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Operationssaal

Mit Musik geht alles leichter: Ruhige Klänge im Operationssaal

Musik hören zur Ablenkung im Operationssaal. Zur Wahl steht Klassik, Meditationsmusik oder Country.

Angst, Unruhe, Unsicherheit: Wer sich operierten lässt, kämpft oft mit negativen Gefühlen, die auch durch die beste Vorbereitung durch das Ärzte- und Schwesternteam manchmal nicht ausgeräumt werden können. "Wir bieten deshalb Patienten an, während Eingriffen mit Regionalanästhesie Musik zu hören", sagt Diplomkrankenpfleger Dominik Palmetshofer, Stationsleiter Anästhesiologie und Intensivmedizin am LKH Freistadt. Die Vorteile sind vielfältig:

Das Angstgefühl nimmt ab.

Das Schmerzempfinden verringert sich.

Die deutlich gedämpften Umgebungsgeräusche tragen zur Entspannung bei.

Besonders bewährt sich dieses Konzept bei Eingriffen, die etwas lauter sind – wie zum Beispiel Gelenksoperationen.

MP3-Player gegen die Angst

Ausgesucht wurde die Musik vom Krankenhauspersonal. Wenn der Patient am Operationstisch liegt und die Vorbereitungen abgeschlossen sind, bieten Pfleger oder Schwester ihm einen MP3-Player an. Im Repertoire hat das Krankenhaus klassische Klänge, Entspannungsmusik oder sanfte Country-Songs. "Wichtig ist, dass die Musik ruhig ist und den Puls nicht erhöht", sagt Palmetshofer.

Es sei auch nicht sinnvoll, eigene Musik von daheim mitzubringen: "Sonst kann es sein, dass die Musik mit dem Ereignis der Operation verknüpft wird – und dann möchte man sie später vielleicht nicht mehr hören." 75 Prozent der Patienten nehmen das Musikangebot an und sind damit auch zufrieden.

Im LKH Freistadt baut man seit mehr als zehn Jahren auf musikgestützte Operationen. Dass sich Musik positiv auf Körper, Geist und Seele auswirken kann, ist auch wissenschaftlich erwiesen. Warum man dann nicht einfach laute Musik im OP einschaltet, ist schnell erklärt: Weil Geschmäcker unterschiedlich sind, ist es schwierig, im OP-Saal passende Musik zu finden, die sowohl dem Patienten gefällt, als auch der Konzentration des gesamten OP-Teams zuträglich ist.

Während einer Operation herrscht grundsätzlich ein gewisser Geräuschpegel, der von der Musik übertönt werden müsste und somit die wichtige Kommunikation zwischen Ärzten und Anästhesisten stören könnte, heißt es im Landeskrankenhaus.

Anwendungsbeispiele

Musik und Gesundheit: Rhythmische, melodische und harmonische Elemente in der Musik stimulieren das Nervensystem des Menschen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anwendungsgebiete in der Medizin und im Krankenhaus – zum Beispiel bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Problemen, in der Depressionsbehandlung oder bei Komapatienten.

Musiktherapie: Durch gezielten Einsatz von Musik wird bei der Heilmethode therapeutische Wirkung erzielt. Die Therapie dient der Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung psychischer und körperlicher Gesundheit. Während sich die Musiktherapie im stationären Bereich etabliert hat, spielt sie in der ambulanten Versorgung bisher nur eine unbedeutende Rolle.



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Gesundheitsmagazin der OÖNachrichten

23. November 2016

  

Foto: shutterstock



Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020