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Die Alzheimer-Krankheit zerstört Zellen im Gehirn

Alte Frau lächeltIn fünf bis zehn Prozent ist die Erkrankung genetisch bedingt. Neue Tests helfen bei der Diagnose.

Obwohl Wissenschafter weltweit zum Thema Alzheimer forschen, sind die Ursachen für die aggressive Krankheit weitgehend unbekannt. Was Experten jetzt schon wissen: Bei Alzheimer-Patienten lagern sich Plaques im Gehirn ab. Inwieweit sie die Ursache oder die Auswirkung der Krankheit sind, ist bis heute jedoch ungeklärt.

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Gestörte Kommunikation

Diese Eiweißablagerungen erschweren die Kommunikation zwischen den Nervenzellen, die beim gesunden Menschen in einem kompliziert miteinander verbundenen Netzwerk organisiert sind. Außerdem dürften die Plaques das Immunsystem des Gehirns aktivieren – die Folge sind Entzündungsreaktionen, die die Neurone selbst schädigen. Nervenzellen, die sich großteils nur ein Mal im Leben bilden können, sterben unwiederbringlich ab. Das Gehirn schrumpft.


"Wer etwa gegen Arthritis ständig hochdosiert entzündungshemmende Medikamente nehmen muss, ist bis zu einem gewissen Grad vor Alzheimer geschützt. Eine Dauermedikation für alle Menschen ist aber wegen der Nebenwirkungen nicht sinnvoll", sagt die Ärztin und Neurowissenschafterin Janina Kowalski. Auch sogenannte Tau-Proteine sind an den zerstörerischen Prozessen im Gehirn beteiligt.


Weil die Ablagerungen in der Gedächtnisregion des Gehirns beginnen, ist auch zuerst das Gedächtnis betroffen. Wenn der Betroffene Veränderungen bemerkt, ist das Nervenzellsterben leider oft bereits weiter fortgeschritten, da diese meist schleichend passieren. Begleitende Symptome für Alzheimer können Schlafstörungen und depressive Verstimmungen sein. "Es ist aber sinnvoll, nicht jeden Mensch mit Gedächtnisproblemen gleich in die Alzheimer-Schublade zu stecken", sagt die Wiener Gedächtnis-Forscherin.


Ständig gibt es Weiterentwicklungen bei der Diagnose. So entwickelten Forscher einen Bluttest, bei dem zehn Proteine abgefragt werden und der mit großer Wahrscheinlichkeit aussagt, ob der Betroffene Alzheimer hat.

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Geruchssinn geht verloren

Zwei Studien der Alzheimer’s Association International Conference 2014 zeigen, dass die Unfähigkeit, Gerüche korrekt zu identifizieren, ein Indiz für die Entwicklung kognitiver Beeinträchtigungen und von Alzheimer sein kann. Forscher fanden in einer Studie an 215 Personen höheren Lebensalters heraus, dass ein Verlust der Funktion der Hirnzellen und eine Verschlechterung des Gedächtnisses mit der Fähigkeit einhergehen, Gerüche zu identifizieren. Eine zweite Studie an 757 Personen aus verschiedenen ethnischen Gruppen ergab, dass Probleme bei der Geruchsidentifizierung mit einem erhöhten Risiko des Übergangs von leichten kognitiven Beeinträchtigungen zu Alzheimer einhergehen.

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Neue Diagnose durch die Augen

In zwei anderen Studien bewiesen Forscher, dass ein Zusammenhang zwischen einer im Auge festgestellten Belastung durch ein spezielles Protein und der Ansammlung des selben Proteins im Gehirn besteht. Diese Tatsache ermöglicht es den Forschern, von Alzheimer betroffene Personen präzise zu identifizieren. (dh) 



OÖN ZeitungsrolleGesundheitsmagazin der OÖNachrichten
Dietlind Hebestreit
6. August 2014

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020