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Warzen: Stachel im Fleisch

Stachel im Fleisch - WarzenWarzen – eine häufige Viruserkrankung der Haut. Hautwarzen sind ein gutartiges, aber leider sehr ansteckendes Hautproblem. Viele kennen die kleinen Knubbel, die sich besonders gerne auf den Händen ansiedeln. Ihre Entstehung verdanken sie einem Virus.

Das Virus dringt in die Haut ein und sorgt dafür, dass sich die Oberhaut verdickt und gutartige Wucherungen bildet. Das gelingt dem Erreger dann besonders leicht, wenn das Immunsystem eines Menschen nicht ganz auf dem Posten ist oder bei Kindern, bei denen das Immunsystem noch nicht voll ausgereift ist. Manche – eigentlich gesunde – Menschen sind besonders anfällig für das Warzenvirus. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, die häufig mit den auslösenden Viren in Kontakt kommen – etwa in Bädern oder Turnhallen. Sie leiden mitunter auch an den sogenannten juvenilen Warzen, die sich als weiche, runde und flache Knötchen meist im Gesicht bemerkbar machen.

Warzen sind ansteckend: entweder über direkten Hautkontakt oder über die Füße – etwa im Schwimmbad. Besonders leichtes Spiel hat das Virus dann, wenn Hände und Füße nicht gut durchblutet sind oder die Haut besonders empfindlich und trocken ist. Im Gegensatz zu Genitalwarzen, die gelegentlich zu Krebs entarten können, sind Hautwarzen meist nicht gefährlich. Sie stören vor allem optisch und tun manchmal auch weh. Das ist vor allem dann der Fall, wenn sie sich auf der Fußsohle ansiedeln. Die meist platte und nach innen wachsende Variante wird auch Dornwarze genannt, da sie beim Auftreten Schmerzen verursacht.

Was hilft?

Zum Glück neigen Warzen zu Spontanheilungen und verschwinden nicht selten von heute auf morgen. Das kann allerdings bis zu zwei Jahre dauern. Vermehren oder vergrößern sich die Hauterscheinungen, wird oft die fachmännische Entfernung ein Thema. Dafür eignen sich Tinkturen, die hautauflösend und virushemmend wirken und die konsequent bis zu drei Monate aufgetragen werden müssen. Schneller funktioniert die Vereisung, bei der die Warzen mit flüssigem Stickstoff behandelt werden. Inzwischen gibt es auch Vereisungs-Sets aus der Apotheke zur Selbstbehandlung.

Auch die sogenannte Elektroakustik rückt den Warzen zu Leibe. Dabei wird das schadhafte Gewebe sozusagen „verkocht“. Manchen Betroffenen hilft ein weich machendes Hühneraugenpflaster oder die Entfernung mit einem Hühneraugenhobel. Auch mittels Laser lassen sich die lästigen Hauterscheinungen behandeln.

Meistens verschwinden die Warzen durch die Behandlung auf Dauer, eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht. Eine Therapie schützt auch nicht davor, sich ein weiteres Mal mit dem Virus anzustecken. Wer zu Warzen neigt, sollte daher einige vorbeugende Tipps beherzigen: Handtücher und Waschlappen (gewaschen mit 90ºC) sollten nicht vertauscht oder mit anderen geteilt werden. Im Schwimmbad sind Badeschuhe genauso zu empfehlen wie sorgfältiges Abtrocknen von Fingern und Füßen nach dem Schwimmen. Ist die Warze erst mal da, sollten Betroffene beim Eincremen gut aufpassen und die betroffene Stelle aussparen. Sonst droht die Verbreitung durch Selbstansteckung.

Dr. Regina Sailer
Jänner 2010


Foto: Bilderbox, privat

Kommentar:

Kommentarbild von Priv.-Doz. Mag. Dr. Stefan Wöhrl zum Printartikel „Bei Kindern heilen Warzen fast immer spontan ab. Sonst sind jene Maßnahmen die besten, die die geringsten Narben hinterlassen, also Warzentinkturen. Handelt es sich um einzelne Warzen, so spricht auch nichts gegen Einfrieren oder Herausschneiden.“
Priv.-Doz. Mag. Dr. Stefan Wöhrl
Universitätsklinik für Dermatologie der Universität Wien

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020