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Peter Lehner zum Weltnichtrauchertag am 31.5.: Jugend schützen!

Mehr als die Hälfte der Lehrlinge raucht Zigaretten, 29 % sogar täglich. Unter den Schülern sind mehr als ein Viertel Zigarettenraucher.


Am 31. Mai 2020 ist Weltnichtrauchertag, wobei die WHO heuer die Bewahrung der Jugend vor Tabak- und Nikotinkonsum in den Mittelpunkt stellt. „Insbesondere die Zahl der rauchenden Lehrlinge in Österreich ist enorm hoch: Mehr als die Hälfte aller Lehrlinge konsumieren Zigaretten, mehr als ein Viertel der Schüler. Je früher jedoch eine Person zu rauchen beginnt, umso höher ist das Risiko, abhängig zu werden. Nicht umsonst ist das Motto zum Weltnichtrauchertag deshalb heuer ‚Jugend schützen‘ – und wir machen erneut auf Initiativen der Sozialversicherungen wie Rauchfrei Telefon, Beratung bei der Jugendlichenuntersuchung und betriebliche Gesundheitsförderung aufmerksam“ so Peter Lehner, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger.

Eine IfGP-Studie aus dem Jahr 2018/2019 (1) zeigt die besorgniserregenden Zahlen im Detail: 54,6 % der weiblichen und 52,3 % der männlichen Lehrlinge rauchen Zigaretten, 29 % sogar täglich (29,1 % der weiblichen Lehrlinge, 28,9 % der männlichen). Auch E-Zigaretten oder Wasserpfeifen sind die Jugendlichen nicht abgeneigt: 16,5 % der Mädchen und 25,1 % der Burschen in Lehre rauchen E-Zigaretten, 26,2 % bzw. 36,2 % Wasserpfeife. Etwa 29 % der Lehrlinge rauchen auch in der Arbeit (28,8 % der Mädchen, 30,9 % der Burschen).

Der Zigarettenkonsum bei Schülern ab der 9. Schulstufe liegt lt. einer HSBC-Studie aus dem Jahr 2018 etwa bei der Hälfte der Lehrlinge, liegt jedoch noch immer bei mehr als einem Viertel: 27,0 % der weiblichen und 25,6 % der männlichen Schüler rauchen Zigaretten (7,1 % bzw. 9,8 % E-Zigaretten, 17,1 % bzw. 25,9 % Wasserpfeife (1).

Daten aus dem Jahr 2015 zufolge sind weltweit 17 % der jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren Raucher (2). Mit dem Konsum von Tabak wird meist schon im Jugendalter begonnen. Wer jedoch bis zum Alter von 20 Jahren nicht angefangen hat zu rauchen, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr abhängig vom Nikotin (3+4). Vor diesem Hintergrund hat die Präventionsarbeit einen besonderen Stellenwert.

Unterstützung beim Rauchfrei werden: Jugendlichenuntersuchung, betriebliche Gesundheitsförderung und Rauchfrei-Telefon

Die österreichischen Sozialversicherungen haben es sich deshalb durch vielfältige Programme zur Aufgabe gemacht, Jugendlichen mit Angeboten der Tabakprävention zu erreichen bzw. beim rauchfrei werden zu unterstützen. Eine wesentliche Rolle spielt hier die Jugendlichenuntersuchung, mit der eine große Anzahl an Lehrlingen erreicht wird – und der Tabakkonsum wenn notwendig Beratungs-Thema ist. Der Fokus liegt dabei auf der Aufklärung und Unterstützung bei der gesundheitlichen Veränderung des Lebensstils.

Auch das Rauchfrei Telefon bietet unter 0800 810 013 oder www.rauchfrei.at kostenfreie Informationen zur Raucherentwöhnung und den weiteren Schritten dazu – oder eine Unterstützung beim Rauchfrei-Werden mit einer kostenfreien App. Ebenfalls die länderübergreifende Initiative Feel o.k. unter www.feel-ok.at.

