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Verbrennungen


Feuer, heiße Gegenstände und Flüssigkeiten, Dämpfe, Chemikalien, Strom oder Sonne können Verbrennungen der Haut oder des darunterliegenden Gewebes verursachen. Kleine, oberflächliche Verbrennungen können meistens selbst versorgt werden und heilen in der Regel in kurzer Zeit wieder ab. Bei einer schweren oder großflächigen Verbrennung ist eine rasche medizinische Versorgung notwendig.2

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Welche Beschwerden können auftreten?1,3

Der Schweregrad einer Verbrennung wird danach beurteilt, wie tief sie in die Hautschichten eindringt.

  • Verbrennungen 1. Grades zeigen sich mit Rötung, Schwellung und (leichten) Schmerzen. Es ist nur die oberste Hautschicht betroffen. Sie heilen zumeist ohne Narben innerhalb von ca. zehn Tagen ab.
  • Verbrennungen 2. Grades erzeugen Blasen und sind schmerzhaft. Sogenannte „2a‐Verbrennungen“ sind oberflächlich und heilen meist innerhalb von ca. zwei Wochen. Bei „2b‐Verbrennungen“ sind tiefere Haut‐ und Bindegewebsschichten betroffen. Sie zeigen sich mit weißlicher Verfärbung der Haut und heilen nicht von alleine, sondern müssen oft operiert werden.
  • Verbrennungen 3. Grades gehen tief in die Haut und führen zu schwarz‐weiß verfärbten Gewebeschäden. Da die Nervenenden zerstört werden, empfinden Betroffene keine Schmerzen. 
  • Bei Verbrennungen 4. Grades („Verkohlung“) sind auch tiefer liegende Schichten wie Muskeln und Knochen betroffen.


Die Auswirkungen hängen auch von der Größe der verbrannten Hautfläche ab. Es kann auch sein, dass eine Vergiftung durch Kohlendioxid auftritt.

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Was kann ich selbst tun?

Leichte und kleinere Verbrennungen oder Verbrühungen können Sie meist selbst behandeln.

  • Kühlen Sie die betroffenen Körperstellen 10 bis 20 Minuten lang mit fließendem lauwarmem Wasser.8 Stoppen Sie die Kühlung schon früher, wenn der verletzten Person kalt wird. Großflächige Verbrennungen sollte man gar nicht kühlen.2
  • Leichte Verbrennungen oder Verbrühungen ohne Blasenbildung benötigen keine spezielle weitere Versorgung.2
  • Halten Sie die Verletzung sauber.2
  • Öffnen Sie die Brandblasen nicht.3
  • Tragen Sie auf offene Wunden keine Salben, Puder oder andere Mittel auf. Erst wenn sich nach einigen Tagen eine Kruste oder Schorf gebildet hat, kann eine pflegende Wund‐ und Heilsalbe die weitere Abheilung unterstützen.2
  • Die Einnahme von Antibiotika zur Vorbeugung von Infektionen ist bei oberflächlichen Brandwunden nicht notwendig. Bei erhöhter Infektionsgefahr können antibiotische Salben aufgetragen werden.1,3
  • Verwenden Sie eine rückfettende Hautpflege, sobald die Wunde zugeheilt ist. Schützen Sie die Haut vor Sonne.3
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Wann ist eine ärztliche Behandlung notwendig?

Bei schweren Verbrennungen sollten Sie sofort die Rettung unter der Nummer 144 rufen. Tiefe Verbrennungen sowie oberflächliche Verbrennungen, die mehr als 20 Prozent der Körperoberfläche (bei Kindern 10 Prozent) betreffen, müssen im Krankenhaus behandelt werden. Das gilt auch für kleinere oberflächliche Verbrennungen an speziellen Körperstellen, wie Gesicht, Genitalien, Handflächen und Fußsohlen. Für ganz schwere Fälle gibt es in Österreich Zentren für Schwerbrandverletzte.

Sie sollten jedenfalls ärztliche Hilfe suchen, wenn2

  • die Haut weiß oder verkohlt ist,
  • sich Brandblasen an besonders empfindlichen Körperstellen, z. B. im Gesicht, an den Genitalien, Handflächen oder Fußsohlen, bilden,
  • die Verletzungen durch Chemikalien, elektrischen Strom oder Vergiftungen durch Abgase und Kohlenmonoxid aufgetreten sind,
  • sich die Wunden entzünden,
  • es sich bei der verletzten Person um ein kleines Kind, eine ältere Person oder einen Menschen mit Diabetes handelt.

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Quellen

1. DGV, Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (2018): S2k Leitlinie. Behandlung thermischer Verletzungen des Erwachsenen. AWMF‐Register‐Nr. 044/001

2. gesundheit.gv.at (2019): Notfall: Verbrennung [Online]. https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/erste‐hilfe/notfall/verbrennungen [Zugriff am 17.6.2020]

3. Rabady, S.; Sönnichsen, A.; Kunnamo, I. (Hrsg.) (2019): EbM‐Guidelines. Verbrennungen [Online]. https://www.ebm‐guidelines.at/AT/Die‐Online‐Version [Zugriff am 14.5.2020]

Zuletzt aktualisiert am 16. Februar 2021