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Brustkrebs-Vorsorge gibt Sicherheit

Brustkrebs-Vorsorge gibt SicherheitIm Brustkrebsmonat Oktober rühren Experten die Werbetrommel für mehr Brustkrebs-Vorsorge. Wir erklären, zu welchem Zeitpunkt Frauen zur Mammografie gehen sollten und wann Ultraschall sinnvoll ist.

Das Brustkrebs-Screening-Programm wurde – wie gestern berichtet – vorerst auf Eis gelegt. Deshalb ist weiterhin Eigenverantwortung gefragt. „Jede Frau ab 40 sollte alle zwölf bis 18 Monate zur Mammografie gehen. Ab 55 alle 18 bis 24 Monate“, sagt Univ.-Doz. Oswald Graf. Mit diesen Intervallen hätten die Schweden, die mit einer besonders niedrigen Sterblichkeitsrate durch Brustkrebs glänzen, gute Erfahrungen gemacht. Eine Untersuchung in Tirol etwa hat ergeben, dass 26,5 Prozent der von Brustkrebs betroffenen Frauen unter 50 Jahre alt sind; dass es also durchaus sinnvoll ist, früh mit den Untersuchungen zu beginnen. Die Intervalle bei jüngeren Frauen sollten kürzer sein, weil bei ihnen Tumore oft schneller wachsen und aggressiver sind als bei älteren Frauen. Überweisen können Hausärzte und Gynäkologen.

Der beste Zeitpunkt für eine Mammografie ist der fünfte bis neunte Tag nach dem ersten Tag der Regel. „Zu diesem Zeitpunkt ist das Gewebe in der Brust am wenigsten dicht“, so der Experte. Dann sind Veränderungen am besten zu erkennen. Bei Frauen nach der Menopause spielt der Zeitpunkt keine Rolle mehr, wobei generell das Gewebe mit dem Alter an Dichte verliert.

Kleiner als 20 Millimeter

Durch die Mammografie sollen Tumore erkannt werden, wenn sie noch möglichst klein sind. „Sind sie unter 20 Millimeter, so liegt die Langzeitüberlebensrate bei über 90 Prozent. Bei größeren Tumoren steigt das Risiko steil an, dass sie in den Körper gestreut haben“, sagt Graf. Im Gegensatz zu anderen Ländern wird bei uns in der Hälfte der Fälle eine sofortige Ultraschalluntersuchung angeschlossen, wenn der Verdacht auf einen Tumor besteht oder wenn das Brustgewebe sehr dicht ist. Ein MRT kann sinnvoll sein, wenn nach Mammografie und Ultraschall noch Unklarheiten bestehen, bei erblich vorbelasteten Personen oder bei Frauen nach Brustkrebsoperationen, um Narbengewebe von Tumoren zu unterscheiden.

Keine Angst vor der Strahlung

Die Angst mancher Frauen vor der Röntgenstrahlung entkräftet Graf: Sie entspreche jener Strahlung, der Menschen ausgesetzt sind, wenn sie mit dem Flugzeug in die Türkei fliegen (kosmische Höhenstrahlung) oder wenn sie sich zwei Wochen lang im Waldviertel aufhalten (natürliche Strahlung). Bei einer Ultraschall-Untersuchung alleine könnten manche Tumore auch nicht – wie bei der Mammografie – entdeckt werden.

OÖN Zeitungsrolle_150px
Dietlind Hebestreit
Gesundheitsmagazin der OÖNachrichten
2. Oktober 2013


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020