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GW St. Pölten


BGF Fact-Box: 
Branche: Industrie
Bundesland: Niederösterreich
Anzahl Mitarbeiterinnen und MItarbeiter: 530
Start BGF Projekt: 03.04.2018


Einleitung über Firma

1X4E9176_.jpgDie GW St. Pölten Integrative Betriebe GmbH – mit Sitz in St. Pölten – ist mit rund 500 Mitarbeiter*innen (davon 70 % Menschen mit Behinderung) einer der größten Integrativen Betriebe Österreichs. Als innovativer und zertifizierter Industriebetrieb reichen die Produkte und Leistungen von Metall- und Elektroproduktion über Textilarbeiten, Schilder.Druck.Werbetechnik bis hin zu GW Services (Grünraumpflege, Gebäudereinigung und Sanierung). In der Lehrlingsausbildung (Integrative Lehre und Regellehre) werden derzeit ca. 50 Lehrlinge ausgebildet.'

Wann wurde mit BGF begonnen und was waren die Gründe dafür?

Die GW St. Pölten bietet ihren Mitarbeiter*innen bereits seit 2009 Angebote zur Betrieblichen Gesundheitsförderung an. Vorträge zu Gesundheits-, Ernährungs- und anderen aktuellen Themen, verschiedene Bewegungsangebote, gemeinsame Freizeitaktivitäten, Exkursionen, Koch- und Grillseminare, Gesundheitschecks sowie der wöchentliche Obsttag zählen unter anderem zu diesen Angeboten.

Nachdem die GW St. Pölten ein modernes, zertifiziertes und innovatives Unternehmen ist, wurde im Herbst 2017 beschlossen, mit einem nachhaltigen BGF-Projekt – in Kooperation mit der ÖGK (damals NÖGKK) – im Frühling 2018 zu starten. Ergänzt wurde das BGF-Projekt mit einem parallelen Start des Audits „Vereinbarkeit Beruf & Familie“, um die bereits gelebte familienfreundliche Personalpolitik im Unternehmen als auch nach Extern verstärkt zu platzieren.

Die Erreichung des BGF-Gütesiegels und die Implementierung eines nachhaltigen Betrieblichen Gesundheitsmanagements, indem die Mitarbeiter*innen laufend aktiv eingebunden sind, zählten zu unseren Zielen.

  • Die Implementierung des nachhaltig eingeführten Betrieblichen Gesundheitsmanagements (Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement) und die aktive Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen in der GW St. Pölte
  • zur Schaffung und Weiterentwicklung einer gesundheits- und leistungsfördernden Arbeitsumgebun
  • zur Sicherstellung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz
  • zur Stärkung der Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • zur kontinuierlichen Verbesserung des Wohlbefindens

bei.

Wer wurde in die Projektstruktur bzw. in die Steuerungsgruppe eingebunden?
Für das BGF-Projekt wurde eine eigene Steuergruppe installiert. Dieser Steuergruppe gehörten insgesamt sieben Personen aus unterschiedlichen Bereichen (Geschäftsführung, Prokurist und Bereichsleiter Personal & Finanzen, Betriebssozialarbeit, Betriebsarzt, Betriebsratsvorsitzender und externer Berater der ÖGK) an. Damit die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgearbeiteten Maßnahmen und Verbesserungsvorschläge bearbeitet und umgesetzt werden konnten, wurden aus den zuständigen Geschäftsfeldern Arbeitspaketverantwortliche definiert. Die GW St. Pölten wurde von einem externen Berater der ÖGK während der gesamten Projektlaufzeit begleitet und war ebenso Teil der Steuergruppe.

Wie wurde die Belegschaft eingebunden? Wie wurde sie über die BGF-Aktivitäten informiert?
Im Zuge einer Kick-Off-Veranstaltung im Herbst 2018, mit einleitenden Worten durch die Geschäftsführung und den Betriebsratsvorsitzenden, informierten wir alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über das Projekt BGF. Eine Präsentation durch die externen Berater (BGF und Vereinbarkeit Beruf & Familie) machten das Vorhaben nochmals deutlich und luden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur aktiven Mitarbeit bei den Gesundheitszirkeln und Workshops ein.

