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Bei Pseudokrupp Ruhe bewahren!

Bei Pseudokrupp Ruhe bewahren!Der Husten setzt plötzlich, meist am Abend oder in der Nacht ein und ist mit Heiserkeit sowie auffälligen Atemge-räuschen verbunden. Leiden Kinder unter diesen Symptomen, könnten sie an Pseudokrupp – einer Entzündung der Atemwege – erkrankt sein. Dr. Jutta Sigmund vom Landes-Krankenhaus Bad Ischl erklärt die Hintergründe der Infektionskrankheit.

Hinter dem Begriff „Pseudokrupp“ – in der medizinischen Fachsprache als „Laryngitis subglottica“ bezeichnet – verbirgt sich eine akute Kehlkopfentzündung. Die Erkrankung tritt vor allem bei Kleinkindern, meist bis zum Alter von fünf Jahren, auf. „Pseudokrupp ist eine Viruserkrankung, bei der es zur Einengung der Atemwege kommt. Grund dafür ist eine subglottische Weichteilschwellung, also eine Schwellung des Gewebes unterhalb der Stimmbänder, wodurch die Luftröhre enger wird“, erklärt Dr. Jutta Sigmund, Fachärztin für Kinderheilkunde und Leiterin der Kinderstation des Landes-Krankenhauses Bad Ischl.

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Symptome: von Heiserkeit bis zur Atemnot

„Die Erkrankung beginnt meist mit Schnupfen, der vorwiegend am Abend oder in der Nacht einsetzt. Dann kommen noch Heiserkeit und bellender Husten hinzu. Häufig sind auch Atemgeräusche beim Einatmen zu hören, was auch als inspiratorischer Stridor bezeichnet wird“, weiß die Fachärztin für Kinderheilkunde. In einigen Fällen leiden die Betroffenen auch unter Fieber. Die Symptome sind nicht nur für die erkrankten Kinder beängstigend, auch Eltern kann das Krankheitsbild stark beunruhigen. Denn Pseudokrupp tritt meist aus heiterem Himmel auf: Das Kind ist tagsüber noch völlig gesund und beginnt am Abend oder in der Nacht plötzlich krampfartig zu husten. Dabei sind die Betroffenen häufig sehr unruhig und weinen.

Oft fällt den kleinen Patienten das Einatmen schwer, weil die Infektion die Schleimhaut der Atemwege anschwellen lässt. Im schlimmsten Fall kann dies zum Atemstillstand führen.

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Eltern sollten Ruhe bewahren

Hat das Kind einen Pseudokrupp-Anfall, müssen Eltern unbedingt Ruhe bewahren. Um das Atmen zu erleichtern, sollte man für feucht-kalte Luft im Raum sorgen. Das kann beispielsweise mit feuchten Tüchern, die man auf den Heizkörper legt, oder durch das Öffnen der Fenster erreicht werden. Auch die Gabe von kühlen Getränken kann die Beschwerden lindern. Dr. Jutta Sigmund ergänzt: „Wenn Atemgeräusche beim Einatmen zu hören sind und Atemnot auftritt, müssen die Kinder ärztlich überwacht werden.“

Der Arzt kann eine Inhalationslösung verabreichen, die eine abschwellende Wirkung auf die Schleimhäute der Atemwege hat. Oft ist auch die Gabe eines Kortisonzäpfchens sinnvoll. „Die abschwellende Inhalationslösung wirkt rasch, die Wirkungsdauer ist aber eher kurz. Die Wirkung eines Kortisonzäpfchens setzt hingegen langsamer ein und hält dafür länger an, weswegen meist beides kombiniert wird“, so die Medizinerin.

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Unterschied zum „echten Krupp“

Der Pseudokrupp ist übrigens vom echten Krupp, der Kehlkopfdiphtherie, abzugrenzen. Dabei handelt es sich um eine akute, bakterielle Infektion der oberen Atemwege, die zu lebensgefährlichen Komplikationen führen kann. Die Erkrankung tritt in den Industrienationen nur noch sehr selten auf. „Der Grund ist, dass gegen Diphtherie geimpft wird und die Durchimpfungsrate hoch ist“, weiß Dr. Jutta Sigmund.

MMag. Birgit Koxeder
Juni 2011


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020