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Wenn der Pilz Fuß fasst

Wenn der Pilz Fuß fasstFußpilz quält inzwischen rund 25 Millionen Deutsche. Aber er sollte konsequent behandelt werden, um Schlimmeres zu verhindern.

Ein Fußbad in schäumendem Pils könnte dem Fußpilz den Garaus machen, falls japanische Forscher recht behalten: Im Labor haben sie erfolgreich Substanzen getestet, die in stark gehopften Biersorten wie Pils oder Bock vorkommen. Bis dahin sollte auf bewährte Medikamente gesetzt werden, um die Volkskrankheit Fußpilz zu bekämpfen: Immerhin leiden nach Schätzung der Experten rund 25 Millionen Deutsche unter dieser Krankheit, berichtet der deutsche Mediendienst obx-medizindirekt.

Pilz ist nicht gleich Pilz

Es gibt ungefähr 100 verschiedene Pilzarten, die dem Fuß das Leben zur Hölle machen können. Am häufigsten ist Trichophyton rubrum. Dieser Fadenpilz ernährt sich von Substanzen in der Hornschicht der Oberhaut. Auslöser können neben Fadenpilzen aber auch Hefe- oder Schimmelpilze sein. Auf abgestoßenen Hautschuppen halten sie sich wochenlang und können auf andere Menschen in Umkleidekabinen, Schwimmbädern, Saunen oder über den Teppich in Hotelzimmern übertragen werden.

Idealer Nährboden

Der Pilz kann die Haut an allen möglichen Stellen befallen Die Füße sind deshalb so häufig betroffen, weil sie oft schlecht durchblutet (und kalt) sowie luftdicht im Schuh abgeschlossen und dadurch feucht sind. So bieten sie Pilzen einen idealen Nährboden. Vor allem Sportschuhe aus Gummi oder Gummistiefel erhöhen das Risiko. Am häufigsten tritt der Fußpilz zwischen der dritten und vierten Zehe auf. Oft ist der Pilz schon lange da, bevor er überhaupt bemerkt wird. Denn zuerst greift er die obersten Hautschichten an. Erst beim tieferen Eindringen entwickeln sich Rötung, Jucken oder Bläschen.

Eintrittspforte Fußpilz

Wird der Fußpilz nicht behandelt, kann er offene Hautstellen verursache, durch die bakterielle Krankheitserreger in den Organismus eindringen können. Die Folge sind Entzündungen der Lymphwege, in schlimmen Fällen sogar Blutvergiftung.
Je früher eine Therapie einsetzt, umso besser ist es.

Langwierige Behandlung

Die Behandlung ist auch keine rasche Angelegenheit. „Die Therapie muss konsequent über sechs Wochen durchgeführt werden“, so Prof. Josef Smolle von der Universitätsklinik Graz. Auch wenn die Beschwerden bereits abgeklungen sind, können sich noch Pilze in der Haut befinden. Um einen Rückfall zu vermeiden, sollte danach noch eine bis zwei – manche Ärzte empfehlen sogar drei bis sechs Wochen weiter behandelt werden.
Verwendet werden bevorzugt Arzneimittel, die verschiedene Pilzarten bekämpfen. Zum Beispiel die Wirkstoffe Clotrimazol oder Bifonazol. Sie hemmen das Pilzwachstum und töten die Pilze ebenso wie ihre Sporen ab. Die Wirkstoffe werden in Cremes, Salben, Lösungen, Pasten oder als Puder angeboten. Zur Behandlung von durch Pilz befallene Nägel gibt es einen medizinischen Nagellack. Nur bei sehr fortgeschrittenen Pilzerkrankungen werden Medikamente zum Einnehmen verschrieben, die dann im gesamten Organismus wirken.

Vorbeugung

Damit der Pilz nicht wiederkehrt, sollten Strümpfe und Socken täglich gewechselt werden und aus einem Material sein, das mit mindestens 60° gewaschen werden kann, etwa Baumwolle. Bei empfindlicheren Strumpfmaterialien empfiehlt es sich, einen antibakteriellen Wäschespüler einzusetzen. Wirksam sind auch so genannte Zehensocken, die den gefährdeten Zehenzwischenräumen besseren Schutz bieten.

So schützen und pflegen Sie Ihre Füße:

  • Täglich Füße waschen, gut abtrocknen und Socken wechseln (Baumwolle bevorzugt).
  • Verwenden Sie alkalifreie Seife. Das verhindert die Quellung der Hornschicht und die Zerstörung des Säuremantels, wodurch die Haut anfällig für Pilze wird.
  • Handtücher regelmäßig wechseln und bei hohen Temperaturen waschen. Nicht mit anderen Familienmitgliedern teilen.
  • Regelmäßige Bewegung erhöht die Durchblutung und verringert die Infektionsanfälligkeit.
  • Badeschuhe tragen, und zwar nicht nur im Schwimmbad und der Sauna, sondern auch im Hotelzimmer und im häuslichen Badezimmer. Keine Holzpantoffeln.
  • Fußbad: Zwei Esslöffel Salbei mit 0,5l kochendem Wasser übergießen und dann zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Den Sud setzt man dann dem Fußbad zu. Ein zehnminütiges Bad mildert den Juckreiz bei Fußpilz für mehrere Stunden.
  • Meiden Sie in Bädern oder Saunen die Desinfektionsanlagen, empfiehlt Prof. Hans-Jürgen Tietz von der Charité in Berlin. Die Desinfektionslösungen seien wenig wirksam und rund um die Geräte ist die Gefahr einer Ansteckung besonders groß, weil viele Erkrankte sie aufsuchen und infizierte Hautschuppen hinterlassen.


Mag. Christian Boukal

Juni 2012

Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020