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Barrierefreiheit

Policy für das Internetportal der österreichischen Sozialversicherung


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1. Rechtliche Rahmenbedingungen

Der europäische Rat hat bereits im Juni 2000 den Aktionsplan eEurope 2002 mit dem Ziel verabschiedet, allen Bürgerinnen und Bürgern Zugang zum Internet zu ermöglichen. In Österreich verpflichtet das E-Government-Gesetz Behörden, zu deren Internetauftritten barrierefreien Zugang zur Verfügung zu stellen:

§ 1 Abs. 3 E-Government-Gesetz (E-GovG), BGBl. I Nr. 10/2004:

"Bei der Umsetzung der Ziele dieses Bundesgesetzes ist Vorsorge dafür zu treffen, dass behördliche Internetauftritte, die Informationen anbieten oder Verfahren elektronisch unterstützen, spätestens bis Jänner 2008 so gestaltet sind, dass internationale Standards über die Web-Zugänglichkeit auch hinsichtlich des barrierefreien Zugangs für behinderte Menschen eingehalten werden."

Weitere gesetzliche Grundlagen für einen barrierefreien Zugang sind:

  • Artikel 7 der Bundesverfassung formuliert den Gleichheitsgrundsatz und normiert auch ein spezifisches Diskriminierungsverbot für behinderte Menschen. Darüber hinaus enthält dieser Artikel eine Staatszielbestimmung, die eine positive Verpflichtung des Gesetzgebers zur faktischen Gleichstellung beinhaltet (siehe WEBACC 2.0.0)
  • Das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz, das ein Diskriminierungsverbot sowie das Schlichtungsverfahren regelt (siehe WEBACC 2.0.0)

Unter internationalen Standards werden im Allgemeinen die Web Accessibility Initiative (WAI) Richtlinien der Stufe A verstanden. Die österreichische Sozialversicherung strebt die Erreichung der Stufe AAA an.

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2. Grundlegendes zur Barrierefreiheit

Bei der Entwicklung von Inhalten und Anwendungen für den Internetauftritt der österreichischen Sozialversicherung sind verschiedenste mögliche Barrieren für die Zugänglichkeit zu beachten:

  • Eine Information kann nicht gelesen oder verstanden werden
  • Der Gebrauch der Tastatur oder Maus ist nicht möglich
  • Reine Textbildschirme werden verwendet
  • Augen, Ohren oder Hände sind beschäftigt (z. B. Bedienung anderer Geräte, laute Umgebung) oder behindert
  • Ältere Browser, andere Browser, Sprach-Browser oder andere Betriebssysteme kommen zum Einsatz

Die Mitarbeiter des eSV Competence Centers berücksichtigen diese Situationen bei der Entwicklung von Inhalten und Anwendungen.

Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger stellt im Wege des eSV Competence Centers seine Kompetenz dafür zur Verfügung. Für das Aufgabengebiet "Barrierefreiheit" ist ein WAI-Beauftragter eingerichtet.

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3. Strategischer Zugang zur Barrierefreiheit

Graphische Benutzeroberflächen browserbasierter Anwendungen der österreichischen Sozialversicherung folgen in ihrer technischen und graphischen Umsetzung einheitlichen Richtlinien, um so einen konsistenten Zugang aller Beteiligten zu den verschiedensten Inhalten und Anwendungen zu ermöglichen. Folgende Bausteine unterliegen einheitlichen WAI konformen Richtlinien:

  • Grafische Benutzeroberflächen für Internetanwendungen
  • Aufbau von Onlinedialogen für Anwendungen
  • Visuelle Grammatik und Farbsysteme
  • Grafische Elemente, Schriftbild und Design
  • Aufbau von Formularen innerhalb von Anwendungen
  • Standarddaten der Formulare
  • Überprüfung von Formulareingaben

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4. Ziele des Internetportals der österreichischen Sozialversicherung

Die Möglichkeiten formularbasierter Eingaben über den Browser werden zum Vorteil der Internet Benutzer bestmöglich genutzt.

Grafische Benutzeroberflächen sind in einer weitgehend einheitlichen und modularen Struktur aufgebaut. Wiederkehrende Bausteine werden immer gleich gestaltet.

Anwendungen mit mehr als 2 Seiten A4 (im Ausdruck) werden in Teile gegliedert.

Bei Standardeinstellungen der Auflösung 1024x728px ist keine Querverschiebung (Scrollen rechts links) erforderlich.

Anwendungen können auch von Menschen mit Benachteiligungen verwendet werden (WAI Prioritätsstufe A - AAA).

Grafische Benutzeroberflächen werden so aufbereitet, dass sie sich jederzeit in A4-gerechter Form ausdrucken lassen.

Die Navigation ist auch mit der Tastatur möglich.

Texte sind kundenfreundlich aufbereitet: leicht verständliche Sprache, klar und in Umgangssprache.

Die Codierung entspricht dem W3C HTML/XHTML - und CSS Standard. Javascriptdeaktivierung hat keinen Einfluss auf die Funktionalität von Anwendungen.

Die Internetpräsentationen werden zumindest für die zwei marktführenden Browserfamilien (Internet Explorer, Mozilla Firefox) für deren aktuelle und unmittelbar davor liegende Version optimiert. Weiters werden Tests mit den aktuellen Versionen der Browser Safari und Opera hinsichtlich Kompatibilität durchgeführt.

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5. Anforderungen an die redaktionelle Arbeit

Um das Internetportal der österreichischen Sozialversicherung barrierefrei zu gestalten werden von den Mitarbeitern des eSV Competence Centers folgende Richtlinien eingehalten:

  • Die Textgestaltung folgt dem Handbuch "Empfehlung für Online Redakteure".
  • Farben werden sparsam verwendet.
  • Farben werden hinsichtlich optimaler Kontraste ausgewählt.
  • Rasch blinkende und flackernde Elemente werden vermieden. Bei Nutzern mit fotosensitiver Epilepsie können Bildschirmflackern, schnelle Wechsel zwischen Hell und Dunkel sowie rasch aufblinkende Elemente Anfälle auslösen.
  • Bei Bildern ist immer ein erklärender Alternativtext (Bildbeschreibung) einzugeben.
  • Tabellen werden ausschließlich für eine tabellarische Darstellung von Daten und nicht für Zwecke des Layouts verwendet. Eine Zusammenfassung der Tabelle ist anzugeben.

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6. Überprüfung der Barrierefreiheit

Die Internetseiten und Anwendungen der österreichischen Sozialversicherung werden über automationsunterstützte sowie manuelle Expertentests auf Konformität mit den internationalen Standards (WAI) sowie den Standards der Sozialversicherung (Style Guide) zumindest vierteljährlich überprüft.
Allfällig festgestellte Mängel werden in einer Befundliste festgehalten. Der WAI-Beauftragte veranlasst und überwacht die Behebung festgestellter Mängel.

Für die automatisierte Bewertung werden folgende Werkzeuge verwendet:

  • Webbasierter Validator für Test der technischen Rahmenbedingungen
  • Fujitsu Web Accesibility Inspector 5.02 für den Test auf Erfüllung der WAI Prioritätsstufen A bis AAA
  • Fujitsu Color Selector 5.02 für den Test der Farbkontraste