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Aushilfskräfte: Spezielle Regelung ab 2018


Veröffentlichung: NÖDIS, Nr. 11/Oktober 2017 

Für bestimmte, geringfügig beschäftigte Aushilfskräfte treten mit 1.1.2018 Sonderbestimmungen im Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) in Kraft.

Die allgemeine (auch weiterhin gültige) Regelung besagt Folgendes: Übt ein Dienstnehmer neben einem vollversicherungspflichtigen Dienstverhältnis zusätzlich noch eine oder auch mehrere geringfügige Beschäftigungen aus, dann hat er auch für diese geringfügige(n) Beschäftigung(en) einen Pauschalbeitrag von 14,12 % sowie die Kammerumlage zu entrichten.

Kellnerin mit Tablett und Kaffeegeschirr_Foto StockLite_Quelle Shutterstock Die ab 1.1.2018 geltende Sonderregelung (§ 53a Abs. 3b ASVG) lautet: Wird neben einem vollversicherungspflichtigen Dienstverhältnis ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis ausschließlich zu dem Zweck ausgeübt, einen zeitlich begrenzten zusätzlichen, den regulären Betriebsablauf überschreitenden, Arbeitsanfall zu decken oder den Ausfall einer Arbeitskraft zu ersetzen, so hat der Dienstgeber diesen Pauschalbeitrag von 14,12 % sowie die Arbeiterkammerumlage bzw. Landarbeiterkammerumlage vom Dienstnehmer einzubehalten und abzuführen.

Dazu müssen aber zusätzlich noch folgende zwei Voraussetzungen vorliegen:

  1. Der Dienstnehmer hat noch nicht mehr als 18 Tage pro Jahr einer solchen geringfügigen Beschäftigung ausgeübt und
  2. der Dienstgeber hat noch nicht mehr als 18 Tage pro Jahr solche Personen geringfügig beschäftigt.
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Entfall Unfallversicherungsbeitrag

Ist dies alles der Fall, muss der Dienstgeber für diese Beschäftigungsverhältnisse keinen Beitrag zur Unfallversicherung (UV-Beitrag) entrichten (dieser wird dann aus den Mitteln der Unfallversicherung getragen). Der Dienstnehmer bleibt aber selbstverständlich unfallversichert. Der Anfall der Dienstgeberabgabe (DAG) ist wie bisher möglich.

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Hintergrund

Der Zweck der Neuregelung (die vorerst bis Ende 2020 befristet ist) besteht darin, dass es durch die bereits vom Dienstgeber vorgenommene Einbehaltung des Pauschalbeitrages zu keiner nachträglichen Belastung der temporären Aushilfe kommt. 

Über die konkrete praktische Umsetzung werden wir selbstverständlich noch informieren. 

Autor: Wolfgang Mitterstöger/NÖGKK