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Leben mit COPD


COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist eine dauerhafte Erkrankung der Lunge, bei der die Atemwege (Bronchien) verengt sind. Eine COPD entsteht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich langsam über Jahre hinweg. Der größte Risikofaktor ist das Rauchen. Die Abkürzung COPD kommt von der englischen Bezeichnung Chronic Obstructive Pulmonary Disease.1,10

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Woran erkenne ich COPD?5

  • COPD erkennt man oft erst sehr spät.
  • Frühe Anzeichen sind hartnäckiger Husten, Auswurf, Keuchen und Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung. Häufig werden die Beschwerden anfangs für Bronchitis oder Asthma gehalten oder als „normaler Raucherhusten“ verharmlost. 
  • Bei fortgeschrittener COPD nehmen die Beschwerden zu. Atemnot tritt dann bereits bei Alltagstätigkeiten und in Ruhe auf, beim Atmen wird ein Pfeifen und Brummen hörbar. Typisch sind auch plötzliche Verschlechterungen, die sich durch Anfälle von Atemnot und verstärkten Husten mit Auswurf bemerkbar machen.
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Wie entsteht COPD?10

  • Wenn Sie rauchen, sind Sie besonders gefährdet.
  • Auch wenn Sie nicht rauchen, können Sie eine COPD entwickeln. Auslöser sind meist Schadstoffe, Luftverschmutzung und Passivrauchen. 
  • Vor allem bei jüngeren Menschen kann COPD in seltenen Fällen auch ein genetisch bedingt sein (Mangel an Alpha‐1‐Antitrypsin).
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Was kann ich selbst tun?

Sie können selbst viel dazu beitragen, Ihre Gesundheit zu fördern und die Behandlung zu unterstützen.1

  • Sollten Sie rauchen, ist jetzt das Wichtigste, damit aufzuhören. Es gibt Rauchstopp‐Programme, die Ihnen dabei helfen können. Informationen finden Sie hier: https://rauchfrei.at10. Auch Nikotinersatz in Form von Sprays, Pflastern oder Kaugummis und andere Arzneimittel können Ihnen helfen, mit dem Rauchen aufzuhören.11
  • Besteht der Verdacht, dass die Erkrankung durch Schadstoffe verursacht wurde, sollten Sie versuchen, diese zu meiden.1
  • Achten Sie auf ausreichend Bewegung. Das verbessert nachweislich Ihre Belastbarkeit und Lebensqualität.
  • Bei vielen Patientinnen und Patienten mit COPD tritt ein ungewollter Gewichtsverlust auf. Umgekehrt kann es aber auch zu einer raschen Gewichtszunahme kommen, die oft auf eine beeinträchtigte Herzfunktion hinweist. Beraten Sie sich mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.1
  • Gezielte Physiotherapie kann die Beschwerden lindern. Geübt werden dabei spezielle Körperhaltungen und Atemtechniken.4
  • Spezielle Maßnahmen der Rehabilitation können einen günstigen Einfluss auf Ihre Lebensqualität und körperliche Ausdauer haben.9
  • Auch traditionelle chinesische Bewegungsarten wie Qigong und Tai‐Chi haben in Studien gezeigt, dass sie die Beschwerden lindern können.8
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Selbstmanagement und Schulungen

Unter Selbstmanagement versteht man, dass Sie als Patientin oder Patient lernen, wie Sie aktiv zur Bewältigung Ihrer Erkrankung beitragen können.7 Studien zeigen, dass unterstütztes Selbstmanagement bei COPD die Lebensqualität verbessern, die Atemnot lindern und Spitalsaufenthalte reduzieren kann.12 Wichtig scheint dabei vor allem zu sein, dass Sie sich regelmäßig mit spezialisierten Ärztinnen/Ärzten, Therapeutinnen/Therapeuten oder Pflegepersonen austauschen.2,3,6

Schulungen zum Selbstmanagement finden oft in Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen statt. Man erfährt dabei zum Beispiel,4

  • wie man sich leichter das Rauchen abgewöhnen kann,
  • wie man Inhalatoren und Geräte zur Sauerstoffversorgung richtig anwendet, 
  • wo man Hilfe bei psychischen Problemen erhält, 
  • welche Körperhaltungen das Atmen erleichtern, 
  • wie man sein Leben, den Alltag und Beruf mit COPD meistert und 
  • was man im Notfall bei einer akuten Verschlechterung tun soll.
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Wann sollte ich jedenfalls eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?10

