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18.06.2020, Wien: Unfallstatistik Niederösterreich 2019: Unfallrate bleibt auf Rekordtief


In Österreich haben sichere und gesunde Arbeitsbedingungen ein sehr hohes Niveau erreicht. Den positiven Trend der niedrigen Unfallrate bestätigt die jährliche Arbeitsunfallstatistik der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) auch für Niederösterreich.

Für Niederösterreich wurden 2019 von der AUVA 12.499 Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle) unselbständig Erwerbstätiger gemeldet und anerkannt. In absoluten Zahlen sind das um 242 Arbeitsunfälle (1,97 Prozent) mehr als im Jahr 2018.[1] Die Unfallrate je 1.000 Beschäftigungsverhältnisse lag 2019 in Niederösterreich bei 21,76 und fiel damit etwas geringer aus als 2018 (22,13). Leicht gestiegen ist die Zahl der Krankenstandstage nach Arbeitsunfällen in niederösterreichischen Betrieben: 2019 waren Personen nach einem Arbeitsunfall durchschnittlich 18,56 Tage, also um rund einen Tag länger als 2018 (17,43) im Krankenstand.

Die Anzahl der Wegunfälle (Unfälle auf dem Weg zum Arbeitsplatz oder von dort nach Hause) unselbständig Erwerbstätiger blieben mit 1.416 fast unverändert.

"Als AUVA werden wir in unserer Präventionsarbeit weiter nicht lockerlassen - denn jeder Arbeitsunfall und jeder Fall einer Berufskrankheit ist einer zu viel. Damit verhindern wir nicht nur menschliches Leid, sondern reduzieren auch die finanzielle Belastung für Unternehmen, Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft als Ganzes", so AUVA-Obmann Mario Watz.

Gefährlichste Branchen, häufigste Unfallursachen

Nach Branchen ereigneten sich die meisten Arbeitsunfälle in Niederösterreich bei der "Herstellung von Waren" (2.657 Arbeitsunfällen bzw. 21,26 Prozent aller Arbeitsunfälle in Niederösterreich). Auf Platz zwei liegt die Branche "Bau- und Baunebengewerbe" (2.446 Arbeitsunfälle), gefolgt vom "Handel" (2.131 Arbeitsunfälle).

Ein Blick auf die Berufsgruppen zeigt, dass in Niederösterreich letztes Jahr "Verkäufer und Verkaufshilfskräfte in Handelsgeschäften" (746), "Frachtarbeiter und verwandte Berufe" (726) sowie "Fahrer schwerer Lastkraftwagen" (613) besonders häufig von Arbeitsunfällen betroffen waren.

Die häufigsten Unfallursachen in Niederösterreich waren "Kontrollverlust" über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge (5.070 Arbeitsunfälle bzw. 40,56 Prozent), "Unkoordinierte Bewegungen", wie z. B. Anstoßen, Zusammenstoßen oder Treten auf scharfe Gegenstände (2.382 Arbeitsunfälle bzw. 19,06 Prozent) und "Stürzen" (2.286 Arbeitsunfälle bzw. 18,29 Prozent).

Nach Altersgruppen entfielen die meisten Arbeitsunfälle in Wien auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 25 und 34 Jahren (2.948).

Berufskrankheiten: Lärmschwerhörigkeit weiterhin an der Spitze

Auf den Bereich der AUVA-Landesstelle Wien, die für die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland zuständig ist, entfielen 303 der im Jahr 2019 anerkannten 1.130 Berufskrankheiten unselbständig Erwerbstätiger. Die häufigste Berufskrankheit im Landesstellenbereich war in weit mehr als der Hälfte aller Fälle die durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit (BK 33, 194 Fälle). An zweiter Stelle liegen asbestbedingte Erkrankungen (BK 27a-d, 35 Fälle), gefolgt von berufsbedingten Hauterkrankungen (BK 19, 23 Fälle).

Prävention - Die gemeinsame Aufgabe von AUVA und Unternehmen

Ziel der AUVA ist, die Arbeitswelt sicherer und gesünder zu machen. Seit den 1990er Jahren konnte in enger Zusammenarbeit mit den österreichischen Betrieben die Zahl der Arbeitsunfälle fast halbiert werden. "Sichere und gesunde Arbeitsplätze und -bedingungen zu schaffen, sollte für jedes Unternehmen Priorität haben. Als verlässlicher Partner unterstützt die AUVA Unternehmen dabei, Präventionsmaßnahmen für die Beschäftigten bestmöglich umzusetzen. Denn gerade in der Corona-Krise sind gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wichtige Ressource", sagt Reinhard Minixhofer, Direktor der AUVA-Landesstelle Wien, abschließend.

Grafische Darstellung der Arbeitsunfall-Statistik 2019 - Niederösterreich


[1] Dieser Anstieg ist auf eine Änderung der statistischen Erfassung zurückzuführen. Da mit der Zusammenführung der bisherigen Krankenversicherungsträger in die Österreichische Gesundheitskasse die Abrechnungsadressen der Dienstgeber der jeweils zuständigen Regionalstelle der ÖGK zugeordnet werden, kommt es zu einer Verschiebung von Arbeitsunfällen und Beschäftigungsverhältnissen in andere Bundesländer.