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Gebrauchsinformation

116253.JPGGebrauchsinformation - wie lese ich einen Beipackzettel? Die Österreichische Schmerzgesellschaft berichtet, dass jeder fünfte Österreicher unter Schmerzen leidet. Durchschnittlich vergehen sechs Jahre und „verbraucht“ ein Österreicher fünf Ärzte, bis seine Schmerzen hinreichend behandelt sind.


Dabei kann es passieren, dass verschiedene Ärzte die gleichen Arzneimittel verschreiben, ohne es zu wissen. Da gleiche Arzneimittel meist sehr unterschiedlich aussehen, kommt es vor, dass ein Patient von einem Wirkstoff zu viel einnimmt und am Ende wegen der Nebenwirkungen im Krankenhaus landet.

Für weiter Hinweise...

Was kann Sie vor diesem Problem schützen? – Eine richtig gelesene Gebrauchsinformation.

Moderne Arzneimittel haben eine „allgemein verständliche“ Gebrauchsinformation.

Gebrauchsinformationen sind immer gleich aufgebaut. Bedeutend sind für den Anwender nur bestimmte Informationen. Die Wirkstoffbezeichnung ist für uns wichtig geworden, seitdem es so viele Präparate gibt, die den gleichen Wirkstoff enthalten (Generika). Überprüfen Sie, ob Sie mehr als ein Präparat eines bestimmten Wirkstoffes einnehmen. Sollte das der Fall sein, befragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob das beabsichtigt ist. Die Anwendungsgebiete geben Auskunft über den richtigen Einsatz des Arzneimittels. Sie beantworten die Frage, welches der fünf verschriebenen Medikamente gegen den hohen Blutdruck eingesetzt wird und welches den Cholesterinspiegel senkt. Der Abschnitt Gegenanzeigen ermöglicht es Ihnen zu überprüfen, ob Sie dieses Arzneimittel einnehmen dürfen. Bei einer ärztlichen Verschreibung überprüft das Ihr Arzt.

Vorsicht bei Selbstmedikation

Wenn Sie jedoch ein Arzneimittel ohne Beratung beziehen, sollten Sie diesen Abschnitt genau durchlesen. Hier steht zum Beispiel, dass Patienten mit Magengeschwüren kein Aspirin einnehmen dürfen. Der Abschnitt Warnhinweise nimmt auch für harmlose Arzneimittel eine immer bedrohlichere Länge ein. Dahinter steckt nicht zuletzt, dass sich der Hersteller rechtlich absichern möchte. Der Abschnitt Nebenwirkungen sollte nicht als Anleitung für eingebildete Kranke (Hypochonder) dienen und braucht frühestens nach Eintreten von Beschwerden näher betrachtet werden. Der Beipacktext ist deshalb immer gemeinsam mit dem Arzneimittel aufzubewahren. Wechselwirkungen können dann auftreten, wenn Sie mehrere Arzneimittel einnehmen müssen.

Medikamentenliste immer dabei

Tragen Sie immer eine Liste der Arzneimittel, die Sie derzeit einnehmen, bei sich und befragen Sie zu diesem Punkt Arzt oder Apotheker.

Die Abschnitte Gegenanzeigen, Warnhinweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben meist eine sehr abschreckende Wirkung. Es ist natürlich notwendig, dass Patienten ausführlich über die Risiken einer Einnahme informiert werden. Das darf aber nicht dazu führen, dass Patienten die für sie notwendigen Medikamente nicht mehr einnehmen. Bei einer Verschreibung wiegt die Vor- und Nachteile einer Einnahme der Arzt für Sie ab. Rund um die Einnahme von Medikamenten gibt es viel zu beachten.

Internetapotheken

Eine fundierte Beratung ist hier unerlässlich. Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) betrachtet deshalb den Arzneimittelhandel im Internet derzeit als eines der größten Sicherheitsrisiken.

Ärzte und Apotheker beraten Sie gerne!


Mag.a pharm. Dr. Silvia Hetz

Dezember 2006


Foto: Bilderbox

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020