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Medikamenteninformation im Internet

Medikamenteninformation im InternetAlle Informationen zu Arzneimitteln, deren Kosten im Normalfall von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, finden Patienten nun im Internet: Auf www.erstattungskodex.at sind diese Medikamente, ihre Wirkstoffe sowie therapeutische Alternativen und Preise aufgelistet. Dieses Service des Hauptverbandes der Österreichischen Sozialversicherungsträger (HVB) ist kostenlos und ohne e-card abrufbar. Persönliche Daten müssen nicht übermittelt werden.

Eine wesentliche Rolle bei der Finanzkonsolidierung der Krankenkassen spielen die Ausgaben für Medikamente. Sie belaufen sich bundesweit derzeit auf rund drei Milliarden Euro und sollen weniger steigen als prognostiziert. Aus diesem Grund erließ der Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger die „Richtlinien über die ökonomische Verschreibweise (RöV)“. Sie legen fest, dass bei mehreren gleich geeigneten Medikamenten, ohne dass sich dabei etwas für die Patienten verschlechtert, das preislich günstigste (zum Beispiel ein Generikum) zu verschreiben ist. Die Eignung wird dabei natürlich vom behandelten Arzt beurteilt.

Für diese Auswahl bietet die Datenbank „Ökotool“ schon seit Jahren den Ärzten eine medizinisch-wissenschaftliche Vergleichsbasis. Dieses Werkzeug wurde nun deutlich verbessert und allgemein zugänglich gemacht: Die Datenbank wird nun monatlich, statt wie bisher quartalsweise, aktualisiert, ist frei im Internet zugänglich und einfach zu bedienen. Transparent werden die Vergleichsgruppen von wirkstoffgleichen/wirkstoffähnlichen Präparaten dargestellt. Darüber hinaus bietet sie praxisrelevante Zusatzinformationen wie zum Beispiel Packungsgrößen.

Erstattungskodex

Das „Ökotool“ ist Teil des Erstattungskodex, der festlegt, welche Medikamente im Normalfall auf Kosten der Krankenversicherungsträger verschrieben werden können. In der Regel wurde dieser Kodex in die Arzt-EDV integriert und erleichterte dem Arzt seine Arbeit. Das deklarierte Ziel des Ökotools besteht darin, die ökonomische Verschreibweise mit modernen technischen Hilfsmitteln möglichst effektiv zu unterstützen, erklärt der HVB in einer Presseaussendung. Dabei greift es selbstverständlich nicht in die Therapiefreiheit ein, es entscheidet ausschließlich der behandelnde Arzt, welches Medikament für den Patienten optimal ist, so der HVB.

Neuerungen

Bisher benötigte man für den Zugriff auf das Ökotool ein Zugriffsprogramm, typischerweise eben die Ordinationssoftware des Arztes. Für andere Personen war die Datenbank nicht zu verwenden. Auch Ärzten oder Krankenanstalten ohne spezielle Anbindung war der Zugang nicht möglich. Kritisiert wurde auch die langsame Aktualisierung der Daten. Diese Punkte wurde nunmehr verbessert. Die Daten werden nun monatlich aktualisiert, der Zugriff unter www.erstattungskodex.at ist nun allgemein und frei zugänglich und eine spezielle Software ist nun nicht mehr Voraussetzung für den Zugriff. Persönliche Daten müssen bei der Nutzung nicht übermittelt werden.

Mehr Transparenz und Kundenfreundlichkeit

Durch die freie Zugänglichkeit im Internet können sich Patienten etwa bei allfälligen Umstellungen der Medikation über die Zusammensetzung des neu verordneten Medikaments informieren beziehungsweise sich davon überzeugen, dass sie ein Produkt mit gleicher oder vergleichbarer Wirkstoffzusammensetzung erhalten haben, so der HVB. Ein anderer Fall aus der Praxis wäre etwa, wenn ein Patient das Produkt nachschlägt, das ihm der Apotheker – weil er das ursprünglich verordnete Produkt nicht lagernd hat – nach Rücksprache mit dem Arzt alternativ aushändigt.

Darüber hinaus erhält man bei Eingabe eines Produktnamens oder Wirkstoffes eine Übersicht über therapeutische Alternativen im Erstattungskodex und eine Darstellung der Preise innerhalb der Vergleichsgruppe. Die endgültige Entscheidung, welche Arzneispezialitäten im konkreten Einzelfall therapeutisch geeignet sind, obliegt natürlich weiterhin dem behandelnden Arzt.

Hier geht es zum Infotool zum Erstattungskodex

In der rechten Leiste auf dieser Seite finden Sie einen Link der direkt auf die Suchseite von www.erstattungskodex.at führt.
Nähere Erläuterungen zu den Abkürzungen finden Sie unter dem Link darunter.
Einen Link zum Arzneispezialitätenregister der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), der alle in Österreich erhältlichen Medikamente enthält, finden Sie an letzter Stelle. Hier finden Sie auch Fachinformationen und Gebrauchsinformationen (Beipackzettel) zu jedem Medikament als Download.

Mag. Christian Boukal
August 2010


Foto: Bilderbox

LINKS:

Einstiegseite „Ökotool“
http://www.hauptverband.at/portal27/portal/hvbportal/channel_content/cmsWindow?p_tabid=5&p_menuid=70129&action=2

Suchseite „Ökotool“
http://www.hauptverband.at/portal27/portal/hvbportal/emed/

Nähere Erläuterungen zu den einzelnen Abkürzungen
http://www.hauptverband.at/portal27/portal/hvbportal/channel_content/cmsWindow?action=2&p_menuid=70129&p_tabid=5&p_pubid=642343

Arzneispezialitätenregister der AGES
http://https://aspregister.basg.gv.at/aspregister/faces/aspregister.jspx?_afrLoop=15318545208849113&_afrWindowMode=0&_adf.ctrl-state=cdy00djmt_9

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020