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Indikation


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Auftrag der psychiatrischen Rehabilitation

Zielsetzung der Rehabilitation ist es, den Patienten unabhängig von der (diagnose- und organbezogenen) Herkunft der Beeinträchtigung, die Möglichkeit zu eröffnen, an ihrem bisherigen Leben wieder aktiv teilzunehmen. Die Patienten sollen wieder in die Lage versetzt werden, möglichst ohne fremde Hilfe ein eigenständiges Leben zu führen, einen Beruf auszuüben oder eine Ausbildung zu absolvieren. Behinderungsbedingte Pensionierungen und Pflegebedürftigkeit sollen verhindert oder zumindest aufgeschoben werden. 

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Bedingungen

  • Rehabilitationsbedürftigkeit: Multimodales Therapieangebot über die kurative (Akut)versorgung hinaus notwendig
  • Rehabilitationsfähigkeit: Motivation und Belastbarkeit
  • Rehabilitationsprognose: Potenzial (medizinisch begründete Aussicht auf Besserung)

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Indikationen für die psychiatrische Rehabilitation im Therapiezentrum Justuspark

  • F 2: Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen (F 20-29)
  • F 3: Affektive Störungen (F 30-39): hierunter fallen Depressionen, bipolare Störung und im weiteren Sinne auch das Burnout-Syndrom
  • F 4: Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (F 40-48): Angststörungen, Zwangsstörungen, die sogenannte Anpassungsstörung, die posttraumatische Belastungsstörung und somatoforme Störungen sind die häufigsten Diagnosen in dieser Gruppe
  • F 5: Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
    (F 50-59)
  • F 6: Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F 60-69) bei Bestehen von Rehabilitationsfähigkeit und positiver Rehabilitationsprognose (leichte Ausprägung)

 

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Wann ist die Psychiatrische Rehabilitation nicht geeignet?

  • Akute psychische Störungen bzw. Störungsepisoden / nicht ausreichende Stabilität
  • Akute Selbst- oder Fremdgefährdung
  • Anorexia nervosa in mittelgradiger bis schwerer Ausprägung stellt eine absolute Kontraindikation dar (BMI < 16,5)
  • Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
    (ICD-10: F 00-09). Die Diagnosen der Gruppen F 06.3 - F 06.7 können nach eingehender Vorprüfung bei einzuschließender Hauptdiagnose und gegebener Rehabilitationsfähigkeit eine Ausnahme bilden.
  • Suchterkrankungen: Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (ICD-10: F 10-19) ausgenommen F 17 (Störungen durch Tabak) und F 1x.21 (Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig remittiert) bei einzuschließender Hauptdiagnose und gegebener Rehabilitationsfähigkeit.
  • Akute oder dekompensierte Krankheitszustände (z. B. Herzinsuffizienz, akute Infektionskrankheiten, unbehandelte hormonelle Entgleisungen)
  • Belastende und intensive Therapieformen, die die Rehabilitationsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen (z. B. Chemo- oder Strahlentherapie nach Malignom)
  • Malignome, wenn dadurch die Rehabilitationsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt wird
  • Rehabilitanden, die auf Grund körperlicher oder psychischer/mentaler Behinderung nicht ausreichend belastbar und/oder nicht mobilisierbar sind, und daher die Einrichtungen der Rehabilitation nicht aktiv nutzen können.


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Wer profitiert von der psychiatrischen Rehabilitation?

  • Indikation und Kriterien passen: Hier empfiehlt es sich, gemeinsam mit dem niedergelassenen Facharzt für Psychiatrie, im Vorfeld Ziele für die Rehabilitation festzulegen.
  • (Veränderungs-)Motivation: Ganz wesentlich für den Therapieerfolg ist die Motivation, damit einhergehend der Wille, sich verändern bzw. weiterentwickeln zu wollen


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Wann ist der ideale Zeitpunkt?

  • Am Ende einer Krankheitsphase nach erfolgreicher Akutbehandlung
  • Bei chronisch phasenhaftem Verlauf auch im Intervall