Da viele Lehrlinge am Arbeitsplatz rauchen, werden diese auch im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung erreicht. Dazu wurden vor kurzem neue Informationsmaterialien für ein rauchfreies Arbeitsleben erstellt, die rechtliche Grundlagen und praktische Handlungsempfehlungen für die Prävention und zum Nichtraucherschutz im Betrieb sowie eine Checkliste für die Organisationen enthält und online auf der Website www.netzwerk-bgf.at abrufbar ist.


1,76 Mio. Österreicher (24,3 % der Bevölkerung) ab 15 Jahren rauchen täglich

Insgesamt rauchen laut der aktuellsten Untersuchung der Statistik Austria bzw. der Österreichischen Gesundheitsbefragung 2014/2015 1,76 Millionen Österreicher ab 15 Jahren täglich, das entspricht 24,3 % der Bevölkerung. Männer haben mit 26,5 % den höheren Raucheranteil als Frauen mit 22,1% (5). Obwohl seit 2004 ein Rückgang im Tabakkonsum erkennbar ist, hat Österreich im europäischen Vergleich (EU-28: 19 %) nach wie vor einen sehr hohen Anteil an täglichen Raucher/-innen. Insbesondere rauchen in Österreich vergleichsweise viele Frauen (EU-28, Frauen: 15,4 %) (6).

„Die Folgen des Rauchens betreffen nicht nur die Gesundheit jedes einzelnen Betroffenen, sie haben auch wirtschaftliche Auswirkungen“, so Lehner, „Raucher allen Alters fehlen durchschnittlich 2,7 Tage mehr in Betrieben, die Kosten durch Produktivitätsausfälle sind in ganz Österreich mit 1,49 Mrd. Euro pro Jahr enorm“, erzählt Peter Lehner (7).


Mehr Informationen:
Jugendlichenuntersuchung: mehr Infos unter www.sozialversicherung.at/jugendlichenuntersuchung
Rauchfrei Telefon und App: www.rauchfrei.at – ein Bereich zu Jugendlichen ist eingerichtet unter https://rauchfrei.at/jugendarbeit/
Feel o.k.: www.feel-ok.at bzw. https://bit.ly/3e0l18d
Informationsmaterialen für ein rauchfreies Leben: sind unter www.netzwerk-bgf.at abrufbar


Quellen:
(1) Institut für Gesundheitsförderung und Prävention: „Gesundheit, Gesundheitsverhalten und Gesundheitsdeterminanten von österreichischen Lehrlingen, Ergebnisse der Lehrlingsbefragung 2018/19“: https://www.ifgp.at/cdscontent/load?contentid=10008.732792&version=1582794422 Hierin werden Vergleiche zur HBSC-Studie zu Schülern aus dem Jahr 2018 gezogen: Rosemarie Felder-Puig, Friedrich Teutsch, Daniela Ramelow, Gunter Maier. Gesundheit und Gesundheitsverhalten von österreichischen Schülerinnen und Schülern Ergebnisse des WHO-HBSC-Survey 2018

(2) WHO (http://www.euro.who.int/de/media-centre/events/events/2020/05/world-no-tobacco-day-2020-protecting-youth)

(3) Maier, G., Teutsch, F. & Felder-Puig, R. (2017). Gesundheitliches Risikoverhalten österreichischer Schülerinnen und Schüler: Rauchen, Alkohol- und Cannabiskonsum - HBSC Ergebnisse 2014. Wien: BMGF.

(4) http://rauchfrei.at/jugendarbeit/

(5) Aktuellste Zahlen bei der Statistik Austria (2015) bzw. der Österreichischen Gesundheitsbefragung 2014. Hauptergebnisse des Austrian Health Interview Survey (ATHIS) und methodische Dokumentation

(6) Pickl, E. & Stelzl, B. (2019). Nichtraucherschutz im Betrieb – rechtliche Grundlagen und praktische Handlungsempfehlungen für die Prävention. Zusammengefasste Fakten. Institut für Gesundheitsförderung und Prävention, Österreichische Gesundheitskasse; siehe https://www.netzwerk-bgf.at/cdscontent/load?contentid=10008.733336&version=1583229509

(7) Pock, M., Czypionka, T., Reiss, M. & Röhrling (2018). Volkswirtschaftliche Effekte des Rauchens. Ein Update. Institut für Höhere Studien.


Zuletzt aktualisiert am 28. Mai 2020