend geklärt. Jedenfalls kann Alkohol zum Beispiel die Membranen der Leberzellen schädigen. In der Folge ist der Fettstoffwechsel gestört und die Sekretion von Fetten aus der Zelle wird behindert.

Symptome

Die Symptome der Erkrankung hängen vom Grad der Verfettung ab. Oft bleibt die Fettleber ohne Symptom oder äußert sich nur durch ein Druck- oder Völlegefühl im rechten Oberbauch. Bei stärkerer Ausprägung nehmen die Schmerzen an dieser Stelle zu, die Leber ist dann gut durch die Bauchwand tastbar.

Bei einer Laboruntersuchung zeigen sich bestimmte Leberwerte erhöht. Die Fettleber wird durch eine Sonographie (Ultraschall) bestätigt. Allerdings lassen sich Ursachen der Fettleber durch das Ultraschallbild nicht festmachen.

Therapie

Eine gezielte medikamentöse Therapie der Fettleber gibt es nicht. Ist die Erkrankung alkoholbedingt, besteht die einzige wirksame Therapie in starker oder völliger Alkoholkarenz. Die ernährungsbedingte Fettleber lässt sich nur heilen, wenn das Körpergewicht durch die Umstellung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten reduziert wird. Es führt also kein Weg am Sportstudio oder an den Walking-Stöcken vorbei.

Wurde die Leberverfettung durch Diabetes hervorgerufen, lässt sich die Erkrankung rückbilden oder vollständig heilen, wenn der Blutzuckerwert gut eingestellt wird.

Prognosen

Die Prognosen der Krankheit sind abhängig von den Ursachen. Bei Übergewicht oder Diabetes kommt es in der Regel nicht soweit, dass sich eine Leberzirrhose bildet. Wird das Körpergewicht drastisch reduziert und die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten nachhaltig umgestellt, lassen sich die Fetteinlagerungen aufhalten und sogar rückgängig machen.

Auch eine leichte, alkoholbedingte Fettleber kann behoben werden – allerdings nur um den Preis einer totalen Alkoholkarenz. Wird diese Verhaltensregel nicht beachtet, wird die Leber durch entzündliche Prozesse zirrhotisch und unwiderruflich geschädigt – mit allen lebensbedrohlichen Konsequenzen.

Mag. Christian Boukal
Mai 2012


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020