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Urlaubserinnerung Geschlechtskrankheit

Geschlechtskrankheiten - Liebespaar am Strand Sonne, Strand und Sorglosigkeit: Diese Kombination kann zu einer unangenehmen Urlaubserinnerung in Form einer Geschlechtskrankheit führen. Mediziner warnen daher vor ungeschütztem Sex mit Unbekannten.

"Für Österreich gibt es leider keine Zahlen, aber in Deutschland wird geschätzt, dass bis zu 0,3 Prozent der Fernreisenden mit einer Geschlechtskrankheit in die Heimat zurückkommen. Das sind etwa 10.000 Menschen jährlich", berichtet Dr. Maria Geit, Oberärztin an der dermatologischen Abteilung des Linzer Allgemeinen Krankenhauses. "Auf Reisen sind Sexualkontakte häufiger als zuhause. Es passiert leichter, dass man einen One-Night-Stand hat."


Doch dieser Leichtsinn kann schlimme Folgen haben. Nach wie vor eine der gefährlichsten ist Aids. "Da die Krankheit behandelt werden kann, sind viele Menschen sorgloser geworden und verzichten auf Kondome", so Geit.

HIV wird durch ungeschützten Anal- und Vaginalverkehr übertragen und kann jahrelang unbemerkt bleiben, aber trotzdem an Sexualpartner weitergegeben werden. Mittels HIV-Test wird die Krankheit nachgewiesen.


Zu den "klassischen" Geschlechtskrankheiten zählen unter anderem Syphilis und Tripper. Diese Erkrankungen können auch durch Oralverkehr übertragen werden. Syphilis ist an einem Geschwür – entweder im Genitalbereich oder auch in Mund oder Darm – erkennbar. Tripper (Gonorrhö) äußert sich beim Mann mit eitrigem Ausfluss aus der Harnröhre. Der Erreger wird durch einen Abstrich festgestellt.

"Im Zunehmen sind auch andere sexuell übertragbare Infektionen. Diese werden nicht ausschließlich durch Geschlechtsverkehr sondern auch durch Küssen, Fingerkontakt oder Gegenstände übertragen", erklärt die Medizinerin. Etwa "Feigwarzen": Dabei handelt es sich um kleine Wärzchen im Genitalbereich. Ein Kondom bietet in diesem Fall zwar keinen hundertprozentigen Schutz, reduziert das Risiko aber erheblich, betont Geit. Erreger der Feigwarzen ist der "Human Papilloma Virus" (HPV). Besonders gefährlich sind die Typen 16 und 18. Diese können bei Frauen Gebärmutterhals- und bei Männern (vor allem bei homosexuellen) Enddarmkrebs auslösen.


Zu den sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten zählt unter anderem auch Herpes genitalis. Dabei bilden sich etwa zwei Wochen nach dem Erstkontakt mit dem Virus durch Küssen, Oral-, Vaginal- oder Analverkehr Bläschen an der Haut oder Schleimhaut "die sehr jucken, brennen und schmerzen", erklärt Geit. "Die Infektion kann auch weitergegeben werden, wenn keine Bläschen vorhanden sind ." Gefährlich werden können zudem Chlamydien, die zu chronischen Erkrankungen führen können und oft lange unerkannt bleiben. Ebenso kann Hepatitis durch ungeschützten Sexualkontakt übertragen werden. Hier schützt die Hepatitis-Impfung.


"Der wirksamste Schutz vor Geschlechtskrankheiten und sexuell übertragbaren Infektionen ist das Kondom", unterstreicht die Oberärztin. "Es schützt vor einem Großteil der schweren Krankheiten, besonders vor HIV." Bemerkt man zuhause Symptome, soll sofort ein Arzt aufgesucht werden, um sie abzuklären. "Es macht keinen Sinn sich zu schämen. Krankheiten gehören behandelt und auch die Partner müssen untersucht werden", betont Geit.


Cornelia Schobesberger

Juli 2006


Foto: Bilderbox 


Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015