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Mann schnarcht im Bett und Frau kann nicht schlafen

Nasenpolypen – lästige Geschwülste, die die Lebensqualität einschränken

Der Linzer HNO-Arzt Andreas Strobl erklärt, wann eine Operation nötig ist und welche Therapiemöglichkeit es noch gibt.

Schnarchen ist ebenso wie Atemnot und Kopfschmerzen ein häufiges Symptom bei Patienten mit Nasenpolypen. 

Menschen mit Nasenpolypen (lat. "Poliposis nasi") haben oft viele Beeinträchtigungen: Alle Betroffenen leiden ab einer gewissen Größe der Polypen an Atembeschwerden, ihre Stimme klingt näselnd, sie schnarchen und haben häufig Kopfschmerzen sowie Entzündungen der oberen Atemwege.

Aber was sind Nasenpolypen überhaupt? "Dabei handelt es sich um gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut", erklärt Andreas Strobl, HNO-Arzt im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. Wodurch diese Wucherungen entstehen, sei noch nicht restlos geklärt. "Mögliche Ursachen können Pilzinfektionen der Nasenschleimhaut, Allergien oder anatomische Veränderungen der Nase wie etwa eine Nasenscheidewandverkrümmung sein", sagt Strobl. Es wurde außerdem beobachtet, dass Patienten an Nasenpolypen leiden, die bestimmte Schmerzmittel wie etwa Aspirin nicht vertragen.

Konsequente Nachbehandlung

"Leider sind Nasenpolypen meist sehr hartnäckig, selbst nach einer Operation darf man sich nicht darauf verlassen, dass sie für immer weg sind", sagt der HNO-Arzt. Das bedeute aber nicht, dass die Entfernung der Geschwülste sinnlos sei. Durch die Freilegung der Atemwege und eine konsequenten Nachbehandlung gelinge es oft, die Polypen in Schach zu halten, sodass sie sich nicht in gleicher Größe nachbilden.

Vor allem Betroffenen, deren Nase durch die Gewächse bereits dauerhaft verstopft ist, empfiehlt Strobl eine operative Entfernung der Polypen. Denn in diesem Fall sei es sehr wahrscheinlich, dass sich die Entzündung im Nasenraum auf die Atemwege übertrage. "Wird nicht operiert, stellen sich mit ziemlicher Sicherheit Probleme im Bereich des Kehlkopfs und der Lunge ein und die Patienten können Asthma bekommen", warnt der Mediziner.

Nach dem Eingriff ist es wichtig, die Nase regelmäßig mit einer Solelösung und eventuell auch mit einem cortisonhältigen Spray zu spülen. Außerdem sollte der Hausarzt laut Strobl einmal monatlich Verkrustungen aus der Nase entfernen.

Wenn die Nasenatmung durch die Polypen noch nicht eingeschränkt ist, weil sie klein sind, muss nicht operiert werden. In diesem Fall reicht eine medikamentöse Behandlung mit Solesprays und cortisonhältigen Sprays. 

Zahlen und Fakten über Nasenpolypen

Ein bis zwölf Prozent der Bevölkerung leiden an Nasenpolypen. Frauen und Männer sind laut HNO-Arzt Andreas Strobl gleichermaßen betroffen. Außerdem können diese Wucherungen in der Nase in jedem Alter auftreten.
Allein bei den Barmherzigen Schwestern in Linz werden pro Jahr 300 bis 400 Operationen zur Entfernung dieser Nasenwucherungen durchgeführt. Die Lebensqualität der Betroffenen kann damit wieder erhöht werden, völlig symptomlos sind sie meist aber auch nach dem Eingriff nicht.
Besonders gefährdet sind Berufsgruppen, die häufig Staub ausgesetzt sind. Dazu gehören zum Beispiel Tischler und Schlosser. Auch Raucher sind öfter betroffen als Nichtraucher.

  


Logo OÖ Nachrichten Ulrike Griessl
Gesundheitsmagazin der OÖNachrichten

17. Juni 2015


Foto: shutterstock


Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020