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Erkältung


Eine Erkältung (auch „Verkühlung“ oder „grippaler Infekt“) geht meist mit Schnupfen, Husten und Heiserkeit einher. Oft kommen auch leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen dazu. Im Normalfall vergehen die Beschwerden nach ein bis zwei Wochen von selbst. Der Husten kann unter Umständen auch länger dauern. Es ist nicht ungewöhnlich, mehrmals im Jahr eine Erkältung zu bekommen.

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Woher kommt die Erkältung?

Erkältungen sind Infektionen der oberen Atemwege, sie werden durch Viren ausgelöst. Meistens werden sie durch Niesen, Husten oder über Gegenstände und Händeschütteln übertragen. In der kalten Jahreszeit ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch.

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Was kann ich selbst tun?

Normalerweise schafft es der Körper selbst, mit einer Erkältung fertigzuwerden. Es gibt keine Medikamente, die gegen Erkältungen („grippale Infekte“) wirken. 

Die Grippeimpfung schützt nicht vor Erkältungen, sondern nur vor der echten Grippe („Influenza“).9 Eine Influenza erkennen Sie daran, dass die Beschwerden meist plötzlich beginnen und Sie ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl und hohes Fieber haben.9 Meistens ist auch kein Schnupfen dabei. Vor allem für ältere Menschen, Personen mit Grunderkrankungen wie Diabetes oder Herzleiden, Schwangere und Kinder wird eine Influenza-Impfung zum Schutz vor der echten Grippe empfohlen.

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So können Sie selbst dazu beitragen, Ihre Beschwerden zu lindern: 

  • Schonen Sie sich und bleiben Sie im Bett, wenn Sie sich schlapp fühlen oder Fieber haben.
  • Inhalieren mit Wasserdampf, Nasenduschen mit Salzwasser und Gurgeln mit Salbeitee werden oft als hilfreich empfunden.
  • Rauchen Sie nicht. Rauchen verschlimmert die Beschwerden und verzögert die Heilung.

 

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Helfen Medikamente?

In der Apotheke können Sie verschiedene rezeptfreie Mittel gegen die typischen Erkältungsbeschwerden kaufen. Für viele von ihnen gibt es allerdings keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass sie wirklich die Beschwerden lindern oder die Krankheitsdauer verkürzen.

  • Schmerzmittel (z. B. Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Ibuprofen) können Kopf- und Gliederschmerzen lindern und das Fieber senken. Beachten Sie die Packungsbeilage.
  • Schleimlösende Arzneimittel (in Form von Sirups, Tropfen, Tabletten etc.) können den Hustenauswurf erleichtern. Sie sind erst dann nützlich, wenn der Körper schon selbst Schleim produziert (nicht bei Reizhusten).
  • Hustenstiller sollten allenfalls in der Nacht verwendet werden, da das Abhusten wichtig ist.3 Es ist wissenschaftlich nicht belegt, dass schleimlösende oder hustenstillende Mittel schneller gesund machen.
  • Abschwellende Nasentropfen oder -sprays können bei verstopfter Nase etwas Erleichterung verschaffen. Es wird allerdings davon abgeraten, sie länger als eine Woche zu verwenden.
  • Lutschtabletten, Gurgellösungen oder Rachensprays mit lokal betäubenden, desinfizierenden oder antibiotikahaltigen Substanzen werden bei Halsschmerzen nicht empfohlen.
  • Zink-Lutschtabletten können die Dauer der Erkältung verkürzen.8 Sie können allerdings Übelkeit auslösen und schmecken nicht besonders angenehm.
  • Bei vielen pflanzlichen Mitteln ist die Wirksamkeit unklar. So gibt es etwa keinen gesicherten Nachweis, dass Echinacea oder Rotalgen helfen.6,7 Für Extrakte aus Myrtol, Efeu, Primel- oder Pelargonienwurzel und Thymian konnte in Studien ein leicht hustenstillender Effekt nachgewiesen werden.
  • Vitamin C schützt nicht vor Erkältungen, man wird durch die Einnahme von Vitamin C auch nicht schneller gesund.
  • Auch Antibiotika helfen nicht gegen Erkältungsviren. Nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion können sie sinnvoll sein.

 

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Wann sollte ich jedenfalls eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?

Normalerweise vergeht eine Erkältung nach einigen Tagen von selbst. Sie sollten allerdings sofort ärztliche Hilfe suchen, wenn

  • Sie sehr starke Kopfschmerzen (dringend bei: Erbrechen, Verwirrtheit und Nackensteifigkeit),
  • Atemnot, Fieber (über 38,5 Grad Celsius) oder
  • besonders starke Beschwerden haben,
  • sich die Beschwerden nicht bessern oder sogar verschlechtern.

 

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Wie kann ich mich und andere vor Erkältungen schützen?

  • Den besten Schutz vor einer Ansteckung bietet häufiges Händewaschen.
  • Vermeiden Sie Menschenansammlungen.
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem u. a. durch ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressreduktion.

 

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Quellen

  • Deckx, L.; De Sutter, A. I. M.; Guo, L.; Mir, N. A.; van Driel, M. L. (2016): Nasal decongestants in monotherapy for the common cold. In: Cochrane Database of Systematic Reviews/10:CD009612
  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) (2009): Halsschmerzen DEGAM-Leitlinie Nr. 14 [abgelaufen], Düsseldorf
  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) (2014): Husten. DEGAM-Leitlinie Nr. 11 [abgelaufen], Frankfurt a.M.
  • Hemilä, H.; Chalker, E. (2013): Vitamin C for preventing and treating the common cold. In: Cochrane Database of Systematic Reviews/1:CD000980
  • Jefferson, T.; Del Mar, C. B.; Dooley, L.; Ferroni, E.; Al‐Ansary, L. A.; Bawazeer, G. A.; van Driel, M. L.; Nair, S.; Jones, M. A.; Thorning, S.; et al. (2011): Physical interventions to interrupt or reduce the spread of respiratory viruses. In: Cochrane Database of Systematic Reviews/7:CD006207
  • Linde, K.; Barrett, B.; Bauer, R.; Melchart, D.; Woelkart, K. (2006): Echinacea for preventing and treating the common cold. In: Cochrane Database of Systematic Reviews/1:CD000530
  • Ludwig M.; Enzenhofer, E.; Schneider, S.; Rauch, M.; Bodenteich, A. (2013): Efficacy of a Carrageenan nasal spray in patients with common cold: a randomized controlled trial. In: Respir Res 14/124:1-11
  • Rabady, S.; Sönnichsen, A.; Kunnamo, I. (Hsg.): EbM-Guidelines. Infektionen der oberen Atemwege bei Erwachsenen [Online]. https://www.ebm-guidelines.com/dtk/ebmga/home [Zugriff am 08.07.2019] 
  • Rabady, S.; Sönnichsen, A.; Kunnamo, I. (Hsg.): EbM-Guidelines. Pneumonie [Online]. https://www.ebm-guidelines.com/dtk/ebmga/home [Zugriff am 09.07.2019]

Zuletzt aktualisiert am 25. November 2020