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Quälgeister Myome

Quälgeister MyomeMyome sind fast immer harmlos. Auch wenn sie fast immer harmlos sind, lästig können sie allemal sein und keine Frau sollte sie ignorieren. Die Rede ist von Myomen, gutartigen Knoten, die sich überall in der Muskulatur der Gebärmutter bilden können und wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß sind.


In den meisten Fällen treten sie in Rudeln auf, selten als Einzelgänger, wobei viele Frauen erst bei einer gynäkologischen Untersuchung davon erfahren. Denn nicht immer verursachen Myome auch Beschwerden. Man geht sogar davon aus, dass jede fünfte Frau ab 30 ein oder mehrere Myome hat.

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Hormonelle Ursache

Betroffen davon sind jedoch nur Frauen, die noch ihre Periode haben. In den Wechseljahren bilden sich die Geschwülste meist zurück, sofern keine Östrogene gegen Wechselbeschwerden eingenommen werden. „Myome entstehen nämlich durch die Östrogenproduktion im weiblichen Körper“, erklärt Univ.-Doz. Dr. Cemil Yaman vom AKH Linz. Im Klartext: kein Östrogen – keine Myome! Das ist die eine gute Nachricht. Die andere ist, dass Myome nur sehr, sehr selten bösartig sind. Was aber keineswegs bedeutet, dass ihnen keine Beachtung geschenkt werden müsste. Denn treten Beschwerden auf, so können sie durchaus gravierend sein und reichen von starken Regelblutungen, Zwischenblutungen und Schmerzen im Unterbauch bis zu Komplikationen bei Schwangerschaften. „Sie hängen von der Lage und Größe der Myome ab“, erklärt Dozent Yaman. Um jegliches Risiko zu vermeiden – vor allem bei jüngeren Frauen mit Kinderwunsch –, sollten sie daher regelmäßig im Ultraschall kontrolliert werden. Denn Myome können oft schnell wachsen.

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Große Behandlungsvielfalt

Je nach den Beschwerden, der Beschaffenheit der Myome und dem Alter der Frau fällt die Entscheidung zu einer der vielfältigen Behandlungsmethoden. Bei einer davon werden die Frauen durch Hormone, so genannte GnRH-Analoga, künstlich in den Wechsel versetzt, indem die Hormonproduktion der Eierstöcke gehemmt wird. Den Myomen wird so der Nährboden entzogen. Die Folge: Sie wachsen nicht mehr weiter, ja schrumpfen sogar. „Liegen die Myome in der Gebärmutterwand, so führen wir seit einigen Jahren die Myom-Embolisation durch. Durch ein Unterbinden der Blutzufuhr werden die Geschwulste quasi ausgetrocknet“, berichtet Doz. Yaman. Da dabei – wenn auch sehr selten – auch die Blutzufuhr und damit die Hormonproduktion der Eierstöcke beeinträchtigt werden können, wird diese Methode nur bei Frauen mit abgeschlossener Familienplanung angewandt. Liegen die Myome an der Gebärmutteroberfläche, also unter dem Bauchfellüberzug, so können sie in einem minimal invasiven Eingriff ausgeschält werden. Dozent Yaman: „Sind sie jedoch sehr zahlreich und wachsen stark, ist oft die Entfernung der Gebärmutter am vernünftigsten.“ Leidet die Patientin unter keinerlei Beschwerden und ist auch keine Gefährdung einer geplanten Schwangerschaft zu befürchten, so behält man im Allgemeinen vorsichtshalber die Myome unter Kontrolle und wartet, bis die hormonelle Umstellung bei den Wechseljahren ihnen den Garaus bereitet.


Gabriele Beran

November 2007


Fotos: Bilderbox, deSign of Life, privat

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Kommentar

Kommentarbild von Univ.-Doz. Dr. Cemil Yaman zum Printartikel „Myome sind gutartige Muskelknoten in der Gebärmutter-Muskulatur, die Beschwerden verursachen, wenn sie sehr groß werden oder ständig anwachsen.“
Univ.-Doz. Dr. Cemil Yaman
Leiter der Risikoultraschallambulanz, Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, AKH Linz

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020