  •  Vor allem Raucherinnen und Raucher sollten anhaltenden Husten und häufig auftretende Atemnot ernst nehmen und mit ihrer Hausärztin bzw. ihrem Hausarzt darüber sprechen. 
  • Suchen Sie Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt auch auf, wenn Sie stärker als sonst unter Atemnot und Husten leiden oder mehr Schleim abhusten.
  • Auch bei allgemeinen Krankheitszeichen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Fieber sollten Sie ärztliche Hilfe suchen.
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Helfen Medikamente?

Je nach Schwere der COPD gibt es verschiedene Medikamente, die die Beschwerden lindern und ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern oder verlangsamen können. Dazu zählen u. a. Bronchodilatatoren, die die Atemwege (Bronchien) erweitern und in der Regel als Spray verabreicht werden. Kortisonpräparate werden in der Regel eingesetzt, um akute Verschlimmerungen („COPD‐Schübe“) zu verhindern. In schweren Fällen ist eine Langzeitsauerstofftherapie erforderlich.1,10


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Quellen

1. ÄZQ, Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (2014): Was passiert bei COPD? [Online]. www.patienten‐information.de/patientenleitlinien [Zugriff am 4.6.2020]

2. Benzo, R.; McEvoy, C. (2019): Effect of Health Coaching Delivered by a Respiratory Therapist or Nurse on Self‐Management Abilities in Severe COPD: Analysis of a Large Randomized Study. In: Respir Care 64/9:1065‐1072

3. Benzo, R.; Vickers, K.; Novotny, P. J.; Tucker, S.; Hoult, J.; Neuenfeldt, P.; Connett, J.; Lorig, K.; McEvoy, C. (2016): Health Coaching and Chronic Obstructive Pulmonary Disease Rehospitalization. A Randomized Study. In: Am J Respir Crit Care Med 194/6:672‐680

4. gesundheit.gv.at (2017): COPD [Online]. https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/atemwege/copd/inhalt [Zugriff am 4.6.2020]

5. gesundheitsinformation.de (2019): Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) [Online]. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). https://www.gesundheitsinformation.de/chronisch‐obstruktive‐lungenerkrankung‐copd.2481.de.html [Zugriff am 28.5.2020]

6. GOLD, Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (2020): Global Strategy for the Diagnosis, Management, and Prevention of Chronic Obstructive Pulmonary Disease (2020 Report)

7. Lenferink, A.; Brusse‐Keizer, M.; van der Valk, P. D.; Frith, P. A.; Zwerink, M.; Monninkhof, E. M.; van der Palen, J.; Effing, T. W. (2017): Self‐management interventions including action plans for exacerbations versus usual care in patients with chronic obstructive pulmonary disease. In: Cochrane Database Syst Rev/8:CD011682

8. Ng, B. H.; Tsang, H. W.; Ng, B. F.; So, C. T. (2014): Traditional Chinese exercises for pulmonary rehabilitation: evidence from a systematic review. In: J Cardiopulm Rehabil Prev 34/6:367‐377

9. Puhan, M. A.; Gimeno‐Santos, E.; Cates, C. J.; Troosters, T. (2016): Pulmonary rehabilitation following exacerbations of chronic obstructive pulmonary disease. In: Cochrane Database Syst Rev/12:CD005305

10. Rabady, S.; Sönnichsen, A.; Kunnamo, I. (Hrsg.) (2019): EbM‐Guidelines. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) [Online]. https://www.ebm‐guidelines.at/AT/Die‐Online‐Version [Zugriff am 17.3.2020]

11. Rabady, S.; Sönnichsen, A.; Kunnamo, I. (Hrsg.) (2020): EbM‐Guidelines. Raucherentwöhnung [Online]. https://www.ebm‐guidelines.at/AT/Die‐Online‐Version [Zugriff am 17.3.2020]

12. Zwerink, M.; Brusse‐Keizer, M.; van der Valk, P. D.; Zielhuis, G. A.; Monninkhof, E. M.; van der Palen, J.; Frith, P. A.; Effing, T. (2014): Self management for patients with chronic obstructive pulmonary disease. In: Cochrane Database Syst Rev/3:CD002990

Zuletzt aktualisiert am 03. Februar 2021