Die österreichische Sozialversicherung, vertreten durch Vorsitzende Claudia Neumayer-Stickler und stellvertretenden Vorsitzenden Peter McDonald und die Österreichische Ärztekammer, vertreten durch Obmann der Bundeskurie niedergelassener Ärzte Edgar Wutscher, haben am 22. Jänner 2026 gemeinsam mit der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Korinna Schumann eine wegweisende Vereinbarung zum Ausbau der digitalen Gesundheitsservices präsentiert. Mit der "Zukunftsvereinbarung e-Health" definieren wir gemeinsam den Entwicklungspfad bis 2030 und setzen damit einen entscheidenden Schritt für eine moderne, patientenorientierte Gesundheitsversorgung.
Digitale Services für mehr Komfort und Effizienz
Die Vereinbarung umfasst ein umfassendes Paket an digitalen Innovationen, die den Alltag für Versicherte und Ärzt:innen gleichermaßen erleichtern werden:
- e-Zuweisung: Ab 2027 werden Papierzuweisungen für Untersuchungen wie CT, MRT, Röntgen oder Sonografie vollständig durch digitale Zuweisungen ersetzt. Das spart Zeit und erhöht die Sicherheit in der Behandlung.
- e-Verordnung: Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt in der Steiermark wird die digitale Verordnung von Transportscheinen, Heilbehelfen und Hilfsmitteln 2027 österreichweit verfügbar sein. Schluss mit der Zettelwirtschaft – für mehr Effizienz im Gesundheitssystem.
- e-Terminservice: Eine neue digitale Plattform wird die Terminsuche bei niedergelassenen Ärzten und Gruppenpraxen deutlich vereinfachen und für unsere Versicherten noch komfortabler machen.
- ELGA-Integration: Ab 2027 werden auch Befunde von Vorsorgeuntersuchungen in der Elektronischen Gesundheitsakte gespeichert. Zusätzlich ermöglichen wir digitale Kur- und Reha-Anträge direkt über das E-Card-System.
Konstruktive Partnerschaft für ein starkes Gesundheitssystem
Claudia Neumayer-Stickler, Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger, betont die Vorreiterrolle der Sozialversicherung: "Mit über 100 Millionen e-card-Kontakten pro Jahr und rund sechs Millionen ausgestellten e-Rezepten pro Monat ist die e-card längst ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Gesundheitssystems. Ihre Erfolgsgeschichte zeigt: Die Sozialversicherung ist Vorreiterin bei der Umsetzung von Digitalisierungsservices für die Versicherten. Unser langfristiges Ziel ist eine weitgehend papierlose Verwaltung und digitale Services, die Menschen von der Geburt bis zur Pension begleiten."
Peter McDonald, stellvertretender Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger, hebt die Bedeutung der gemeinsamen Vereinbarung hervor: "Die e-card ist der Schlüssel zu allen wichtigen Gesundheitsleistungen und zu ELGA. Sie ist mehr als eine Karte, hinter ihr steckt ein riesiges Digitalisierungsprojekt mit vielfältigen Serviceangeboten an Versicherte sowie Ärztinnen und Ärzte. Die darin enthaltenen Maßnahmen schaffen durch smarte und innovative Lösungen Vorteile sowohl für die Versicherten als auch die Ärzteschaft. Telemedizinische Angebote eröffnen das Potential, durch gezielte Patientenlenkung Verwaltungsaufwand und Wartezeiten zu reduzieren."
Edgar Wutscher, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte, unterstreicht die Bedeutung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit: "Digitale Projekte sollen die Servicequalität für die Versicherten verbessern und Prozesse in den Ordinationen und bei den Sozialversicherungen vereinfachen. Uns Ärztinnen und Ärzten ist es wichtig, dass wir einen Mehrwert daraus haben, unser Arbeitsalltag unterstützt wird und wir dadurch mehr Zeit für unsere Patientinnen und Patienten haben."
Bundesministerin Korinna Schumann würdigt die Vereinbarung als wichtiges Signal: "Dass Sozialversicherung und Ärztekammer diese Vereinbarung gemeinsam tragen, ist alles andere als selbstverständlich. Umso stärker ist das Signal, das heute davon ausgeht. Es ist ein klares Bekenntnis zu Zusammenarbeit, Verlässlichkeit und langfristiger Planung – ein Bekenntnis für das öffentliche solidarische Gesundheitssystem! Digitalisierung im Gesundheitswesen ist ein zentraler Hebel für Entlastung, Qualität und Nachhaltigkeit. Richtig eingesetzt bedeutet sie weniger Bürokratie, klarere und schnellere Abläufe und mehr Zeit für das, worum es wirklich geht: die Versorgung der Menschen."
Qualität durch praxisnahe Umsetzung
Bei allen digitalen Neuerungen steht die Praxistauglichkeit im Vordergrund. So wird etwa bei der Diagnosecodierung, die derzeit als Pilotprojekt läuft, bis zum Sommer an einer gesetzeskonformen und für die Ärzteschaft optimal nutzbaren Lösung gearbeitet.
Die Zukunftsvereinbarung e-Health ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem modernen, effizienten und weiterhin solidarischen Gesundheitssystem in Österreich. Sie zeigt, dass die österreichische Sozialversicherung gemeinsam mit ihren Partnern die digitale Transformation aktiv gestaltet – immer mit dem Ziel, die bestmögliche Versorgung für alle Versicherten sicherzustellen.