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Arzt mit Stethoskop horcht Mädchen ab

Bronchitis: Bei gelb-grünem Auswurf und Fieber ist Vorsicht geboten

Wer länger als vier bis sechs Wochen hustet, sollte unbedingt zum Arzt gehen, um Komplikationen zu vermeiden.


Bronchitis gehört zur kalten Jahreszeit. Viele überstehen den Winter nicht ohne diesen Infekt. Meistens haben die Betroffenen den Eindruck, der lästige Reizhusten will gar nicht enden.

 

Aber ab wann muss man sich Sorgen machen, dass der Husten chronisch wird und die Lunge schlimmer betroffen ist? Die OÖNachrichten haben Bernd Lamprecht, Primar der Abteilung für Lungenheilkunde am Linzer Allgemeinen Krankenhaus, dazu befragt.

 

Der Spezialist sagt: "Eine Bronchitis kann recht hartnäckig sein, 14 Tage können die Hustenbeschwerden schon dauern. Weitere zwei bis vier Wochen kann sich ein leichter Reizhusten halten." Die Ursache für dieses "Überbleibsel" der Bronchitis sei eine vorübergehende Überempfindlichkeit der Atemwege, die jedoch nicht besorgniserregend sei.

 

Klingt die Bronchitis aber selbst nach dieser Zeit nicht ab, sollte man die Symptome medizinisch abklären lassen. "Ein Hausarztbesuch ist ebenfalls anzuraten, wenn der Husten von gelblich-grünem Auswurf und Fieber begleitet wird", sagt Lamprecht. Der "missfärbige" Auswurf sei ein Zeichen dafür, dass Bakterien an der Infektion beteiligt sind und eine Antibiotka-Therapie notwendig ist.

 

"In diesem Fall ist dem Patienten Bettruhe zu empfehlen, damit die Sache nicht zu einer Lungenentzündung führt, die wiederum chronische Atemwegs-, Herz- oder Stoffwechselerkrankungen auslösen kann", warnt der Spezialist.

 

Bei einer viralen Bronchitis ohne Fieber ist laut Lamprecht keine Bettruhe nötig, "aber natürlich soll man sich schonen". Wichtig sei außerdem, viel zu trinken, damit sich der zähflüssige Schleim in den Bronchien verflüssigt und leichter abgehustet werden kann.

 

Den Hustenreiz kann man mit schleimlösenden Säften lindern. "Ihn gänzlich zu unterdrücken, ist aber falsch, weil das Sekret dann in den Atemwegen bleibt." Ist das zu lange der Fall, kann eine Lungenentzündung entstehen.

 

Antibiotika ja oder nein

Der Einsatz von Antibiotika bei Bronchitis ist nur selten sinnvoll. Denn diese Erkrankung wird von Viren verursacht. Antibiotika wirken jedoch nur bei Bakterieninfektionen. Sie kommen zum Einsatz, wenn sich auf den von Viren angegriffenen Schleimhäuten zusätzlich Bakterien ansiedeln. Dann spricht man von einem komplizierten Bronchitis-Verlauf.

  


Logo OÖ NachrichtenUlrike Griessl

Gesundheitsmagazin der OÖNachrichten

28. Januar 2015



Foto: shutterstock

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020