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Netzhautablösung: Blitze im Auge

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Eine Netzhautablösung muss rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Nur so lassen sich irreparable Schäden bis hin zur Erblindung vermeiden. Einen von zehntausend Menschen trifft es - die Netzhaut seiner Augen löst sich ab.


Erste Warnzeichen sind das Sehen von Lichtblitzen oder eines Schwarmes von schwarzen Punkten. Später kommen Einschränkungen des Gesichtsfeldes dazu. Ohne rechtzeitige Behandlung fällt für manche Betroffene endgültig der dunkle Vorhang: Sie erblinden. Die Netzhaut ist ein wichtiger Teil des Auges: Sie enthält Sinneszellen, die ständig ein Bild unserer Umgebung erzeugen. Um diese Arbeit erledigen zu können, braucht die Netzhaut jede Menge Nährstoffe. Diese lebenswichtigen Stoffe erhält sie von der Aderhaut, einer gefäßreichen Schicht, die direkt unter der Netzhaut liegt. Sehprobleme entstehen dann, wenn sich die Netzhaut von der darunter liegenden Aderhaut des Auges ablöst. Dabei gerät Flüssigkeit zwischen die beiden Hautschichten. Die Netzhaut wird immer schlechter von der Aderhaut versorgt, bekommt immer weniger Nährstoffe und "verhungert" schließlich. Sterben alle wichtigen Sinneszellen der Netzhaut ab, ist der Mensch blind.

Ursachen und Risikofaktoren

Meist stecken ein kleiner Riss oder ein kleines Loch in der Netzhaut hinter der beginnenden Ablösung – verursacht durch Prellungen oder eine andere Verletzung. Auch Tumore oder Entzündungen des Auges sind mögliche Auslöser. Ein weiterer Risikofaktor, der die Ablösung der Netzhaut begünstigt, ist starke Kurzsichtigkeit von –5 bis –9 Dioptrien. Wer davon betroffen ist, hat eine um bis zu 25fach erhöhte Erkrankungswahrscheinlichkeit. Auch das Lebensalter spielt eine Rolle. Wer über 40 ist, trägt ein bis zu dreimal höheres Risiko als ein junger Mensch. Star-Operierte, Diabetiker und erblich belastete Menschen sind ebenfalls stärker gefährdet. Eine Netzhautablösung lässt sich behandeln – vorausgesetzt sie wird rechtzeitig erkannt. Kleine Risse können mit Laser "verschweißt" werden: die Randstellen haften nach der Behandlung fest auf der Netzhaut; der Riss breitet sich nicht weiter aus. In einem fortgeschrittenen Stadium hilft nur mehr eine Operation: Dabei wird die Netzhaut entweder mit einem Bändchen aus Plastik oder Silikon fixiert und so der Kontakt zur nährenden Aderhaut gesichert. Bei einer zweiten Methode wird die Netzhaut mit Hilfe von Gas oder Silikon-Öl wieder an den alten Ort gedrückt. Wird rechtzeitig operiert, sind Netzhaut-Operationen meist so erfolgreich, dass die wiedererlangte Sehkraft zum Lesen und Autofahren reicht. Früherkennung ist für die Gesundheit der Netzhaut ganz besonders wichtig. Die einzig mögliche Vorbeugung ist eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle! Nur durch einen Augen-Check lassen sich Veränderungen rechtzeitig erkennen.


Dr. Regina Sailer

April 2006


Bild: deSign of Life; privat



Kommentar

Kommentarbild von Univ.-Doz. Dr. Josef Ruckhofer zum Printartikel: "Die einzige Vorsorgemaßnahme gegen Netzhautschäden ist die Untersuchung der Netzhaut beim Augenfacharzt bei weiter Pupille. Leider kommen machen Patienten sehr spät zum Facharzt bzw. in die Klinik: Somit ist entweder ein größerer Eingriff notwendig oder eventuell eine bleibende Sehschwäche – bis zur Erblindung – die Folge."
Univ.-Doz. Dr. Josef Ruckhofer
Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie der PMU, Salzburg

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020