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Drei-Tage-Fieber: Meist harmlos

Meist harmlos Nach überstandenem Drei-Tage-Fieber besteht eine lebenslange Immunität. Plötzlich hohes Fieber, danach der Ausschlag – viele Eltern kennen diese Symptome und wissen auch: Es handelt sich um das sogenannte Drei-Tage-Fieber, das hauptsächlich Kinder bis zum zweiten Lebensjahr erwischt und in der Regel gutartig verläuft. Was dennoch dagegen gemacht werden kann und warum es doch manchmal nötig, den Arzt zu rufen...


Der Kopf des Kindes glühend heiß, das Thermometer zeigt 40 Grad.  Die Eltern wissen nicht recht, was ihr einjähriges Mädchen hat. Könnten sie drei (oder mehr Tage) in die Zukunft schauen, würden sie wissen: Sophie hat das Drei-Tage-Fieber. „Das Drei-Tage-Fieber ist eine ansteckende Erkrankung und wird durch zwei verschiedene Typen des humanen Herpes-Virus verursacht“, erklärt Primar Andreas Lischka, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde des Wilhelminenspitals an der Kinderklinik Glanzing. Exanthema subitum oder Roseola infantum heißt das Drei-Tage-Fieber in der medizinischen Fachsprache. Es ist eine typische Kinderkrankheit und betrifft vor allem Säuglinge oder Kinder bis zum zweiten Lebensjahr. Darüber hinaus ist das Drei-Tage-Fieber sehr selten.

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Nach Fieber folgt Ausschlag

Der typische Verlauf des Drei-Tage-Fiebers sieht so aus: Die Kinder fiebern plötzlich sehr hoch – bis zu 41 Grad. Nach zumeist drei Tagen (maximal jedoch 8 Tagen) ist das Fieber weg und es tritt ein Hautausschlag vorwiegend an Rumpf und im Nacken auf. Der kann fein, manchmal auch leicht fleckig sein. Die Flecken können zusammenfließen und sich auch auf das Gesicht ausbreiten. Der Ausschlag kann auch stark jucken, bildet sich aber nach einem bis drei Tagen von selber zurück. Zusätzlich können in einigen Fällen auch ein entzündeter Rachen oder geschwollene Lymphknoten am Hals dazukommen. Diese Symptome verschwinden aber mit dem Abklingen des Hautausschlages. Univ. Prof. Andreas Lischka: „Das schwierige am Drei-Tage-Fieber ist die Diagnose. Denn erst wenn sich nach den paar Tagen Fieber der Hautausschlag zeigt, kann die Krankheit eindeutig diagnostiziert werden. Dann ist sie aber meist schon wieder vorüber.“ Im Gegensatz zu anderen Kinderkrankheiten wie etwa Masern, beginnt das Dreitagefieber nicht mit Husten, Schnupfen und Lichtempfindlichkeit.

Bei den Masern steigt die Körpertemperatur an, wenn der Ausschlag beginnt. Beim Dreitagefieber hingegen sinkt die Körpertemperatur wieder auf den normalen Wert, wenn das Kind den Ausschlag bekommt.

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Wann den Arzt aufsuchen?

Übertragen wird die Kinderkrankheit meist über den Speichel, sagt der Kinderarzt. Zwischen Ansteckung und Beginn des Drei-Tage-Fiebers liegen fünf bis 15 Tage. Als Komplikation kann das Fieber von Fieberkrämpfen begleitet werden. Die sind wahrscheinlich eine Folge der plötzlichen Temperaturerhöhung. In diesem Fall rät Dr. Lischka sofort ärztlichen Rat einzuholen. Ansonsten besteht für Lischka kein Grund zur Panik: „Die Mutter sollte dem Kind ein fiebersenkendes Mittel geben. Ob als Saft oder Zäpfchen ist egal.“ Als Hausmittel bieten sich fiebersenkende Wadenwickel an. Wichtig ist auch, dass das kranke Kind viel trinkt, denn durch das Fieber verlieren die Kleinen viel Flüssigkeit. In den allermeisten Fällen erholen sich die Kinder wieder rasch von dem Fieber und die Krankheit geht schnell vorüber. Danach haben die Kinder eine lebenslange Immunität, nur selten tritt das Drei-Tage-Fieber ein zweites Mal auf.


Primar Lischka: „Allein auftretendes Fieber kann auf viele Krankheiten hindeuten. Sollte eine andere Erkrankung hinter dem Fieber stecken, könnte es sich um eine Infektion handeln und die müsste vom Arzt mit einem Antibiotikum behandelt werden.“ Wirklich gefährlich kann das Drei-Tage-Fieber nur bei Kindern mit fehlender Immunabwehr sein, also bei Kindern, die an HIV oder einem Tumor leiden. Bei ihnen kann die an sich harmlose Krankheit auch zu einer Lungen-, Leber- oder Gehirnhautentzündung führen.


Mag. Lisa Ahammer

November 2007


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 06. Dezember 2016