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Sinusitis: Teufelskreis Schnupfen

Sinusitis: Teufelskreis Schnupfen Sind die Nasennebenhöhlen entzündet – was in der kalten Jahreszeit besonders oft vorkommt –, kann das zu unangenehmen Beschwerden wie Schmerzen im Bereich der betroffenen Höhle führen, die sich meistens beim Bücken oder bei Erschütterungen verschlechtern. Wie man die akute Infektion am besten behandelt, erklärt Dr. Christian Tejkl.

Meist beginnt es mit einem Infekt in der Nase, dem „Schnupfen“, von dem wahrscheinlich schon jeder einmal betroffen war. Greifen Viren oder Bakterien auch auf die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen über, können sich diese ebenfalls entzünden und eine Sinusitis entsteht. Bei den vier Nasennebenhöhlen (Kiefer-, Keilbein-, Stirnbein- und Siebbeinhöhle) handelt es sich um Hohlräume im Schädelknochen. „Sie sind beidseits um die Nasenhaupthöhlen angeordnet und stehen mit diesen über sogenannte ‚Ostien‘ in Verbindung“, hält Prim. Dr. Christian Tejkl, Leiter der Abteilung für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten am Landeskrankenhaus Vöcklabruck, fest.

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Begleit- und „echte“ Sinusitis

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer sogenannten „Begleitsinusitis“, die prinzipiell bei jedem Schnupfen und zumeist ohne klinische Zeichen auftritt, und der „echten Sinusitis“. „Diese tritt insbesondere dann auf, wenn es zusätzlich, beispielsweise durch eine Nasenscheidewandverkrümmung, Veränderungen der Nasenmuscheln oder auch durch allergische Prozesse der Nase, zu einer Verlegung des ‚Ostiums‘, einer Nasennebenhöhle, kommt. Damit ist die erforderliche Belüftung und Selbstreinigung der betroffenen Nasennebenhöhle beeinträchtigt. Insbesondere das Sekret, welches dann aus der betroffenen Nasenebenhöhle nicht mehr ausreichend abfließen kann, stellt einen guten Nährboden für Mikroben dar“, erklärt der Mediziner und ergänzt: „Bei diesen sogenannten ‚echten oder eigenständigen‘ Sinusitiden bei Erwachsenen tritt die Entzündung der Kieferhöhle am häufigsten, jene der Siebbeinhöhle am zweithäufigsten auf; bei Kindern ist es genau umgekehrt. Die Keilbeinhöhle hingegen ist am seltensten betroffen. Eine Entzündung in diesem Bereich bereitet jedoch oft die größten Probleme“, sagt der Mediziner.

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Schmerzen beim Bücken

Wie äußert sich die Entzündung der Nasennebenhöhlen? Ganz typisch für eine Sinusitis sind Klopf- bzw. Druckschmerzen über der entzündeten Nasennebenhöhle. Beim Bücken, aber auch bei Erschütterungen, verstärken sich die Beschwerden meistens. Bei einigen Betroffenen ist, bedingt durch den ursächlichen Schnupfen, auch der Geruchssinn beeinträchtigt. Es kann aber auch zu Fieber, Husten und einem erheblichen allgemeinen Krankheitsgefühl kommen.

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Was dagegen hilft

Von den Beschwerden zur Therapie: Bei einer akuten Entzündung helfen abschwellende Medikamente wie Nasentropfen oder -sprays. Sie sollen allerdings nicht länger als etwa zehn Tage eingenommen werden, da es bei diesen Medikamenten einen sogenannten „Gewöhnungseffekt“ gibt und sie dann an Wirksamkeit verlieren. Auch kann die Einnahme von abschwellenden und entzündungshemmenden Medikamenten in Tablettenform angezeigt sein. „Zudem helfen unter Umständen Zink-Präparate. Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von großer Bedeutung“, sagt Tejkl. In den meisten Fällen heilt die Entzündung dann von selbst ab. In Einzelfällen können aber auch die Einnahme von Antibiotika oder ein operativer Eingriff notwendig werden. Zur Therapie ergänzt der Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten: „Von intensiven Wärmebehandlungen nimmt man heute Abstand, weil die Schleimhäute dabei zusätzlich anschwellen. Mittlerweile rät man eher zu Kältebehandlungen.“

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Nur vorsichtig schnäuzen

Am besten ist es aber, die eigene Infektion – soweit wie möglich – zu vermeiden. Dabei sollte man einen zu nahen Kontakt zu bereits an einem Infekt der oberen Atemwege erkrankten Menschen meiden. Wichtig ist ebenfalls, sich regelmäßig die Hände zu waschen, um sich vor einer Ansteckung über diesen Weg zu schützen. Denn: Bakterien oder Viren gelangen auch von den Händen durch Berührungen des Gesichts leicht auf die Schleimhäute von Mund, Augen oder Nase. Vorsicht ist darüber hinaus beim Naseputzen geboten. Tejkl dazu: „Das Schnäuzen ist keine Idealsituation für die Nase, weil ich dabei durch den Überdruck zusätzliche Erreger in die Nasennebenhöhlen einblasen kann. Wenn, dann sollte man dabei vorsichtig vorgehen.“

MMag. Birgit Koxeder
Februar 2013


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015