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Gelbsucht

Gelbsucht - Tafel UntersuchungNicht nur Lebererkrankung verursacht Gelbsucht. Färben sich Haut und Augen gelb, ist dies oft ein Hinweis auf eine Leber-erkrankung. Doch die Ursache für Gelbsucht kann auch in den Gallen- und Bauchspeichel-drüsenwegen gefunden werden.


Die endoskopische Methode ERCP (endoskopische retrograde Cholangio-Pancreaticographie), wie sie etwa am Landeskrankenhaus (LKH) Schärding eingesetzt wird – ermöglicht eine genaue Diagnose. Zudem kann sie gleichzeitig zur Behebung oder Linderung etwaiger Ursachen der Ikterus – der so genannten Gelbsucht - dienen.

Gelbfärbung durch Bilirubin

„Verantwortlich für die charakteristische Gelbfärbung ist der Gallenfarbstoff Bulirubin“, erklärt Dr. Maria Hinterdobler, Oberärztin an der Abteilung für Chirurgie des LKH Schärding. „Normalerweise wird dieser Stoff über Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang in den Zwölffingerdarm ausgeschieden. Wenn der Farbstoff allerdings aufgrund einer Verengung oder sonstigen Behinderung nicht in den Darm abfließen kann, kommt es zu einem Rückstau und der Gelbfärbung.“ In unseren Breitengraden sind die häufigsten Ursachen dafür unter anderem Gallensteine, die aus der Gallenblase in de Hauptgallengang gerutscht sind und den Abfluss der Galle behindern. Auch Geschwülste im Bereich der Bauchspeicheldrüse oder Tumore können eine Verengung verursachen.

Abklärung

Die genaue Ursache für Gelbsucht lässt sich am besten mit der ERCP abklären. Um den Verlauf der Untersuchung so angenehm wie möglich zu machen, bekommt der Patient vorher ein Beruhigungs- bzw. Schlafmittel verabreicht.

Bei der ERCP wird ein Endoskop, ähnlich wie bei einer Magenspiegelung, über Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm bis zur Mündung des Hauptgallengangs vorgeschoben. Über eine Sonde wird anschließend ein Kontrastmittel gespritzt. Mit einer Röntgendurchleuchtung lässt sich so das Gangsystem darstellen und der untersuchende Arzt kann mögliche Veränderungen oder Verengungen diagnostizieren. „Die ERCP erlaubt sowohl Diagnosestellung als auch Beseitigung oder Linderung der Ursachen im Zuge einer einzigen Untersuchung“, so die Medizinerin.

Vorteile für Patienten

Im Unterschied zur Magnetresonanzuntersuchung, die lediglich zur Diagnose herangezogen werden kann, bietet die ERCP entscheidende Vorteile: „Im Falle eines Gallensteins kann dieser mit Hilfe des Endoskops zerkleinert und entfernt werden, Einengungen werden mit Stents, also kleinen Röhrchen aus Metall oder Plastik, überbrückt“, erklärt Oberarzt Dr. Norbert Stadlmayer vom LKH Schärding. „Des weiteren ist die Entnahme von Gewebeproben zur histologischen Untersuchung möglich.“ Komplikationen sind zwar unter Umständen möglich, bleiben aber in den meisten Fällen ohne Folgen für den Patienten.


Cornelia Schobesberger

Februar 2007


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020