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Legionellen: Gefährliche Tröpfchen

Legionellen: Gefährliche TröpfchenLegionellen lieben Wasser zwischen 25 und 50 Grad Celsius. Mehr als 25 Jahre ist es her, als sich Veteranen der „American Legion“ in einem großen Hotel in Philadelphia trafen und mehr als 200 von ihnen an einer schweren Lungenentzündung erkrankten. Das erste Auftreten der später so genannten Legionärskrankheit forderte 34 Todesopfer. Die Legionellen-Bakterien können überall zum Problem werden, wo Wasser versprüht wird.

Immer wieder lassen spektakuläre Ausbrüche der Legionärskrankheit aufhorchen. Bei einer Epidemie in der südspanischen Stadt Murcia gab es 2001 mehr als 800 Infizierte. 1999 erkrankten mehr als 200 Besucher einer Blumenschau nördlich von Amsterdam an der Legionellose, 28 von ihnen überlebten die schwere Lungenentzündung nicht. Sie waren dort an einem Springbrunnen vorbeigegangen und hatten die Legionellen – in feinen Tröpfchen versprüht – eingeatmet.

Bisher konnten von den diesen Bakterien 48 Arten festgestellt werden. Sie alle leben im Süßwasser und lieben es warm. Bei Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius vermehren sie sich am rasantesten. Ideale Bedingungen finden Legionellen zudem an mit Wasser benetzten Oberflächen, etwa in Rohren, Armaturen und Klimaanlagen. In einer gewissen Anzahl gibt es Legionellen praktisch in allen Wasserleitungen, vor allem in den Warmwassersystemen. Das ist unbedenklich, solange kein Sprühnebel erzeugt wird, der eingeatmet werden und so die Legionellen in die Lunge transportieren kann.

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Schwache Immunabwehr als Legionellen-Risiko

Die eine Voraussetzung für das Auftreten der Legionärskrankheit ist ein Sprühnebel von Wasser, das von Legionellen besiedelt ist. Andererseits hat sich auch gezeigt, dass in den meisten Fällen Menschen von der Krankheit betroffen waren, deren Immunabwehr zuvor schon geschwächt war. Dazu gehören etwa Patienten nach schweren Operationen genauso wie ältere Menschen. Ein Risikofaktor ist auch dauerhafter starker Alkohol- oder Nikotinmissbrauch, weil auch dadurch das Immunsystem geschwächt wird. In Österreich erkranken pro Jahr rund 800 Menschen an der Legionärskrankheit.

Die Legionellose beginnt zwei bis zehn Tage nach der Infektion mit Glieder- und Kopfschmerzen sowie Reizhusten. Innerhalb weniger Stunden kommt es zu starken Schmerzen im Bereich des Brustkorbes, Schüttelfrost und Fieber bis über 40 Grad Celsius. Die Legionellose ist eine schwere Lungenentzündung. Es besteht absolute Lebensgefahr. Mit Antibiotika lässt sich die Krankheit aber in den Griff bekommen.

Im privaten Bereich kann man einiges unternehmen, um sich vor einer Legionellen-Infektion zu schützen. Geräte, die wässrigen Nebel erzeugen, wie etwa Inhalatoren, Luftbefeuchter oder Mundduschen, sollten regelmäßig gereinigt, getrocknet und nur mit vorher abgekochtem Wasser betrieben werden. Wer ein Verkalken der Brauseköpfe verhindert, hat eine weitere mögliche Gefährdungsquelle ausgeschaltet, weil verkalkte Brauseköpfe einen feinen Sprühstrahl erzeugen können. Außerdem ist bekannt, dass sich Legionellen auf Kalkablagerungen sehr wohl fühlen. Wenn man darauf achtet, dass in Warmwasseranlagen die Temperatur gleichmäßig hoch ist, kann man dem Legionellen-Risiko ebenfalls vorbeugen. Bei Temperaturen über 60 Grad Celsius sterben die Legionellen ab. Zur Vorsicht sollten „stehende“ Leitungen von Zeit zu Zeit durchgespült werden.
Die Legionellen werden nur dann gefährlich, wenn sie gemeinsam mit einem feinen Sprühnebel eingeatmet werden. Deshalb sollte man darauf achten, dass man solche Sprühnebel möglichst vermeidet. Mit hohen Temperaturen in den Warmwassersystemen kann man ebenfalls einer Legionellen-Infektion vorbeugen.

Heinz Macher
Februar 2013

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020