Die Einbindung erfolgte überwiegend durch die Teilnahme an den Gesundheitszirkeln und Workshops. Einzelne Maßnahmen erforderten mit den Betroffenen einen zusätzlichen weiteren Austausch, um gemeinsam die passende Lösung zu finden.

Fertig umgesetzte bzw. abgeschlossene Maßnahmen wurde per Blog/News an die Mitarbeiter*innen kommuniziert. Zusätzlich bestand die Möglichkeit die News an zwei Infoboards nachzulesen und die Führungskräfte nutzten ihr Mitarbeiter-Jour fixe, um den Verlauf des Projektes bzw. die Erfolge sichtbar zu machen. Ebenso dienten die Mitarbeiter-Zeitung mit zusammengefassten Berichten und Beiträgen sowie das GW-Intranet als Kommunikationsformat. Eine Zusammenfassung erfolgte durch die Betriebssozialarbeit bei den Sozialinformationen in den jeweiligen Abteilungen.

Welche Maßnahmen wurden umgesetzt?
Ergänzend zum bereits bestehenden umfangreichen jährlichen BGF-Angebot (Schwerpunkte: Bewegung, Ernährung, Gesundheit, Aktiv in der Freizeit) wurden weitere verhältnisorientierte und verhaltensorientierte Maßnahmen aus den Bereichen

  • Arbeitsumgebung,
  • Arbeitsabläufe/-organisation,
  • Sozial-/Organisationsklima,
  • Arbeitsaufgaben/-tätigkeiten und der
  • Vereinbarkeit Beruf & Familie

umgesetzt.

Ein kleiner Auszug dazu: die Maßnahmen reichen von der Neuinstallierung von Rad-Abstellplätzen über Fuß-/Gummimatten an den Arbeitsplätzen, Anschaffung von Transportmitteln, Prioritätensetzung bei Arbeitsaufträgen von Lehrlingen bis hin zu einem Pilotprojekt „Gleitzeit in der Produktion“ sowie der Einführung von versetzten Pausen.

Themen wie Stressmanagement und „Nicht-Abschalten-Können“, Angebote zu Verspannungen im Nacken-/Rücken-/Schulterbereich und die Einführung eines elektronisch-unterstützten Rechnungseingangsmanagements (ERP-System) zeigen die Vielfalt unserer Maßnahmenumsetzung. Im Bereich der Vereinbarkeit konnten zum Beispiel Angebote zur betrieblichen Kinderbetreuung und Informationen zum Thema „Pflege“ umgesetzt werden.

Unsere Führungskräfte setzten sich in Workshops mit der demografischen Entwicklung, der Förderung der Arbeitsfähigkeit älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie dem generationengerechten und gesunden Führen auseinander.

Wie geht es weiter?
Der im GW-Intranet definierte Prozess „Evaluierung physischer und psychischer Belastungen“ gewährleistet eine nachhaltige und stetige Entwicklung. In diesem Prozess ist die regelmäßige Durchführung (im drei-Jahres-Rhythmus) von intern moderierten Gesundheitszirkeln, die Maßnahmenumsetzung und die Evaluierung festgehalten.

Die Evaluierung physischer und psychischer Belastungen stellt in der GW St. Pölten die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sicher und dient dazu, um Gesunderhalter und Belastungen zu erheben, zu bewerten und die Maßnahmenumsetzung inkl. Wirksamkeitsprüfung sicherzustellen. Das Ziel ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Gesundheitsschutzes aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Beim implementierten Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement wurden sechs Säulen verankert: Betriebliche Gesundheitsförderung, Betriebssozialarbeit, Vereinbarkeit Beruf & Familie, Betriebliches Eingliederungsmanagement, Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz sowie Arbeitsmedizin. Hier ist das Bestreben, eine gesundheits- und leistungsfördernde Arbeitsumgebung sowie die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz sicherzustellen und laufend weiterzuentwickeln, um die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken und zur kontinuierlichen Verbesserung des Wohlbefindens beizutragen.

Die jährlich erscheinende Broschüre „Arbeits- und Gesundheitsschutz für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ beinhaltet alle Angebote zur Betrieblichen Gesundheitsförderung und gibt einen Überblick über die Säulen des Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagements, um so wiederkehrend die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf das Thema zu sensibilisieren.

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