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Frau isst Melone

Leichte Kost entlastet bei Hitze

Bei hohen Temperaturen sollte man den ohnehin schon sehr geforderten Organismus nicht zusätzlich durch Süßes und Fettes strapazieren. Auch viel trinken ist Pflicht.

Instinktiv machen es viele von uns richtig: Bei Hitze entscheiden wir uns oft eher für Suppe und Salat als für deftige Speisen. Doch warum ist leichte Kost bei hohen Temperaturen die beste Wahl – und kann sogar Leben retten? "Normalerweise verbraucht der Körper 50 Prozent seiner Energie für alle unbewussten Vorgänge – wie für das Herz-Kreislauf-System und die Hirntätigkeit. "Bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad kann dieser Bedarf um bis zu 20 Prozent zunehmen", sagt Manfred Braun, Diätologe am Klinikum Wels-Grieskirchen. Wenn jedoch der Körper für die Verdauung von deftigen Speisen besonders viel Energie aufwenden muss, bleibt zu wenig Leistung für die anderen Funktionen übrig. "Besonders bei älteren und chronisch kranken Personen kann das dazu führen, dass sie Probleme mit ihrem Herz-Kreislauf-System bekommen. Das kann sogar zum Tod führen", sagt der Diätologe. Er erklärt, wie wir dem Körper am besten helfen, trotz Hitze gut zu funktionieren:

Leicht verdaulich sind Gemüsesorten wie Karotten, Sellerie, Kürbis, aber auch Kartoffeln, Nudeln und Reis, außerdem mageres Fleisch und Fisch, die gedünstet, gegrillt oder in Folie gegart werden.

Schwere Kost sind nicht nur Frittiertes oder Fettes. Auch Kraut, Linsen, Bohnen und andere Hülsenfrüchte bleiben stundenlang im Verdauungstrakt und belasten das System. Der Grund: Der Körper braucht lange, um die Lebensmittel in seine Einzelteile zu zerlegen und dadurch verfügbar zu machen.

Obst, das viel Wasser enthält, kann helfen, den erhöhten Flüssigkeitsbedarf im Sommer zu decken – zum Beispiel Wassermelone.

Salat ist für viele Menschen eine gute Wahl. Zwar gibt es laut Braun keine Studien, die den Verzehr von Rohkost am Abend verteufeln; man sollte jedoch ausprobieren, ob man das verträgt.

Eis enthält oft viel Zucker und Fett. Eine Alternative ist es, mit pürierten Früchten, Milch, Joghurt oder Topfen den kalten Nachtisch selbst herzustellen. Dann lässt sich auch die Menge an zusätzlichem Zucker kontrollieren – oder man verzichtet ganz darauf.

Mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt werden von älteren Menschen und von chronisch Kranken oft besser vertragen. Der Körper kann dann in Etappen verdauen. Auch wenn man im Gasthaus isst, solle man eher kleine Portionen wählen und auf Nachtisch und eventuell auch auf eine Vorspeise verzichten.

Salzig essen, um den Verlust durch das Schwitzen auszugleichen? "Meist nehmen wir genug Salz zu uns. Das kann nur nach dem Sport oder schwerer Arbeit bei Hitze sinnvoll sein." 

 

Logo OÖNachrichten Dietlind Hebestreit

Gesundheitsmagazin der OÖNachrichten

3. Juli 2019

 

Bild: shutterstock

 

Zuletzt aktualisiert am 15. Juli 2019