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18.06.2020, Wien: Unfallstatistik Burgenland 2019


In Österreich haben sichere und gesunde Arbeitsbedingungen ein sehr hohes Niveau erreicht. Laut Arbeitsunfallstatistik der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) liegt die Unfallrate im Burgenland deutlich unter dem österreichweiten Wert.

Die Unfallrate je 1.000 Beschäftigungsverhältnisse lag 2019 österreichweit bei 23,96. Obwohl sie im Burgenland mit 17,87 deutlich höher lag als 2018 (15,14), ist das der zweitbeste Wert österreichweit gesehen.

Für das Burgenland wurden 2019 1.726 Arbeitsunfälle (ohne Wegunfälle) unselbständig Erwerbstätiger gemeldet und anerkannt. In absoluten Zahlen sind das um 111 Arbeitsunfälle (6,87 Prozent) mehr als im Jahr 2018.[1] Bei den Krankenstandstagen waren Personen in burgenländischen Betrieben 2019 nach einem Arbeitsunfall durchschnittlich 20,66 Tage, also um fast zwei Tage länger als 2018 (18,94) im Krankenstand. Zugenommen hat im Burgenland leider auch die Anzahl der Wegunfälle (Unfälle auf dem Weg zum Arbeitsplatz oder von dort nach Hause) selbständig Erwerbstätiger (+15,94 Prozent).

"Als AUVA werden wir in unserer Präventionsarbeit weiter nicht lockerlassen - denn jeder Arbeitsunfall und jeder Fall einer Berufskrankheit ist einer zu viel. Damit verhindern wir nicht nur menschliches Leid, sondern reduzieren auch die finanzielle Belastung für Unternehmen, Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft als Ganzes", so AUVA-Obmann Mario Watz.

Gefährlichste Branchen, häufigste Unfallursachen

Nach Branchen ereigneten sich die meisten Arbeitsunfälle im Burgenland im "Bau- und Baunebengewerbe" (384 Arbeitsunfälle bzw. 22,25 Prozent aller Arbeitsunfälle im Burgenland). Dahinter folgen die Produktion ("Herstellung von Waren") mit 349 Arbeitsunfällen und der "Handel" mit 264 Arbeitsunfällen.

Ein Blick auf die Berufsgruppen zeigt, dass im Burgenland letztes Jahr "Verkäufer und Verkaufshilfskräfte in Handelsgeschäften" (120), "Fahrer schwerer Lastkraftwagen" (80) sowie "Maurer und verwandte Berufe" (78) besonders häufig von Arbeitsunfällen betroffen waren.

Die häufigsten Unfallursachen im Burgenland waren der "Kontrollverlust" über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge (666 Arbeitsunfälle bzw. 38,59 Prozent), "Stürzen" (345 Arbeitsunfälle bzw. 19,99 Prozent) sowie "Unkoordinierte Bewegungen", wie z. B. Anstoßen, Zusammenstoßen oder Treten auf scharfe Gegenstände (331 Arbeitsunfälle bzw. 19,18 Prozent).

Nach Altersgruppen entfielen die meisten Arbeitsunfälle auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 35 und 44 Jahren (419 Arbeitsunfälle).

Berufskrankheiten: Lärmschwerhörigkeit weiterhin an der Spitze

Auf den Bereich der AUVA-Landesstelle Wien, die für die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland zuständig ist, entfielen 303 der im Jahr 2019 anerkannten 1.130 Berufskrankheiten unselbständig Erwerbstätiger. Die häufigste Berufskrankheit war in weit mehr als der Hälfte aller Fälle die durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit (BK 33, 194 Fälle). An zweiter Stelle liegen asbestbedingte Erkrankungen (BK 27a-d, 35 Fälle), gefolgt von berufsbedingten Hauterkrankungen (BK 19, 23 Fälle).

Prävention - Die gemeinsame Aufgabe von AUVA und Unternehmen

Ziel der AUVA ist, die Arbeitswelt sicherer und gesünder zu machen. Seit den 1990er Jahren konnte in enger Zusammenarbeit mit den österreichischen Betrieben die Zahl der Arbeitsunfälle fast halbiert werden. „Sichere und gesunde Arbeitsplätze und -bedingungen zu schaffen, sollte für jedes Unternehmen Priorität haben. Als verlässlicher Partner unterstützt die AUVA Unternehmen dabei, Präventionsmaßnahmen für die Beschäftigten bestmöglich umzusetzen. Denn gerade in der Corona-Krise sind gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine wichtige Ressource“, sagt Reinhard Minixhofer, Direktor der AUVA-Landesstelle Wien, abschließend.

Grafische Darstellung der Arbeitsunfall-Statistik 2019 - Burgenland


[1] Dieser Anstieg ist auf eine Änderung der statistischen Erfassung zurückzuführen. Da mit der Zusammenführung der bisherigen Krankenversicherungsträger in die Österreichische Gesundheitskasse die Abrechnungsadressen der Dienstgeber der jeweils zuständigen Regionalstelle der ÖGK zugeordnet werden, kommt es zu einer Verschiebung von Arbeitsunfällen und Beschäftigungsverhältnissen in andere Bundesländer.