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Weißfleckenkrankheit: Ursache unbekannt

WeißfleckenkrankheitDie Weißfleckenkrankheit ist weder gefährlich noch ansteckend. Sie ist in erster Linie ein kosmetisches Problem und verursacht allenfalls psychische Probleme.

Vitiligo heißt der lateinische Fachbegriff, wenn sich weiße, scharf abgegrenzte Flecken auf Händen, Beinen oder im Gesicht bilden, die immer größer werden und oft sogar die gesamte Hautfläche einnehmen. Wie weit sie sich letztlich ausbreiten, kann man nicht voraussagen. Der Verlauf der Erkrankung ist bei jedem Menschen sehr unterschiedlich. Mund, Kinnregion, Nacken, Unterarme, Handrücken und Kniekehlen sind die Stellen, an denen Vitiligo meist auftritt.

Die Ursache der Krankheit ist nicht bekannt, vermutet wird auch eine genetische Disposition, weil sie in Familien oft gehäuft auftritt. Die Experten reihen Vitiligo in die Gruppe der Autoimmunerkrankungen ein – auch deshalb, weil sie häufig gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen, wie etwa Fehlfunktionen der Schilddrüse oder Diabetes Typ 1, auftritt. „Es bilden sich körpereigene Antikörper gegen die Pigmentzellen. Diese werden zerstört und können den Farbstoff Melanin nicht mehr produzieren“, sagt Dr. Christian Kos von der Abteilung für Dermatologie und Venerologie am Klinikum Klagenfurt. Allgemein wird jedoch angenommen, dass mehrere Faktoren zusammenspielen müssen, damit Vitiligo entsteht.

Kein höheres Krebsrisiko

Meist tritt Vitiligo zwischen dem 10. Und 30. Lebensjahr auf. Betroffen sind Frauen und Männer sowie Menschen aller Hautfarben gleichermaßen. 0,5 bis vier Prozent der Weltbevölkerung müssen sich mit diesem Problem herumschlagen. Obwohl die weißen Stellen sehr sonnenempfindlich sind, wurde bei Personen mit Weißfleckenkrankheit kein höheres Risiko für Hautkrebs beobachtet. Dr. Kos empfiehlt aber zur Sicherheit trotzdem regelmäßige Kontrollen und einen möglichst effektiven Sonnenschutz.

„Doch nicht jeder weiße Fleck ist gleich Vitiligo“, sagt Dr. Kos. So können auch entzündliche Hautkrankheiten, beispielsweise ausgelöst durch Pilze, eine vorübergehende Depigmentierung verursachen. Ein Dermatologe könne in den meisten Fällen sofort feststellen, welche Krankheit für den weißen Fleck verantwortlich ist.

Verschiedene Therapien

Heilung gibt es für Vitiligo noch nicht, verschiedene Therapieformen können die Weißfleckenkrankheit jedoch zum Stillstand bringen oder sogar bis zu einem gewissen Grad rückgängig machen. Die Wahl der geeigneten Methode wird von der Anzahl der weißen Flecken und ihrer Ausdehnung und Form abhängig sein. „Grundsätzlich gilt: Je früher ich mit der Behandlung beginne, desto größer sind die Chancen einer Besserung“, sagt Dr. Kos. So kann eine Cortisoncreme manchmal helfen. Vielfach werden auch Salben mit dem Wirkstoff Tacrolimus verschrieben. Bei größerflächigen weißen Flecken hat sich in einigen Fällen medizinisches Ultraviolettlicht bewährt.

Dr. Kos warnt aber vor zu großen Erwartungen. Dass eine der verfügbaren Therapien funktioniere, könne nicht garantiert werden. Jeder Patient reagiere anders und nicht jede Behandlungsform wirke bei jedem, erklärt der Arzt. Eine völlig neue Therapie, mit sogenannter Melanozyten-Suspension, wird in naher Zukunft an der Uni-Hautklinik in Wien angeboten werden, erzählt Dr. Kos. Dafür würden die betroffenen Stellen mit einem Laser abgeschliffen. Aus gesunder Haut erzeuge man eine Pigmentzell-Lösung, die dann auf die befallenen Bereiche aufgetragen wird. Die Versuche mit der Verpflanzung der Pigmentzellen seien vielversprechend verlaufen.

Monika Unegg
Mai 2013


Foto: mauritius, privat

Kommentar

Weißfleckenkrankheit„Für die Weißfleckenkrankheit gibt es verschiedene Therapien, auf die die Patienten unterschiedlich ansprechen. Eine Heilung der medizinisch harmlosen Pigmentstörung ist noch nicht möglich.“
Dr. Christian Kos
Erster Oberarzt, Abteilung für Dermatologie und Venerologie im Klinikum Klagenfurt

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020