Risiko- und Fehlermanagement mit CIRPS in den Einrichtungen der AUVA
In den Unfallkrankenhäusern und Rehabilitationszentren der AUVA ist CIRPS Teil des Risiko- und Fehlermanagements. Durch dieses System können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Gefahrenquellen melden, bevor etwas passiert. Ein eigens dafür eingesetztes Vertrauensteam verwaltet die Meldungen und sorgt dafür, dass im Einvernehmen mit der Kollegialen Führung berufsübergreifende Lösungen erarbeitet werden, die das Auftreten von kritischen Ereignissen und Fehlern in Zukunft vermeiden sollen.
CIRPS
CIRPS steht für „Critical Incident Reporting and
Prevention System“. Es ist ein Instrument für Erkennung, Meldung, Analyse
und lösungsorientiertes Bearbeiten von unerwünschten Ereignissen, Fehlern und
Beinaheschäden. Vorrangiges Ziel ist, Maßnahmen umzusetzen, die in Zukunft das
Risiko des Auftretens von Fehlern minimieren.
CIRPS wurde im Oktober 2013
von der Plattform Patientensicherheit als Leitprojekt für Patientensicherheit
in Österreich anerkannt und ausgezeichnet.
CIRPS-Detailinformation
Das AUVA-Fehlermanagementsystem CIRPS (Critical Incident Reporting and Prevention System) steht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das nunmehr zwölfte Jahr als Instrument zur Meldung von unerwünschten Ereignissen zur Verfügung. Nach dem Beginn mit ersten Meldungen 2006 im UKH Graz wurde es in einem strukturieren Prozess in allen AUVA-Gesundheitseinrichtungen implementiert.
Fast 2.500 CIRPS-Meldungen (Stand 01/2021) haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit dem Start 2006 eingegeben – das entspricht jährlich rund 160 Meldungen.
Im Jahr 2020 waren es 156 (2019: 204) Meldungen. Diese 156 CIRPS-Meldungen im Jahr 2020 bewirkten 62 (2019: 83) nachhaltige Struktur- und Prozessänderungen in den AUVA-Gesundheitseinrichtungen.
Es erfordert entsprechende
Führungsstrukturen und Unternehmenskultur, damit Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter den Mut aufbringen, auf Gefahrenquellen und auch kritische
Ereignisse durch eine Meldung hinzuweisen. Die Vermeidung von Fehlern,
Personenschäden und damit verbundenem Leid ist für die AUVA das höchste Ziel.
Durch den benutzerfreundlichen Meldevorgang, mit dem jeder Mitarbeiter und jede
Mitarbeiterin ein kritisches Ereignis melden kann, und die rasche Umsetzung der
Erkenntnisse in den täglichen Arbeitsablauf entwickelte sich CIRPS zu einem
national und international viel beachteten Erfolgssystem.
Das Fehlermelde- und Präventionssystem CIRPS
unterscheidet sich von anderen Fehlermanagementsystemen vor allem dadurch, dass
anonyme Meldungen zwar möglich, aber nicht Bedingung einer Meldung sind.
Das Vertrauen zum System
zeigt sich in dem hohen Anteil an nicht anonymen Meldungen von 72,4 Prozent im Jahr 2020 (2019: 68,6). Der Vorteil nicht-anonymer Meldungen besteht
darin, dass mit den meldenden Personen Kontakt aufgenommen
werden kann, um durch Rückfragen das Ereignis gezielt zu analysieren und eine Lösung zu finden, die die Wiederholung des unerwünschten Ereignisses verhindert. Oft liegt
das Problem im Detail, das ohne genaue Untersuchungen und strukturierte Aufarbeitung schwer
zu lösen ist.
Die 2018 durchgeführte Mitarbeiterbefragung mit einer Teilnahmequote von 32 Prozent (1.020 Mitarbeitende) belegt den hohen Bekanntheitsgrad von CIRPS und die große Bedeutung für die Patientensicherheit in den AUVA-Gesundheitseinrichtungen. CIRPS wird als Möglichkeit zur Meldung und Bearbeitung von unerwünschten Ereignissen verstanden und angenommen.
Mit CIRPS sorgt die AUVA vor, mögliche Fehler- und Gefahrenquellen im Vorfeld
zu erkennen und mit allen beteiligten Berufsgruppen durch abgestimmte Maßnahmen gegenzusteuern.
Qualitätsbericht der AUVA
Sie finden hier den Link zum aktuellen Qualitätsbericht sowie weitere/ältere zum Nachlesen: