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Kinderkrankheit Dreitagefieber

Wie der Name verrät, handelt es sich beim Dreitagefieber um eine fieberhafte Infektionskrankheit. Sie tritt häufig im Kleinkindalter auf. Wie es dazu kommt und was die Beschwerden lindert, erklärt DDr. Peter Voitl. 

Das Exanthema subitum oder Roseola infantum – so wird das Dreitagefieber in der medizinischen Fachsprache genannt – ist eine durch Viren hervorgerufene Erkrankung. Bei den Erregern handelt es sich um humane Herpes-Viren vom Typ 6. Sie werden durch Tröpfchen beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen. „Das Dreitagefieber ist vermutlich die erste der klassischen Kinderkrankheiten, mit denen Kinder in Berührung kommen. Betroffen sind überwiegend Kinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren“, erklärt DDr. Peter Voitl, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde aus Wien-Donaustadt. 

Eintägiger Hautausschlag

Doch wie macht sich die Erkrankung bemerkbar? Charakteristisches Krankheitssymptom ist sehr hohes Fieber bis 41 Grad Celsius. Dieses hält meist drei bis vier Tage an. Andere Beschwerden wie Husten oder Schnupfen treten meist nicht auf. Ebenso plötzlich wie das Fieber ansteigt, fällt es wieder auf den Normalwert. Nach Abklingen macht sich bei den erkrankten Kindern auf dem Bauch, Rücken und der Brust ein feiner, roter Hautausschlag bemerkbar, der jucken kann. Bereits nach einem Tag klingt der Ausschlag aber wieder ab. Ein entzündeter Rachen sowie geschwollene Lymphknoten am Hals sind ebenfalls möglich. „Manchmal ist auch der Stuhl etwas weicher“, so der Kinderarzt. Von der Zeit der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome vergehen fünf bis 15 Tage. Bei einigen Kindern verläuft die Erkrankung allerdings so abgeschwächt, dass fast keine Beschwerden bemerkbar sind.

Fieber und Hautausschlag treten auch bei anderen Kinderkrankheiten auf. Wie unterscheidet sich das Dreitagefieber nun davon? Der Facharzt erklärt: „Das Dreitagefieber unterscheidet sich durch den typischen Verlauf: Zuerst tritt Fieber, dann der Ausschlag auf. Aber auch der Ausschlag selbst weist Unterschiede auf, weil er Arme und Beine typischerweise freilässt.“ Im Gegensatz zu Masern beginnt die Erkrankung zudem nicht mit Schnupfen, Husten und Lichtempfindlichkeit. 

Fieberkrämpfe möglich

Das Dreitagefieber verläuft in den meisten Fällen harmlos. Als Komplikationen können durch den raschen Fieberanstieg allerdings Fieberkrämpfe auftreten. Diese sind zwar nicht gefährlich, Eltern sollten aber dennoch einen Arzt kontaktieren. Trifft dieser ein, ist der Fieberkrampf zwar meist vorbei, der Arzt klärt jedoch ab, ob andere Ursachen dafür verantwortlich sind. Für Eltern gilt: Unbedingt Ruhe bewahren und dafür sorgen, dass sich das Kind nicht verletzt sowie ungehindert atmen kann. 

Fiebersenkende Mittel und Wadenwickel

Das Dreitagefieber lässt sich rein symptomatisch behandeln. Gegen das hohe Fieber helfen fiebersenkende Mittel oder Hausmittel wie Wadenwickel. „Dafür gibt man in einen Liter kaltes Wasser zirka fünf Esslöffel Essig. Feuchten Sie anschließend mehrere Tücher damit gut an und wickeln Sie diese um beide Waden. Darüber legen Sie am besten ein Handtuch, damit sich die Wickel nicht zu schnell erwärmen. Die Wickel sollten mehrmals gewechselt werden, wenn sie warm geworden sind“, erklärt Voitl. Wichtig ist zudem, dass die betroffenen Kinder viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Das Dreitagefieber lässt sich nicht vorbeugen; eine Impfung gibt es dagegen nicht. Die gute Nachricht aber ist: Kinder, die einmal daran erkrankt sind, sind ein Leben lang dagegen immun.

 

MMag. Birgit Koxeder-Hessenberger

August 2015


Foto: shutterstock

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020