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Sodbrennen macht sauer

sodbrennen - Frau hält sich den MagenGerade zu den Feiertagen kommt Besonderes auf den Tisch: Egal ob Weihnachtsgans, Karpfen oder Truthahn, die Familienfeiern laden zum Schlemmen ein. Die Portionen sind größer und die Zubereitung der Mahlzeiten ist deftiger. Wenn sich nach dem Essen dann ein brennendes Gefühl in der Speiseröhre breit macht, spricht man vom Sodbrennen.

Geschätzte zehn bis 15 Prozent der Österreicher leiden regelmäßig unter Sodbrennen. Darunter versteht der Mediziner, dass der Magen zu viel an Magensäure produziert, die dann die Speiseröhre hochsteigt.

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Keine Krankheit sondern ein Symptom

Ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein ist das Symptom der „gastroösophagen Refluxkrankheit“ (Speiseröhren-Rückflusskrankheit).

Oft beginnen die Beschwerden mit einem „flauen Gefühl im Magen“. Wenn dann noch saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt, verursacht das das typische Brennen in Magen und Speiseröhre. Oft können Infektionen der oberen Luftwege begleitend auftreten.

„Ein geringfügiger Rückstrom von Magensaft in die Speiseröhre ist normal. Kommt es zu einem verlängerten und verstärkten Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre, spricht man von gastroösophagealer Refluxkrankheit“, so Univ.-Doz. Prim. Dr. Roman Rieger von der Chirurgischen Abteilung am LKH Gmunden.

Wenn die Beschwerden über viele Jahre bestehen, kann es zu einer chronischen Speiseröhrenentzündung kommen. Daraus kann sich unter Umständen ein Speiseröhrenkrebs entwickeln. Der Mediziner rät deshalb bei sich wiederholenden Beschwerden zur Untersuchung bei einem Facharzt.

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Ursachen

„Die Ursachen der gastroösophagealen Refluxkrankheit sind komplex, im Wesentlichen liegen sie in einer gestörten Schließmuskelfunktion zwischen Speiseröhre und Mageneingang“, erklärt Rieger. „Durch die Fehlfunktion des Schließmuskels, der so genannten Reflux-Barriere, kann eine Mischung aus Nahrung, der Magensäure Pepsin und Gallenflüssigkeit in die Speiseröhre zurückfließen, was die typischen Symptome des Sodbrennens hervorruft. Die Beschwerden treten häufig auf, wenn der Patient bzw. die Patientin auf dem Rücken liegt.“

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Therapie

In vielen Fällen kann schon eine Umstellung der Ernährung die Symptome lindern. Besonders fette Speisen, Schokolade, scharfe Gewürze, Kaffee, Alkohol und Nikotin sollten gemieden werden. Auf größere Mahlzeiten vor dem Zu-Bett-Gehen sollte tunlichst verzichtet werden. Ergänzend können Medikamente eingesetzt werden, die die Magensäureproduktion hemmen und die Peristaltik (Fortbewegung des Magen-Darminhalts) der Speiseröhre und des Magens fördern.

Führen diese Mittel nicht zum Ziel und sind sogar Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut zu beobachten, ist ein chirurgischer Eingriff in Erwägung zu ziehen.

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Operativer Eingriff

Dazu kommen minimal invasive Eingriffe zum Einsatz – die sogenannte Schlüsselloch-Chirurgie. Rieger fasst die Vorteile zusammen: „Geringere Schmerzen nach der Operation, schnellere Mobilisierbarkeit, kleinere Narben, die frühere Wiederaufnahme körperlicher Aktivität und ein kürzerer Krankenhausaufenthalt von rund vier bis fünf Tagen.“ Voraussetzung für diese Operation ist eine große Erfahrung des Chirurgen mit dieser Methode und selbstverständlich eine genaue Untersuchung des Patienten. Dazu wird die Speiseröhre und der Magen durch eine Spiegelung genau untersucht und die Magensäurekonzentration über 24 Stunden gemessen.

Die Operation zielt auf eine verbesserte Schließfunktion des unteren Speiseröhrenendes ab.

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Zivilisationskrankheit

„Sodbrennen ist im wesentlichen ein Zivilisationsproblem“, bringt es Rieger auf den Punkt. „Vor allem Übergewicht, Stress und ungünstige Ernährung sind Faktoren für Sodbrennen. Eine Kombination aus gesünderem Lebenswandel und medizinischer Hilfe kann Abhilfe schaffen. Wichtig ist, die Anzeichen ernst zu nehmen, um einem möglichen Krebsrisiko keine Chance zu bieten.“


Mag. Christian Boukal

Jänner 2007


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020